In Achraf Kayamaga Cisses Heimatstadt Sokodé, es sei mit 20 000 Einwohnern die drittgrößte des Landes, wurde ein Betriebsgebäude errichtet und ausgestattet, um dort Cashew-Nüsse zu Kernen zu verarbeiten und ohne Zwischenhändler zu vermarkten. So soll derzeit 265 Bauern und 35 Mitarbeitern eine feste Einnahmequelle und damit eine Existenzgrundlage gesichert werden.

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Die Kooperative verzeichne Erfolge, berichtet Anje Strathmann-Cisse. „Wenn alles klappt, ist die Bio-Zertifizierung des Betriebs mit Wirkung zum 1. Januar 2020 unter Dach und Fach.“ Ihr Mann ergänzt: „Die Schlussprüfung steht noch im Dezember bevor. In den vergangenen drei Jahren wurden sämtliche Mitarbeiter sowie die Erzeuger dafür geschult.“ Ecocert als maßgebliche Stelle beaufsichtige das Zertifizierungs-Verfahren.

Blick auf das Betriebsgebäude der Kooperative „Cashew To‘go“ in Sokodé/Togo.
Blick auf das Betriebsgebäude der Kooperative „Cashew To‘go“ in Sokodé/Togo. | Bild: Achraf Kayamaga Cisse

„Es wird kontrolliert, ob alle Richtlinien und Vorgaben eingehalten werden“, erzählt Achraf Kayamaga Cisse. Seine Frau nennt ein einfaches Beispiel. „Zum Reinigen der Geräte und der Produktionsstätte müssen ausschließlich biologisch abbaubare Mittel verwendet werden.“

Antje Strathmann-Cisse mit einem Teil der Mitarbeiter des Kooperative-Betriebs.
Antje Strathmann-Cisse mit einem Teil der Mitarbeiter des Kooperative-Betriebs. | Bild: Achraf Kayamaga Cisse

Für die Kleinbauern bedeute die Zertifizierung keine große Umstellung, „weil traditionell viel von Hand gearbeitet wird und bisher keine Chemie verwendet wurde. Bio ist ‚in‘ in Togo„, sagt Antje Strathmann-Cisse.

Mitarbeiter Azou Kokou erledigt Arbeiten für ein weiteres Zelt, in dem Cashew-Kerne getrocknet werden.
Mitarbeiter Azou Kokou erledigt Arbeiten für ein weiteres Zelt, in dem Cashew-Kerne getrocknet werden. | Bild: Achraf Kayamaga Cisse

Im Laufe des nächsten Jahres soll die Kooperative ausgeweitet werden. „Das Projekt spricht sich herum, viele Kleinbauern wollen unbedingt mitmachen. Ich schätze, wir könnten mit doppelt so vielen Erzeugern zusammenarbeiten. Doch zunächst steht der Abschluss der Zerfitizierung für das Bio-Siegel im Vordergrund“, bekräftigt Achraf Kayamaga Cisse.

Beim Betrieb der Kooperative „Cshew To‘go“ wird gerade ein Stromgenerator angeliefert.
Beim Betrieb der Kooperative „Cshew To‘go“ wird gerade ein Stromgenerator angeliefert. | Bild: Achraf Kayamaga Cisse

Die beiden Kooperative-Gründer blicken zuversichtlich in die Zukunft: „Zu den regionalen und überregionalen Abnehmern in Deutschland zählen derzeit schon Bioläden. Auch große Abnehmer haben Interesse bekundet, sobald die Zertifizierung komplett ist.“

Antje Strathmann-Cisse und Achraf Kayamaga Cisse (Dritte und Vieter von links) informieren Bewohner des Dorfes Kparioh, dass Grundschulen in der Umgebung des Kooperative-Betriebs „Cashew To‘go“ finanziell unterstützt werden sollen.
Antje Strathmann-Cisse und Achraf Kayamaga Cisse (Dritte und Vieter von links) informieren Bewohner des Dorfes Kparioh, dass Grundschulen in der Umgebung des Kooperative-Betriebs „Cashew To‘go“ finanziell unterstützt werden sollen. | Bild: privat

Es gibt noch eine weitere Sache, um die sich Antje Strathmann-Cisse und Achraf Kayamaga Cisse in den Dörfern in der Umgebung der Produktionsstätte kümmern wollen: die Unterstützung von Grundschulen.

Im Vordergrund Cashew-Kerne. Dahinter die Früchte, aus denen Cashew-Nüsse hervorragen.
Im Vordergrund Cashew-Kerne. Dahinter die Früchte, aus denen Cashew-Nüsse hervorragen. | Bild: Achraf Kayamaga Cisse

Gebäude seien in desolatem Zustand, Löcher in den Dachabdeckungen und Wänden, teils seien es halboffene Schuppen mit schadhaften Wellblechdächern, es fehle an den notwendigsten Schulmitteln wie beispielsweise Stifte und Hefte.

Im Dorf Kparioh: Vorne eine Grundschule – sie gleicht einem halboffenen Schuppen. Im Hintergrund das gemauerte Schulgebäude der Mittelstufe.
Im Dorf Kparioh: Vorne eine Grundschule – sie gleicht einem halboffenen Schuppen. Im Hintergrund das gemauerte Schulgebäude der Mittelstufe. | Bild: Achraf Kayamaga Cisse

„Über unser Unternehmen Import Strathmann-Cisse, sozusagen das Dach der Kooperative, wollen wir einen Fonds für die Schulen einrichten. Von jedem verkauften Kilogramm Cashew-Kerne wird ein Betrag in den Fonds eingezahlt.“

Schuldirektor Akpaki Kouami Aye‘Founé verteilt im Dorf Kparioh gespendetes Schulmaterial an Kinder.
Schuldirektor Akpaki Kouami Aye‘Founé verteilt im Dorf Kparioh gespendetes Schulmaterial an Kinder. | Bild: Achraf Kayamaga Cisse

Das Projekt

Die Kooperative „Cashew To‘go“ betreibt in Sokodè/Togo eine Produktionsstätte, in der von Kleinbauern erzeugte Cashews verarbeitet werden. Laut Kooperative-Gründer Antje Strathmann-Cisse und Achraf Kayamaga Cisse können die Kerne vor Ort sowie im Ausland direkt vermarktet werden. Effekte: durch kurze Handelswege werde die Umwelt geschont, den Bauern werden faire Preise bezahlt, das Ökosystem werde durch den Erhalt der traditionellen kleinbäuerlichen Landwirtschaft bewahrt. In Markdorf suchen Antje Strathmann-Cisse und Achraf Kayamaga Cisse nach einem geeigneten Büroraum sowie Lager. Internet: www.cashewtogo.de