Kein Fleisch, kein Wein, keine Zigaretten – verzichten lässt sich in der Fastenzeit auf vieles. Doch muss nicht unbedingt der schiere Verzicht im Zentrum der vorösterlichen Fastenzeit stehen. Gilt diese Phase doch auch als eine des Besinnens, des Innehaltens. In der Seelsorgeeinheit Markdorf mit ihren sechs Pfarreien von Bermatingen bis Kluftern lädt das Seelsorge-Team seit Jahren während der Fastenzeit zu Glaubenskursen oder zu Themenreihen ein. Heuer lautet das Motto „Ja, was glaubst denn du?“.

Keine Reaktion auf Schwinden des Glaubens

Nein, es sei keine Reaktion gewesen, versichert Pfarrer Ulrich Hund beim Pressegespräch. Auch wenn sich die Kirchen derzeit in schwerem Fahrwasser befinden, auch wenn die Medien regelmäßig von Statistiken berichten, die das Schwinden des Glaubens verkünden. „Der Glauben ist unser Kern-Anliegen“, spricht Pfarrer Hund für das Seelsorgeteam, „als es bei unserer Themensitzung fürs Fastenwochen-Angebot auf den Tisch kam, waren sofort alle begeistert.“

Zweifel durch Gespräche überwinden

Weil er den Glauben als ansteckend erfahren habe, erklärt Vikar Simon Dreher. Gemeindeferentin Stefanie Menga vergleicht es mit einem „inneren Funken, der mal stärker, mal schwächer glimmt.“ Der durchs Gespräch entfacht werden könnte. Der Austausch von Glaubens-Erfahrungen helfe beim Überwinden der Zweifel. „Die hat jeder“, erklärt Hund. „Und manchmal ist es ja auch geradezu zum Verzweifeln.“ Um das Zeugnis ablegen geht es also bei „Ja, was glaubst denn du?“ Ebenso wie um den Austausch. Zum Gespräch eingeladen sind übrigens alle – ob glaubend oder zweifelnd.