Was für eine Frage? Die Frage danach, was denn ein junger Mann tun kann in dieser Stadt. Gestellt hat sie der Akustik-Gitarrist von "Knapp ein Jahr" beim Auftritt beim Dixiefest. Er fragte auf Englisch, begleitet von seiner Band: "What a young guy ..." Und die Frage, das heißt der gleichnamige Song, war dann auch schon die Antwort. Denn was Besseres als der Coutry-Formation vorm Rathaus zuzuhören, konnte gestern wohl niemand unternehmen in Markdorf.

Gut gelaunt seit Jahr und Tag: die Country-Band "Knapp ein Jahr" bei ihrem Auftritt vor dem Rathaus. Bild: Jörg Büsche
Gut gelaunt seit Jahr und Tag: die Country-Band "Knapp ein Jahr" bei ihrem Auftritt vor dem Rathaus. Bild: Jörg Büsche

Was außer für die Fans von "Knapp ein Jahr" natürlich ebenfalls für die Zuhörer der anderen vier Ensembles gilt. Zum Beispiel fürs "Alligator Swing Attack Four" im Schlosshof. Das Quartett gab sich entschieden weniger rustikal als die zum wärmenden Tanz aufspielenden Western-Musiker vorm Rathaus. Sie boten sehr feinen, sehr kultivierten Jazz. Erstaunlich, wie staubtrocken doch Schlagzeug klingen kann, trotzdem das Piano, passend zum Wetter, nachgerade plätschert.

Dixie vom Feinsten gibts wie immer von der "Dixie Company". Bild: Jörg Büsche
Dixie vom Feinsten gibts wie immer von der "Dixie Company". Bild: Jörg Büsche

Gegen das Wetter anspielen war eins der Ziele von der "Dixie Company" vor "Fashion by E". Das andere war, ihre Zuhörer zu begeistern. Letzteres hat das Sextett auch in diesem Jahr erreicht. Womöglich klang ihr "Lord, Lord, Lord!" eine Spur zu frech, zu vorwursvoll um einen Wetterumschwung zu bewirken. Aber wer will das entscheiden? Ob's eine himmliche Trotzreaktion war. Oder ob der Herr vor lauter Mitgehen mit der Musik ganz das Regen-Abstellen vergessen hat.

Es gibt kein schlechtes Wetter, wenn nur der musikalische Hintergrund stimmt – und der hat gestimmt beim Dixiefest in der Innenstadt. Bild: Jörg Büsche
Es gibt kein schlechtes Wetter, wenn nur der musikalische Hintergrund stimmt – und der hat gestimmt beim Dixiefest in der Innenstadt. Bild: Jörg Büsche


Tierisch gut drauf waren trotz des Regens die Musiker von "Too Saxy". Ihr "Pink Panther" kam noch geschmeidiger als auf der Leinwand. Kein Wunder, hatten die Saxofon-Spieler doch weidlich geübt – mit ihrem unverwechselbaren Hühner-Gang, den fabelhaften Hähne-Schreien und Hennen-Gegacker, mit dem "Too Saxy" ihr Publikum vorm Proma hinriss.

Ob Pink Panther oder Hennen-Gegacker, "Too Saxie" bringt immer eine fabelhafte Stimmung ins Publikum. Bild: Jörg Büsche
Ob Pink Panther oder Hennen-Gegacker, "Too Saxie" bringt immer eine fabelhafte Stimmung ins Publikum. Bild: Jörg Büsche

Bleibt zu wünschen, dass Tommy Haug und Philipp Häusler, das Gitarren- und Cajun-Duo, das die mit Abstand zugigste Ecke des Fests erwischt hat, in nächster Zeit nicht eine Grippe auskurieren muss. Gewiss, sie klangen überhaupt nicht verschnupft, sondern frisch, sehr jung. Vielleicht stärkt das ja die Abwehrkräfte.