Geschenkpapier in allen Dessins und für jeden Anlass; Mode im Zwiebelschalen-Look und für jedes Wetter; ein kulinarisches Angebot von Currywurst bis Zwetschgenkuchen, von heißer Schokolade bis Weißwein-Maracuja-Punsch – das alles war am verkaufsoffenen Sonntag geboten. „Nein, ein Eis gibt es heute nicht“, ist die Stimme eines Vaters aus der Menschenmenge zu vernehmen, der gerade seinen kleinen Sohn an der Eisdiele vorbeibugsiert. Ansonsten gibt es an diesem Sonntag in Markdorf fast alles. Und Eis gäbe es selbstverständlich auch – wäre es nicht so bitterkalt.

Heißer Weißwein-Maracuja-Punsch war vor dem Kaffee Kurz und ausgeschenkt von Winzer Andreas Geiger an diesem kalten Sonntagnachmittag der Renner.
Heißer Weißwein-Maracuja-Punsch war vor dem Kaffee Kurz und ausgeschenkt von Winzer Andreas Geiger an diesem kalten Sonntagnachmittag der Renner. | Bild: Helga Stützenberger

Adventsstimmung macht sich breit

„Das Wetter kommt uns sehr entgegen“, sagt Michaela Maihöfer von Fashion by E. bereits eine Stunde nach Eröffnung der Geschäfte. „Wir hatten die Türen noch nicht ganz geöffnet, da strömten die Menschen auch schon herein.“ An was es in diesem Jahr liegt? „Vielleicht daran, dass sich schon so etwas wie Adventsstimmung ausgebreitet hat und die Menschen in Kauflaune sind“, meint die Geschäftsinhaberin. Oder aber an der wohligen Wärme, den weichen Pullis und dem verheißungsvollen Glühweinduft in ihrem Geschäft.

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Überhaupt scheint an diesem verkaufsoffenen Sonntag die Stimmung im Städtle ganz vom Gedanken ans bevorstehende Weihnachtsfest beflügelt zu sein. „Viele Bücher haben wir schon mit Weihnachtspapier verpackt“, sagt Kristina Deike von Ravensbuch, wo das Geschäft am Stadtgraben ebenfalls brummt. „Wir sind aber auch ausgestattet mit Geschenkpapier für alle anderen Anlässe und verpacken schon den ganzen Mittag.“

Satte Rabatte gab es allerorts, und für jeden war irgendwo etwas dabei. Vor der Buchhandlung Ravensbuch war der Andrang ebenso groß wie die „Fündigkeitsquote“.
Satte Rabatte gab es allerorts, und für jeden war irgendwo etwas dabei. Vor der Buchhandlung Ravensbuch war der Andrang ebenso groß wie die „Fündigkeitsquote“. | Bild: Helga Stützenberger

Auch Sabine Holzherr-Tausendfreund vom Wäscheladen Neher kommt kaum mehr nach mit dem Einwickeln von reizvollen Dessous für die Damen und praktischen Schlafanzügen für die Herren.

Viele Besucher von außerhalb

Während die einen einkaufen, anprobieren und ausprobieren, genießen die anderen einfach das gemütliche Bummeln durch Markdorfs Gassen. So etwa Klaus und Geli Grismar, die das trockene Wetter nutzten, um in einem ausgedehnten Spaziergang nach Markdorf zu kommen. „Und gegen Abend fahren wir mit dem Zug wieder heim“, sagt Geli Grismar.

Klaus und Geli Grismar haben das trockene Wetter genutzt, um zu Fuß von Manzell nach Markdorf zu kommen. Wenn am Nachmittag die Taschen voll sind, fahren sie mit dem Zug wieder nach Hause.
Klaus und Geli Grismar haben das trockene Wetter genutzt, um zu Fuß von Manzell nach Markdorf zu kommen. Wenn am Nachmittag die Taschen voll sind, fahren sie mit dem Zug wieder nach Hause. | Bild: Helga Stützenberger

Das Markdorfer Elisabethenmarkt-Wochenende samt Rummelplatz hat also auch über Markdorfs Grenzen hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad. „Ich habe ein paar Tage Wellness-Urlaub im Deggenhausertal verbracht“, verrät Kerstin Domaschk aus Scheer, die gerade bei Helmut Schweizer von Des & Sell ihr Glück bei der Tombola versucht.

Kerstin Domaschk fordert ihr Glück bei der Tombola von Helmut Schweizer von Des & Sell heraus – und siehe da, sie trägt zwei Gewinne in ihre Heimat nach Scheer.
Kerstin Domaschk fordert ihr Glück bei der Tombola von Helmut Schweizer von Des & Sell heraus – und siehe da, sie trägt zwei Gewinne in ihre Heimat nach Scheer. | Bild: Helga Stützenberger

„Das jetzt ist ein wunderbarer Abschluss meiner kleinen Auszeit“, befindet sie und wickelt voller Aufregung drei Lose aus. Gleich zwei Gewinne sind darunter. Für die Händler jedoch ist der ganze Tag ein Gewinn.

Kräutersalz selber zusammenstellen konnte man in der Bärenapotheke. Christina Maunz (rechts) stand mit Rat und Tat zur Seite.
Kräutersalz selber zusammenstellen konnte man in der Bärenapotheke. Christina Maunz (rechts) stand mit Rat und Tat zur Seite. | Bild: Helga Stützenberger