Mit ihren Verein "Nation Builders International Germany" (Nabi) engagieren sich Doris und Bernhard Kolodzik seit 2013 in dem kleinen ostghanaischen Dorf. Sie unterstützen zunächst das von dem Ghanaer Alex Awah-Tei Dankwa 2008 gegründete Waisenhaus und in der Folge – mangels ausreichender Anzahl staatlicher Schulen – auch noch eine dazugehörige private Schule.

"Ghana gehört zu den 30 ärmsten Ländern der Erde", sagt Bernhard Kolodzik. Mehr als die Hälfte der Menschen dort verdiene weniger als 1,50 Euro am Tag. Kinderarbeit sei an der Tagesordnung. Perspektiven seien kaum oder gar nicht vorhanden und so stelle diese Schule für viele Kinder die einzige Chance auf eine vernünftige und fundierte Ausbildung dar.

Neben der schulischen Ausbildung gehört die Grundversorgung der Kinder, zu der auch das Essen gehört.
Neben der schulischen Ausbildung gehört die Grundversorgung der Kinder, zu der auch das Essen gehört. | Bild: Privat

Die rund 50 Kinder des Waisenhauses und weitere 100 Kinder aus der Umgebung erhalten neben der schulischen Bildung, eine wesentliche Grundlage für ihre Zukunft, auch Essen und eine medizinische Versorgung. "Malaria ist sehr verbreitet, hier arbeiten wir mit einem Krankenhaus in der Nähe zusammen", sagt Bernhard Kolodzik. Der stete Kampf um die Sicherstellung der Grundversorgung bereitet am meisten Sorge, denn für die Waisenkinder müssen drei warme Mahlzeiten am Tag sichergestellt sein, dazu kommen noch die Tagesschüler zum Mittagessen. Zudem braucht es regelmäßig neues Lernmaterial für Lehrer und Schüler. "Wir haben uns mal ausgerechnet, dass wir mit 25 oder 30 Euro im Monat ein Kind komplett versorgen könnten", sagt Doris Kolodzik. Das beinhalte dann Unterkunft, Essen, medizinische Versorgung und Ausbildung. Sicher, das klingt nicht viel, aber dieser Betrag entspricht ungefähr einem dortigen durchschnittlichen Monatslohn.

"Man kann hier tatsächlich schon eine Menge bewirken", sagt Bernhard Kolodzik. Regelmäßig reisen er und seine Frau nach Begoro und legen auch selbst Hand an. Anfangs gab es weder Wasser noch elektrisches Licht. Die Betten waren schlecht, die Toiletten offene Latrinen. Das hat sich mittlerweile geändert. Vergangenes Jahr konnte ein Gasherd angeschafft werden, der die Arbeit der Helfer enorm erleichterte, berichtet Bernhard Kolodzik. "Bisher musste das Essen mühsam auf dem Holzfeuer erwärmt werden – und Holz ist Mangelware in Ghana." Das Essen für die Kinder besteht gewöhnlich aus Getreide wie Reis oder Mais, gelegentlich Eiweiß in Form von Bohnen oder der Knollenfrucht Jam und dazu eine Soße auf Tomatenbasis. Was oft fehlt, sind vor allem Nahrungsergänzungen, wie etwa anderes Gemüse und frisches Obst. Die allerwichtigste Investition sei die in die Bildung, erklärt Bernhard Kolodzik. Dazu gehöre ein elementarer Schulunterricht. Wünschenswert sei auch eine handwerkliche Qualifizierung, zum Beispiel Schreiner, Mechaniker oder Näherin.

Bernhard und Doris Kolodzik. Archivbild: Jörg Büsche
Bernhard und Doris Kolodzik. Archivbild: Jörg Büsche | Bild: Jörg Büsche

Doris und Bernhard Kolodzik schaffen es, mit Hilfe eines Patenkreises die Grundversorgung zu sichern, darüber hinaus sorgen Spenden dafür, dass die Infrastruktur verbessert werden kann. Das ist auch der Grund, warum Kolodzik bei der SÜDKURIER-Aktion "Vereinshelden" teilnehmen möchte: "Wir würden das Geld ganz konkret in die Ausbildung der Kinder stecken, also Material kaufen und auch neue Schultafeln anschaffen."

 

Aktion Vereinshelden

Der SÜDKURIR lobt drei Preise bei der Aktion "Vereinshelden" aus. Insgesamt beträgt das Preisgeld 5000 Euro, das unter den drei Vereinen aufgeteilt werden wird, deren Projekte unsere Leser als die unterstützenswertesten auswählen. Einen Coupon für die Leserabstimmung veröffentlichen wir im November. Als Sonderpreis der Redaktion vergeben wir noch für eine vierte Aktion den in SÜDKURIER-Farben gehaltenen Bus unseres Partners Wegis Reisen (Ahausen) inklusive Fahrer für einen Tag zur freien Verfügung. (gup)