Pferde sind seit jeher ein treuer Wegbegleiter des Menschen und schon lange weiß man um ihre therapeutischen Fähigkeiten. Für Menschen mit Behinderung kann daher eine Therapie mit Pferden nicht nur helfen, körperliche Funktionen zu verbessern, sondern sie kann auch eine positive und motivierende Wirkung auf die Psyche haben. Durch dreidimensionale Schwingungen, die die behinderten Kinder und Erwachsenen auf dem Pferderücken wahrnehmen, werden Verspannungen gelöst und Blockaden überwunden. Körpergefühl, Selbsteinschätzung und Wahrnehmung der Reiter werden positiv beeinflusst.

Hier setzt der Verein Therapeutisches Reiten Markdorf mit seiner Hippotherapie an. Reittherapeutin Margret Beck erklärt: "Bei der Hippotherapie werden physiotherapeutische Behandlungen von zentralen Bewegungsstörungen durchgeführt." Sie findet Anwendung zum einen bei neurologischen Erkrankungen wie etwa frühkindlichen Hirnschäden oder Torticollis Spasmodicus (eine angeborene oder erworbene Schief- oder Fehlhaltung des Halses), zum anderen im pädagogisch-psychologischen Bereich, unter anderem bei körperlichen und geistigen Behinderungen. "Unsere Ziele sind die Schulung des Gleichgewichts und der Koordination, die Normalisierung des Muskeltonus und die Förderung des Bewegungsempfindens", erklärt Beck. Die Reiter kümmern sich aber auch um die Pferde. Für Vereinsvorsitzende Annika Schneider ein ganz wesentliches Element: "Immer zwei Kinder kümmern sich um ein Pferd, so werden auch soziale Kompetenzen vermittelt und ein Miteinander gefördert."

Um die Motivation der Kinder und Jugendlichen weiter zu fördern, möchte der Verein einen Reitertag mit Hufnagelprüfung organisieren. "Unser Motto für diesen Tag soll lauten: Kinder mit Pferden stark machen – Der Weg ist das Ziel", erzählt Schneider. Kinder und Jugendliche mit Handicap oder Beeinträchtigungen sollen unter den Augen einer Preisrichterin ihre Kompetenzen, die sie mit dem Partner Pferd erworben haben, unter Beweis stellen. "Wir bauen einen Parcours auf, in dem verschiedene Prüfungen zu absolvieren sind", erklärt Beck. Spielerische Geschicklichkeitsübungen, aber auch Pflege, Fressen, Hufpflege und der richtige Sitz sollen geprüft werden. "Dadurch möchten wir die Freude im Umgang mit dem Pferd, aber auch das Selbstbewusstsein und den Abbau von Ängsten fördern", sagt Schneider. Dazu gehört auch eine Siegerehrung: "Das ist ein wichtiger Bestandteil, sich von Familie und Freunden für das Geleistete feiern zu lassen." Dafür soll es bei einem anschließenden Fest reichlich Gelegenheit geben. "Es wäre wirklich toll, wenn wir mit einer Finanzspritze des SÜDKURIER diesen Tag zu einem Erlebnis für alle unsere Kinder und Jugendlichen machen könnten", sagt Schneider.