Es ist wieder Valentinstag – doch die Liebe bewahrheitet sich nicht allein am Valentinstag. Vielmehr, hat der SÜDKURIER in Gesprächen mit drei Paaren erfahren, spielen die anderen 364 Tage im Jahr die entscheidende Rolle für die Beziehung.

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Line Krause (28) und Flo Hamann (30) aus dem Deggenhausertal: "Kennengelernt haben wir uns vor über zwei Jahren über eine Dating-Plattform. Es war sozusagen ein Glückstreffer", erzählen Line Krause und Flo Hamann. Das Wichtigste für eine gut funktionierende Beziehung ist aus ihrer Sicht, von Anfang an über alles zu reden – und das tun sie auch. "Man muss vertrauen können und auch Vertrauen wiederaufbauen wollen, wenn es nötig ist", so die beiden. Neben gemeinsamen Interessen sei für sie auch ein Freiraum wichtig, der eigene Hobbys zulasse. Flo Hamann ergänzt: "Man muss zusammen, aber auch mal über den anderen lachen können." Der Valentinstag hat für das Paar keine besondere Bedeutung, trotzdem, so lässt Hamann wissen, ließe man sich an diesem Tag dazu verführen, etwas zu schenken. Sie überraschten sich aber lieber unter dem Jahr mit kleinen Aufmerksamkeiten – ohne bestimmten Anlass.

Beate Muschel und ihr Mann Bernie Bosse sind seit 14 Jahren verheiratet. Sie halten ihre Liebe auch mit spontanen Aufmerksamkeiten jung.
Beate Muschel und ihr Mann Bernie Bosse sind seit 14 Jahren verheiratet. Sie halten ihre Liebe auch mit spontanen Aufmerksamkeiten jung. | Bild: Gabriele Münzer

Beate Muschel (54) und Bernie Bosse (54) aus Markdorf: Seit nunmehr 14 Jahren sind sie verheiratet und auch der Meinung, dass Reden und Lachen das A und O in einer Beziehung sind. Und natürlich der respektvolle und tolerante Umgang untereinander spiele eine große Rolle, so das Paar. "Jeder muss seine Freiheiten haben, zum Beispiel eigene Hobbys, aber auch gemeinsame Interessen sind wichtig", meint Muschel. Eine gesunde Mischung ist aus ihrer Sicht der Schlüssel zum Erfolg. In einer Krise müsse man die Dinge auch mal sacken lassen. Erstmal darüber nachdenken und sich in den Blickwinkel des anderen hineinversetzen, sind beide der Ansicht. Mit Kindern wäre ein harmonisches Miteinander sicherlich eine noch größere Herausforderung, ist Muschel überzeugt. Der Valentinstag spiele in ihrer Beziehung keine Rolle, spontane Aufmerksamkeiten über das Jahr hinweg jedoch schon, bemerkt die Markdorferin.

Vor mehr als 52 Jahren traten Rosemarie und Siegfried Hartwig vor den Traualtar. Neben der Reiselust verbindet sie auch die Sammlerleidenschaft.
Vor mehr als 52 Jahren traten Rosemarie und Siegfried Hartwig vor den Traualtar. Neben der Reiselust verbindet sie auch die Sammlerleidenschaft. | Bild: Gabriele Münzer

Rosemarie (76) und Siegfried (78) Hartwig aus Markdorf: "Wir haben uns 1959 kennengelernt", erzählt Siegfried Hartwig. Am 1. Mai 1962, so weiß er noch genau, sei er mit seinem VW Käfer von Überlingen in Richtung Salem gefahren. Rosemarie war gerade mit ihrer Schwester auf einer Radtour unterwegs und sei ihm auf der Straße begegnet, sagt Siegfried Hartwig. Er ergriff die Gelegenheit, hielt an und verwickelte die junge Frau in ein Gespräch. Der Tag endete dann in einem gemeinsamen Kino-Abend und das Schicksal nahm seinen Lauf. Das Patentrezept für ihre Beziehung klingt einfach: Viel miteinander unternehmen, viel reden und einfach Geduld aufbringen. Aber auch den Bedürfnissen eines Paares Rechnung zu tragen sei wichtig. Eben auch etwas ohne Kind zu unternehmen, würde der Beziehung guttun, ergänzt seine Frau Rosemarie. Und: "Man muss auch einstecken können, wenn es mal Ärger gibt", sagt sie.