Richtig fassen könne er es noch immer nicht, erklärt Peter Blezinger. Der 59-jährige Landwirtschaftsmeister ist in diesem Jahr mit seinem Bachelorstudium der Sozialarbeit fertig geworden und hat sich bei der Gemeinderatswahl als Kandidat auf der Umweltgruppenliste aufstellen lassen. Und er ist auf Anhieb zum Stadtrat gewählt worden – sogar mit hohem Stimmenanteil.

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Blezinger möchte sich für Kinder- und Jugendschutz einsetzen

Klima- und Naturschutz seien die Ziele, für die er sich auch auf Gemeinderatsebene stark machen möchte. „Da kann man sehr wohl im Kommunalen was erreichen“, ist er sich sicher. Aus eigener Erfahrung als Biobauer wisse er, dass ein ökologisch betriebener Landbau zu mehr Artenvielfalt führe. Auf der anderen Seite aber möchte sich der Sozialarbeiter Blezinger auch für soziale Themen einsetzen – „insbesondere für den Kinder- und Jugendschutz“, so erläutert er. In seinen Augen „haben Kommunen eine ganze Reihe wichtiger sozialer Aufgaben“, die es nicht aus den Augen zu verlieren gelte.

Video: Jörg Büsche

Freie Kapazitäten nach der Bachelorarbeit

„Meine Frau war ja sehr dagegen“, erzählt der 59-Jährige. Und selber sei er auch nicht auf den Gedanken gekommen, für den Gemeinderat zu kandidieren. Es sei ein guter Freund gewesen, der „mich ziemlich inständig bekniet hat“. Der damit einen Denkprozess angestoßen habe. Von dem sich Peter Blezinger – nachdem er sich einmal für die Kandidatur entschlossen hatte – dann auch nicht mehr abbringen ließ. Und nach dem Abschluss einer Bachelorarbeit „hatte ich ja wieder Kapazitäten frei“.

Wissensdurst und Einsatz für die Gemeinschaft

„Was mich reizt?“, fragt Blezinger zurück – und antwortet: „Mich für die Gemeinschaft zu engagieren, damit möglichst auch ein bisschen vom Glück abzugeben, dass ich selber gehabt habe.“ Ein anderes Motiv sei sein großer Wissensdurst. Den Erfahrungsraum Kommunalpolitik wolle er sich nun ebenfalls erschließen.