Im Fokus der Hauptversammlung stand der große Zulauf an Kindern. So stellt die Abteilung Kinderturnen derzeit die größte Abteilung des Vereins dar. Einerseits mangelt es an Übungsleitern, andererseits werden die Wartelisten immer länger. "Wir können die Kinder nicht mehr alle abfangen", sagt Katrin Willamowski, die selbst als Übungsleiterin tätig ist. "Wir können noch nicht mal sagen, wie lange die Kinder warten müssen, bis sie nachrücken können." Geschuldet sei dies dem steten Zuzug junger Familien, aber auch der unzureichenden Hallenkapazität.

Abhilfe könne hier auf lange Sicht die neu geplante Turnhalle an der Jakob-Gretser-Grundschule bringen, spricht sich Vorsitzender Uwe Schäfer für den Umbau der Grundschule aus. "Ich bin positiv überrascht, dass nach vielen Schwierigkeiten am Ende doch so tolle Entwürfe rauskommen", sagte er. Optimistisch betrachtet, könne seiner Ansicht nach die Baumaßnahme bis 2021 abgeschlossen sein. Plan ist nach jetzigem Stand, die kleine Einfeld-Halle durch eine doppelte Einfeld-Halle zu ersetzen.

Noch ist das ein Stück weit Zukunftsmusik und Vision. Und dass dieser geplante Umbau für den Verein auch eine Kehrseite hat, liegt auf der Hand. "Wenn das so realisiert wird, muss man sich bewusst sein, dass es ab 2019 zwei Jahre lang keine Halle gibt, also auch kein Kinderturnen", gibt Timo Metzger, selbst Übungsleiter beim Turnen, zu bedenken. Wie man das bewerkstelligen will, sei noch völlig offen.

Weitaus luftiger und zumindest im Sommer an keine Hallenzeiten gebunden ist es in den Rängen der Leichtathleten. Auch wenn beim Gehrenberglauf der Andrang an Kindern enorm ist, scheint bei der Jugend Leichtathletik nicht ganz so hoch im Kurs zu stehen. "Gerade in der gemischten Gruppe ab elf Jahren gibt es noch Kapazitäten", sagt Michael Bauer.

Großen Anklang bei den Jugendlichen indes fand das Turncamp in Löffingen und das Internationale Deutsche Turnfest in Berlin. "Das ist sowas von wertvoll, dass neben dem sportlichen Aspekt durch solche Veranstaltungen auch das soziale Gefüge im Großen erfahren werden kann", betont Uwe Schäfer. Es gelte, aus den eigenen Rängen auch nach außen zu schauen und wachen Auges zu beobachten, was um einen herum passiere. "Das ist sehr wichtig für unseren Verein und für unsere Jugend."

Vom Verein verabschiedet hat sich nach zwölf Jahren die Tanzgruppe Remixx unter der Leitung von Sabrina Kloos und Sylvia Pasquale. Auch Kassiererin Nicole Duschl hat nach fünf Jahren ihr Amt niedergelegt, welches ab 2019 mit Heribert Stützle besetzt ist und bis dahin kommissarisch vom Vorsitzenden Uwe Schäfer sowie seiner Stellvertreterin Judith Bentele-Rid geführt wird. Zusammen mit Schriftführerin Bärbel Jelitte wurden sie für zwei weitere Jahre in ihrem Amt bestätigt.

Sie wurden bei der Jahresversammlung für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt (von links): Elvira Kneissler, Mark Jones, Rita Amann, Helmut Westermann, Hannelore Bublies, Silja Beck, Irmgard Rist, Roland Neubert, Vera Nykiel, Margit Stützle, Maria Haller.
Sie wurden bei der Jahresversammlung für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt (von links): Elvira Kneissler, Mark Jones, Rita Amann, Helmut Westermann, Hannelore Bublies, Silja Beck, Irmgard Rist, Roland Neubert, Vera Nykiel, Margit Stützle, Maria Haller. | Bild: Helga Stützenberger

Der Turnverein

Der Turnverein Markdorf ging 1977 mit rund 400 Mitgliedern an den Start. Heute verzeichnet er bei stetig ansteigenden Mitgliederzahlen 1325 Mitglieder. Angeboten werden mit insgesamt etwa 120 Wochenstunden rund 80 Kurse, die hauptsächlich mit Trainern und Übungsleitern aus den eigenen Reihen besetzt sind. Chronischer Übungsleitermangel herrscht beim Kinderturnen und beim Kindertanz sowie beim Volleyball der unter 15-Jährigen. Wer Interesse hat, eine Gruppe zu leiten, kann sich melden: http://www.tv-markdorf.de

 

Uwe Schäfer: "Hier wird Großes geleistet und da möchte ich mithelfen"

Herr Schäfer, was ist Ihre Motivation, weitere zwei Jahre dem Verein vorzustehen?

Es macht mir wirklich Spaß, mich für diesen Verein einzusetzen. Vor Weihnachten war ich zum Beispiel beim Nikolausturnen, bei dem Kinder und Jugendliche hauptsächlich ihren Eltern zeigen dürfen, was sie alles gelernt haben. Dieses Jahr haben die Mädchen- und Jungengruppen gemeinsam was aufgeführt und wir haben eine tolle Choreografie gepaart mit turnerischen Leistungen sehen können. Da war für mich spürbar, mit wie viel Engagement und Freude die Betreuer und Turner ans Werk gehen. Als Vorsitzender habe ich das große Bedürfnis, diesen Turnbetrieb – und alle anderen Abteilungen – bestmöglich zu unterstützen. Hier wird Großes geleistet und da möchte ich mithelfen!

Wie lässt sich auf lange Sicht dem Übungsleiter-Mangel entgegenwirken?

Die Anzahl der Übungsleiter und Helfer liegt immer so zwischen 70 und 90 Personen die letzten Jahre. Meiner Meinung nach müssen neue Übungsleiter überwiegend aus den Teilnehmern in den einzelnen Gruppen rekrutiert werden. Ich freue mich, dass das in Jugendgruppen erstaunlich oft gut klappt. Meine feste Überzeugung ist, dass mit guter Arbeit, gezielter Ansprache und Werbung sowie einem guten Programm auch in Zukunft Übungsleiter gefunden werden können. Alle Mithelfer sollen Spaß an der Betätigung haben, und deshalb ist es unsere ständige Aufgabe, diesen Spaß zu vermitteln.

Ist bei der Jugend ein Zuwachs zu verbuchen oder gehen immer weniger Jugendliche in einen Sportverein?

Die Altersverteilung bei den Mitgliedern zeigt klar, dass nach wie vor sehr viele Kinder das Programm des Turnvereins Markdorf nutzen und die Mitgliederzahl sich dann bis zur Gruppe der 18- bis 20-Jährigen auf ein niedrigeres Niveau einstellt. Das ist die letzten Jahre in etwa stabil und passt zur persönlichen Entwicklung, da viele in diesem Alter wegen Ausbildung oder Beruf Markdorf verlassen. Es ist aber auch zu beobachten, dass doch einige von den Jugendlichen, die in der Gegend bleiben, den Bezug zum Verein aufrecht erhalten oder sich auch aktiv einbringen. Hier zeigt sich, dass wir die Jahre zuvor gute Arbeit geleistet haben. (hst)