Im März dieses Jahres hatten Albin Ströbele und Franz Kieferle vom BUND Markdorf gemeinsam mit Stadt und Feuerwehr Nisthilfen am Hexenturm angebracht, damit Mauersegler und Turmfalken eine Anlauf- bzw. Anflugstelle haben. Da der Turmfalke am Hexenturm immer wieder Platzprobleme hatte, wurde ihm ein Brutkasten zur Verfügung gestellt. "Es ist sehr erfreulich, wie erfolgreich sich das entwickelt hat", so Kieferle, der bei einer Besichtigung im Juni fünf Turmfalkeneier vorgefunden hat. Die Befürchtung, dass sich Tauben einnisten, hatte sich nicht bestätigt.

Ströbele und Kieferle, die für das Projekt zuständig sind, möchten die Tiere in ihrem Umfeld nicht zu oft stören. "Wir beobachten aber einen regen Flugverkehr", so Kieferle. Grund dafür sei die Fütterung des Nachwuchses, denn aus den Eiern sind fünf junge Turmfalken geschlüpft, die Franz Kieferle bei einem Besuch am Wochenende entdeckt hat. Turmfalken schlüpfen nach 27 bis 29 Tagen, drei der jungen Falken waren bereits flügge. Kieferle schätzt ihr Alter auf rund 20 Tage. "Satt scheinen sie zu werden", sagt das BUND-Mitglied, der noch die ein oder andere tote Maus entdeckt hat.

Ein weiterer Höhepunkt ist die zweite Brut von Falken, die auf der Westseite stattgefunden hat. "Es ist sehr selten, dass zwei Paare am selben Turm brüten", sagt Franz Kieferle. Man spreche dann von Koloniebildung. Wie viele Turmfalken bei der zweiten Brut ausgeflogen sind, sei nicht bekannt. Da die Turmfalken als Paare zusammen bleiben, kann eine nächste Generation nicht ausgeschlossen werden.

Auch viele Mauersegler fühlen sich rund um den Hexenturm wohl. "Sie werden oft mit der Schwalbe verwechselt", so Kieferle. Die Mauersegler schlafen und leben in der Luft, von ihrem Nachwuchs ist allerdings nichts zu sehen. Die Männer vom BUND sind froh, dass die Maßnahme "ökologische Aufwertung" so gut funktioniert.