"Midnight Special", "Grandmaster Flash" oder "Volles Rohr" heißen sie. Und sie verheißen pyrotechnischen Genuss in der Silvesternacht. Die Rede ist von Feuerwerkskörpern in Batterie-Form. Versprochen werden unter diesen bisweilen kunstvollen Namen "Sternenbuketts", "Leucht-Bombetten", "Brokat-Kronen" und "Chrysanthemen-Schweife". Klingt bezaubernd und kann dies bei sachgemäßem Umgang durchaus auch sein.

Am Donnerstagabend nun konnte man sich bei einer pyrotechnischen Vorführung in Form eines Silvester-Warm-Ups auf dem Gelände des Hagebaumarkts Schneider von der Durchschlagkraft dieser Feuerwerkskörper überzeugen. Gesteuert wurde das Spektakel von Markdorfs staatlich geprüftem Pyrotechniker nach Paragraf 7, Bernd Raidl aus Fitzenweiler, der mit seiner Firma "Party-Service-Bodensee" rund ums Jahr pyrotechnische Events betreut. Und damit das "Volle Rohr" in der Silvesternacht nicht zum Rohrkrepierer wird, hat Bernd Raidl für den heimischen Gebrauch von Feuerwerk ganz schön viele und vor allem gute Tipps parat.

"Ich weiß aus Erfahrung, was alles passieren kann", sagt er. Für ihn ginge es in erster Linie darum, ein Feuerwerk zu entfachen, das unbedenklich zur Schau gestellt werden könne. Mit unbedenklich meint er etwa die einzuhaltenden Abstände zu den Geschützen. "In der Regel stehen die Personen viel zu dicht an den Böllern." Es gelte, mindestens den angegebenen Abstand einzuhalten, besser noch wären zirka 20 Meter, um die Zuschauer erstens nicht durch herunterfallende Hülsen und zweitens durch Querschläger zu gefährden. "Wenn ich mitbekomme, wie schräg manche Raketen einfach bloß in den Boden gesteckt werden, graut mir", sagt Raidl und rät zu einer elektronischen Fernzündung. "Die ist für wenig Geld erhältlich und kann jedes Jahr wieder benutzt werden."

Auch die CE-Norm sei unbedingt zu beachten, denn diese Prüfnummer garantiere für den deutschen Sicherheitsstandard. "Niemals Böller aus dem Ausland einführen", appelliert er an alle Hobby-Pyrotechniker. "Das kann im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden." Und sollte ein Böller einmal nicht hochgehen, "dann bloß Finger weg!", warnt Raidl. Mindestens zehn Minuten sollte man in diesem Fall abwarten, um den Kracher endgültig aufzugeben und ihn als Blindgänger zu deklarieren. "Es könnte immer noch etwas nachglimmen und schlimmstenfalls verspätet hochgehen."

 

Abbrennen von Feuerwerk

Silvesterfeuerwerkskörper dürfen in der Zeit vom 2. Januar bis zum 30. Dezember nicht angezündet werden. Davon ausgenommen sind ausgebildete Feuerwerker mit entsprechender Erlaubnis. Personen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr dürfen pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 (Feuerwerkskörper, die eine geringe Gefahr darstellen, einen geringen Schallpegel besitzen und die zur Verwendung in abgegrenzten Bereichen im Freien vorgesehen sind) auch am 31. Dezember und am 1. Januar nicht verwenden. Ausgenommen davon ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern unter dem Jahr zu Festen wie Hochzeiten, Geburtstagen, Firmen-Events oder etwa die Demonstration auf dem Schneider-Betriebsgelände, wozu es allerdings einer Sondergenehmigung bedarf.