Die Kritiker-Initiative, die den Bürgerentscheid zum Rathaus-Umzug ins Bischofsschloss herbeigeführt hatte (wir berichteten gestern), hat nun ihr Pendant: Mit einem Infostand präsentierte sich die neu gegründete Initiative "Unser Rathaus ins Bischofsschloss!" zum Wochenmarkt am Donnerstag vor dem Dosch-Haus in der Marktstraße. Nach eigener Aussage auf ihrem Flyer möchten die Initiatoren den mehrheitlichen Gemeinderatsbeschluss vom Juli zum Rathaus-Umzug ins Schloss stärken und suchen dafür Gleichgesinnte, wie Herta Köhler sagt.

Gemeinsam mit ihrem Mann Klaus sowie Berthold Haller und Annemarie Waibel gehört sie zum Sprecherteam der neuen Initiative, die sich bewusst auch als Gegenpart zur ablehnenden "Initiative Bischofsschloss" sieht. Bis zum Bürgerentscheid am 16. Dezember wollen sie nun regelmäßig Präsenz zeigen, öffentlich für ihr Ziel werben und weitere Unterstützer in der Markdorfer Bürgerschaft gewinnen.

Ein zentrales Anliegen nennt Waibel: Die Fragestellung des Bürgerentscheids sei extrem verwirrend. Denn wer fürs Rathaus im Schloss ist, muss mit "Nein" stimmen, da die Frage lautet "Sind Sie dafür, dass das Umzugsprojekt gestoppt wird?" "Auch darüber wollen wir die Leute informieren", sagt Waibel. Ansonsten biete man nun auch ein öffentliches Forum für alle Unterstützer der Rathauspläne. Dies seien bereits an die 100, sagt Waibel, was zeige, dass es in der Stadt durchaus Rückhalt für das Projekt gebe.

Für Klaus Köhler liegen die Gründe auf der Hand: "Wir sind der Meinung, dass das Rathaus die einzig sinnvolle Nutzung für das Bischofsschloss ist. Es bleibt öffentlich zugänglich, der Rittersaal und die Schlosskonzerte bleiben erhalten." Und, darauf verweist CDU-Stadtrat Simon Pfluger, der sich der Initiative angeschlossen hat, es bestünde dadurch eine "einmalige Chance", das bestehende Rathausareal komplett und gänzlich neu zu entwickeln.

Wer in Kontakt mit der Initiative treten möchte: Am Montag sind die Mitglieder von 11 Uhr bis 15 Uhr wieder mit ihrem Leiterwägele und ihren Flyern unterwegs in der Innenstadt.