Sie sagt es so nüchtern dahin, fast trocken. Sich offenbar sicher, dass niemand vermissen wird, was doch eigentlich den Kern ausmacht, das Wesen des Tangos. Eines Tanzes, den jeder verbindet mit schmachtenden Blicken, mit lasziver Geschmeidigkeit, mit vibrierender Sinnlichkeit auf dem Parkett. "Diese Musik ist nicht zum Tanzen", erklärt Andrea Ringendahl. Die Pianistin spricht von der Musik Astor Piazzollas. Der argentinische Komponist gilt als der Erfinder des "Tango nuevo". Piazzolla hat den volkstümlichen Tanz seiner Heimat mit der Klassik vermählt. Einerseits – auf der anderen Seite ließ Piazzolla jedoch auch Momente des Jazz, Elemente der klassischen Moderne einfließen, ja sogar der populären Rock-Musik, weshalb er in Argentinien heftig angefeindet wurde. Vor allem von jenen, für die nicht-tanzbare Tangos keine Tangos sind.

Den Gegenbeweis wird die Pianistin Andrea Ringendahl am 22. Januar im Rittersaal des Bischofschlosses antreten. Gemeinsam mit der Cellistin Natalya Welsch und Richard Nickel, der Saxofon und Querflöte spielen wird. Die drei haben sich vor einem Jahr zum "Trio Libertango" zusammengefunden und treten nun nach einigen Konzerten im östlichen Bodensee-Gebiet erstmals auch in Markdorf auf.

Und so unerhört Piazzollas Kompositionen in den Ohren der argentinischen Tanz-Tango-Puristen geklungen haben mögen, so selten gehört seien seine – inzwischen durchaus in den europäischen Konzerthäusern und Rundfunkprogrammen angekommenen Stücke – nun beim Auftritt von "Trio Libertango" im Rittersaal. Das erklärt Armin Bischofberger, der Vorsitzende des Vereins "klangWELT Rittersaal", dessen musikalischer Leiter, Christian Ringendahl, das Trio zu dem Konzert am kommenden Sonntag überredet hat. Die von Armin Bischofberger angesprochene Besonderheit liegt im Arrangement. "Trio Libertango"-Mitglied Richard Nickel hat die Piazzolla-Stücke neu arrangiert. Piazzollas vielknöpfigen Bandoneon nun durch Saxofon beziehungsweise Querflöte ersetzt. Für all jene aber, die den Tango immer nur mit Tanz verbinden, sei eine Aussage von Cellistin Natalya Welsch angeführt: "Piazzolla hat seine Musik nicht für die Füße geschrieben, sondern für die Herzen."

Das Konzert mit "Trio Libertango" am 22. Januar im Rittersaal beginnt um 18 Uhr. Kartenvorverkauf in der Buchhandlung Wälischmiller (13 Euro/ermäßigt 10 Euro).