70 Jahre lang war Liselotte Berger-Engelke ihrem Geschäft, dem Textilhaus Berger, treu und hat ihren Beruf dabei mit Herzblut, Hingabe und Liebe ausgeübt. Insgesamt 133 Jahre lang wurde das Haus in vier Generationen als Familienunternehmen geführt und war somit das älteste Einzelhandelsgeschäft in Markdorf.

Es war kein Nachfolger in Sicht, deshalb viel der Entschluss der rüstigen Geschäftsfrau, nun endgültig die Ladentüren zu schließen und in Rente zu gehen. „Ich wurde in den letzten Wochen oft auf der Straße angesprochen, wurde umarmt und habe sogar Küsschen bekommen. Alle sagen mir, dass Lädele brauchen wir doch“, erzählte Liselotte Berger-Engelke ihre Erlebnisse Bürgermeister Georg Riedmann, der sich bei ihr für ihr jahrelanges Engagement bedankte.

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Schicksalsschlag statt Geschäfts-Übergabe

Eigentlich war das Geschäft an ihren Sohn Günter Engelke bereits überschrieben, der das Geschäft einige Jahre auch führte. Doch er verstarb und es brauchte viel Kraft, nach dessen Tod, das Geschäft wieder zurück auf Liselotte Berger-Engelke umschreiben zu lassen. Mit der Unterstützung ihres zweiten Sohnes Berthold schaffte sie es aber letztendlich, den Laden in den vergangenen Jahren wieder selbst führen zu können. So wurde das älteste Textilgeschäft der Stadt von der ältesten Geschäftsführerin der Stadt geführt.

Liselotte Berger-Engelke liebte ihren Beruf

Als 17-jährige habe sie erstmals im Geschäft ihrer Familie gestanden und hätte diesen Beruf und die Menschen die zum Einkaufen kamen vom ersten Moment an geliebt. „Das Geschäft und die Leute werden mir schon arg fehlen“, erklärt die 86-Jährige. Sie versuche nun, das Ladengeschäft zu vermieten, erzählt Liselotte Berger-Engelke. Die Geschäftsführerin des Stadtmarketing-Vereins Markdorf, Lucie Fieber, habe versprochen bei der Suche nach einem Mieter zu helfen.

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„Ich werde jetzt erst mal mit meinem Porsche Markdorf unsicher machen“, freut sich die Geschäftsfrau. „Mit einem Porsche?“, wunderte sich Bürgermeister Georg Riedmann. „Ja mit meinem Rollator halt aber ich finde, Porsche hört sich besser an“, klärt ihn die 86-Jährige auf, die sich nun auf viele nette Begegnungen außerhalb des Geschäftes freut.