Der Markdorfer Hobbyrennfahrer Manuel Kreiter ist aus dem italienischen Rivanazzano zurückgekehrt, wo er mit seinem Team Drag Racing Bodensee am Dragsterrennen „Spring Nationals“ teilgenommen hat. Das ist ein Beschleunigungsrennen auf der Viertelmeile geradeaus. Es war ein bewegendes und auch trauriges Wochenende. Das Qualifying am Freitag wurde nach einem tödlichen Unfall eines Streckenpostens abgebrochen. Kreiter kam nicht mehr dran. „Am Samstag lief das Qualifying ganz normal, die Piste ist dann noch am besten befahrbar, weil sauber“, berichtet er.

Zielsetzung war es, das Rennauto „Elphie“ abzustimmen und für das Heimatrennen – „Nitrolympx vom 17. bis 19. August in Hockenheim – vorzubereiten. „Für Rivanazzano haben wir uns eine Zeit von 7,99 Sekunden oder besser auf der Viertelmeile vorgenommen“, erzählt Fahrer und Teamchef Kreiter. „Der vierte und letzte Qualifyinglauf war mit 8,08 Sekunden unsere dortige Bestzeit.“

Teammitglied Frederik Poliza kontrolliert und korrigiert den Luftdruck in den Hinterreifen. Schon minimalste Abweichungen sind ein Sicherheitsrisiko.
Teammitglied Frederik Poliza kontrolliert und korrigiert den Luftdruck in den Hinterreifen. Schon minimalste Abweichungen sind ein Sicherheitsrisiko. | Bild: Drag Racing Bodensee

Am Sonntag dann das Aus gleich im ersten Ausscheidungslauf. Kreiters Diagnose: „Zu aggressiv am Start und zu viel Leistung für die Piste. Das Auto brach nach den ersten rund 130 Metern aus, das konnte ich noch korrigieren. Als Elphie gleich danach ins Schlingern geriet, bin ich vom Gas und habe den Bremsschirm aktiviert – Sicherheit geht vor.“ Kreiter ist unterm Strich mit seinem Saisonstart dennoch zufrieden. „Wir haben jede Menge Daten gesammelt, um die Abstimmung des Rennautos weiter optimieren zu können.“ Das nächste Rennwochenende wird vom 6. bis 8. Juli das „Hills Race“ wiederum in Rivanazzano sein. Bis dahin wird beispielsweise an den Einstellungen für das Steuergerät der Lachgaszufuhr gearbeitet. „Die Piste dort hat auf Abschnitten unterschiedlichen Grip und wir wollen die Leistungsparameter so einstellen, dass wir auf jedem Abschnitt die optimale Traktion aufrecht erhalten können.“ Denn das Hauptaugenmerk liege auf Hockenheim. „Das ist sozusagen unser Heimspiel“, blickt Kreiter voraus.

Blick ins Fahrerlager mit Vorstartbereich der Rennveranstaltung "Spring Nationals" im italienischen Rivanazzano. Links "Little Blue", eine 78-er Corvette, die von Manuel Kreiter für Rennfahrer Gerahrd Dold umgebaut wurde. Rechts "Elphie", das Auto von Manuel Kreiter.
Blick ins Fahrerlager mit Vorstartbereich der Rennveranstaltung "Spring Nationals" im italienischen Rivanazzano. Links "Little Blue", eine 78-er Corvette, die von Manuel Kreiter für Rennfahrer Gerahrd Dold umgebaut wurde. Rechts "Elphie", das Auto von Manuel Kreiter. | Bild: Drag Racing Bodensee

Drag Racing Bodensee

Der Markdorfer Manuel Kreiter fährt mit seinem Team Drag Racing Bodensee Beschleunigungsrennen auf der Viertelmeile – etwas mehr als 400 Meter geradeaus. Sein Rennwagen war einst ein Chevrolet Bel Air, Baujahr 1955. Das Auto heißt "Elphie" und ist nach der giftgrüngesichtigen Hexe Elphaba, Zauberer von Oz, benannt worden, weil die Maschine bei Dragsterrennen gerne gezickt hat. Das Auto entwickelt mit einem 7,11-Liter-V 8-Saugmotor rund 950 PS – mit Lachgaszufuhr nochmals bis zu 750 PS mehr. Kreiter fährt in der höchsten Amateurklasse "Competition Eleminator". 2015 sowie 2016 hat er nach eigenem Bekunden mit seinem Team jeweils den Titel Deutscher Vizemeister geholt. Vergangenes Jahr sei wegen eines Getriebeschadens immerhin noch der dritte Platz der Deutschen Meisterschaft erreicht worden. (gan)