UBA macht's möglich. UBA steht für unterrichtsbegleitende Aktivitäten und ist ein Angebot für die Schüler des Schulverbunds am Markdorfer Bildungszentrum (BZM). An einem Nachmittag in der Woche sind je zwei Lehrer in der Klasse und es wird einmal etwas ganz Anderes gemacht als im üblichen Unterricht. Gestern stand der Einblick in die Arbeit von Suchhunden auf dem Programm. Sandra Weißenrieder und Stefanie Straub von "Suchhunde Bodensee", ein Anbieter von "Mantrailing"-Ausbildungen, erklärten den Schülern der Realschul-6b, wie das Suchen und Finden von Menschen funktioniert.

Es japst. Es wimmert. Es jault. Es kläfft. Und gelegentlich kommt auch ein zartes Knurren aus dem mit einem großen Tuch abgedeckten Transportkorb für Hunde. Kiwi protestiert. So heißt der fünf Monate alte Border Collie, den Sandra Weißenrieder und Stefanie Straub mitgebracht haben – neben Nala, neben Duke, der schwarz-weiß gefleckten Border-Collie-Dame sowie dem mit seinen fünf Jahren gleichfalls ausgewachsenen Labrador-Retriever. Und während Nala und Duke sich ihre ungewohnte Umgebung bereits erschnuppern durften, tappte Kiwi noch im Ungewissen. Im abgedeckten Korb konnte sie noch nicht sehen, dass sie in einem Klassenraum ist.

Das ist eine überaus verwirrende Umgebung für empfindsame Hundenasen, erläuterte Stefanie Straub den Kindern. Aufmerksam betrachteten sie die an die Leinwand projizierten Schaubilder: mit dem Querschnitt durch die Hundenase, in der 44 mal mehr Riechzellen sitzen als in menschlichen Nasen. Der – nur bei Hunde vorhandene – Mandelkern, der das Wahrnehmen von Gerüchen für die Vierbeiner zu einem emotionalen Ereignis macht, führe dazu, "dass sich unsere Hunde freuen, wenn sie jemanden erschnuppern dürfen", so Sandra Weißenrieder.

Die Freude schien indes ganz auf der Seite der Schüler. Da war kein Zögern. Bereitwillig wurde ein Armband hingehalten, damit Nala daran riecht. Währenddessen hatten sich Nicole, Leonie, Anna und Jasmine in einem anderen Klassenraum versteckt. Mit angelegtem Suchgeschirr trippelte die Border-Collie-Dame los. Konzentriert zog sie Hundeführerin Straub hinter sich her. Der wiederum die eigens abgeteilte Hälfte der 6b folgte. Den Gang lang, um die Ecke, in offene Klassenräume schnüffelnd, strebte Nala durch das Gebäude – bis sie vor den vier Mädchen stand, um ihre Belohnung zu bekommen. Außerdem gab es Lob und Streicheleinheiten von Stefanie Straub, aber auch von Nicole, Leonie, Anna und Jasmine. "Die ist ja mega-süß", findet Leonie. Auf Annas Urteil, "Hunde sind voll gut zum Schmusen", folgt bestätigendes Nicken. Daheim einen Hund zu haben, das wäre fast noch besser als das berühmte Pferd.