Das gibt’s in Markdorf nicht oft zu sehen: Bis zu 13 Störche haben sich am Montagabend kurz nach 17 Uhr auf dem First und Staffelgiebel des Turms des Bischofsschlosses versammelt. Was um alles in der Welt treiben die da? Jedenfalls gibt’s erst einmal eine Art Begrüßungszeremonie mit reichlich Storchengeplapper – äh Geklapper. Das Gefieder wird sortiert. Dann ist plötzlich wieder Ruhe.

Raum für vogelwilde Spekulationen

Das Freiluftschauspiel lässt Raum für vogelwilde Spekulationen: eine abendliche Andacht? Verwandte zu Besuch? Eine Storchenparty oder Storchenparade auf dem Schlossturm? Es könnte natürlich auch sein, dass die Adebare vorab besprechen wollen, wer demnächst wann mit wem in welcher Formation wieder gen Süden in wärmere Gefilde fliegt.

Vielleicht eine Casting-Show für Störche

Aber vielleicht geht’s ja auch um etwas ganz Anderes. So ausgiebig wie das Federkleid zurechtgezupft und glatt gestrichen wird, könnte es auch sein, das jeden Moment ein Storchen-Casting beginnt, um den nächsten Top-Klapperinterpreten oder das nächste Top Model zu ermitteln.

Der Casting-Gedanke drängt sich in Zeiten, in denen es noch immer Fernsehformate wie Deutschland sucht den Superstar, The Voice of Germany oder Germany’s next Top Model gibt, geradezu auf. Genau. Es kann sich ja nur um einen Testlauf von MNTS handeln – Markdorf’s next Top Storch. Oder doch um SGT? Stork’s got Talent, frei nach einer britischen Talentshow. Aber was denn nun? Jegliche Nachfrage wird mit eisernem Schweigen ignoriert. Noch ein Indiz für eine Castingshow. Da dürfen die Kandidaten im Regelfall auch keine Auskünfte geben, weil ja alles Top Secret, alles sooo streng geheim ist. Eben Plappern – äh Klappern – ist Silber, Schweigen ist Gold.