Wäre der Verkehr nicht, dann gäbe es in Ittendorf kaum Probleme. Aber der Verkehr belastet den Markdorfer Ortsteil, zum einen sind da die langjährigen Diskussionen um die Trassenführung B 31-neu zwischen Meersburg und Immenstaad.

"Hier wurden nun drei Hauptvarianten mit neun möglichen Trassen vorgestellt", sagt Ortsvorsteher Bernhard Grafmüller im Gespräch mit dem SÜDKURIER. "Es stimmt uns vorsichtig optimistisch, dass der Planungsfall 7.5 nicht mehr die favorisierte Trasse zu sein scheint", so der 63-Jährige, der von einer ergebnisoffenen Untersuchung spricht.

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Zum anderen wird es in der Ortsmitte an der Kreuzung am Ittendorfer "Adler" immer enger, nachdem der Verkehr von und in Richtung Ahausen zugenommen hat. "Das ist tatsächlich eine Engstelle für die wir eine Abhilfe schaffen müssen."

Zusätzliche Ampel als Lösung?

Derzeit laufen Anfragen beim Landratsamt für eine Änderung der Ampelanlage. Damit der Kreuzungsbereich frei bleibt, wäre es eine Möglichkeit eine zusätzliche Ampel vor die Kippenhauser Straße zu stellen, für die Autofahrer, die aus Meersburg kommen. "Das wurde vor Jahren schon einmal beantragt, aber irgendwie ist da nie etwas draus geworden", so Grafmülller.

Die Kreuzung am Ittendorfer "Adler" (links) ist zur einer Engstelle geworden. Hier wird derzeit an einer Lösung gearbeitet.
Die Kreuzung am Ittendorfer "Adler" (links) ist zur einer Engstelle geworden. Hier wird derzeit an einer Lösung gearbeitet. | Bild: BUESCHE,JOERG

Auch passiere es immer wieder, dass Autofahrer aus Ahausen kommend, in Richtung Markdorf über die Fußgängerampel fahren, obwohl diese Rot zeige. "Das ist eine Situation, für die wir eine Lösung finden müssen." Eine positive Meldung gibt es von der Bushaltestelle in Richtung Meersburg: Diese wurde Ende des Jahres barrierefrei ausgebaut.

Tempo 30 am Kindergarten

Auch in der Kippenhauser Straße hat sich 2018 viel getan. Im Bereich des Kindergartens gilt seit einigen Monaten Tempo 30. Zwar nur auf wenigen Metern, aber dies sei laut Grafmüller ein deutliches Zeichen dafür, dass Kinder eine höhere Priorität haben als schnelles Vorankommen. Das sei ein "schönes, freudiges Ergebnis" gewesen.

Auf Höhe des Kindergartens gilt in der Kippenhauser Straße seit einigen Monaten Tempo 30.
Auf Höhe des Kindergartens gilt in der Kippenhauser Straße seit einigen Monaten Tempo 30. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Als zu groß empfinden viele Ittendorfer die Neubauten in der Kippenhauser Straße. Es stehen zwei weitere ältere Häuser in der Straße leer und für Grafmüller und den Ortschaftsrat geht es nun darum, die Bebauung im Ortskern zu regulieren, aber natürlich auch den landwirtschaftlich geprägten Teil weiterzuentwickeln. "Wir müssen Richtlinien entwickeln", nennt Grafmüller ein Ziel für 2019.

Die Neubauten in der Kippenhauser Straße empfinden viele Ittendorfer als zu groß.
Die Neubauten in der Kippenhauser Straße empfinden viele Ittendorfer als zu groß. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Und noch ein Thema betrifft die Kippenhauser Straße: Außerhalb des Ortes wird die Straße über mehrere Jahre in drei Bauabschnitten saniert. "Die Straße ist schon in einem sehr schlechten Zustand", sagt Bernhard Grafmüller.

Ehemaliges Algemarin-Gelände: Kein Fortschritt

Keine Weiterentwicklung gibt es beim ehemaligen Algemarin-Gelände. Hier soll eine Wohnbebauung und eine geänderte gewerbliche Nutzung entstehen. Derzeit nutzt das Unternehmen Fetscher einen Großteil der Fläche als Lagerplatz wie auf der anderen Ortsseite "Am Briel". Dort wurde 2018 im Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ein Bebauungsplan aufgestellt, damit das Algemarin-Gelände bebaut werden kann und die Firma mehr Lagermöglichkeiten hat.

"Es gibt allerdings keinen Fortschritt in der Planung", sagt Grafmüller, der es schade findet, dass das Areal so zugestellt ist und in seinen Augen keinen schönen Anblick bietet. "Formal können wir nichts machen", bedauert der Ortsvorsteher die derzeitige Situation. Ob und wie es dort weitergeht, dazu wagt Bernhard Grafmüller keine Prognose.

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Keine Prognose möchte er auch darüber abgegeben, wie es mit dem "Il Paese" weitergeht. Das kleine italienische Restaurant ist seit Anfang Oktober geschlossen, er hofft, dass sich ein neuer Wirt findet. "Gerade unsere Vereinsmitglieder brauchen diese Wirtschaft, um sich zusammenzusetzen und auszutauschen". Der "Adler", der sich seit seiner Neueröffnung gut etabliert hat, spreche ein anderes Publikum an.

Das kleine italienische Restauran "Il Paese" an der Bundesstraße ist seit Anfang Oktober geschlossen. Die Hoffnung ist groß, dass sich ein neuer Wirt findet.
Das kleine italienische Restauran "Il Paese" an der Bundesstraße ist seit Anfang Oktober geschlossen. Die Hoffnung ist groß, dass sich ein neuer Wirt findet. | Bild: Nosswitz, Stefanie

2019 stehen Kommunalwahlen an. Bernhard Grafmüller möchte für Ortsschafts- und Gemeinderat kandidieren und stünde auch als Ortsvorsteher wieder zur Verfügung. Da der studierte Mathematiker im Sommer dieses Jahres in Rente geht, hätte er noch mehr Zeit für das Ehrenamt zur Verfügung. "Es macht mir große Freude", so Grafmüller. Neben den üblichen Veranstaltungen im Jahreskalender steht noch ein runder Geburtstag an: 40 Jahre Sportfreunde Ittendorf-Ahausen.