Das Rennen hat der Darm gemacht. Der Sachbuch-Bestseller von Giulia Enders "Darm mit Charme" steht auch in der Bibliothek am Bildungszentrum Markdorf unangefochten an der Spitze der meist ausgeliehenen Bücher. Es folgt „Kurkuma“ von Christina Wiedemann „Der Andrang in der Hobby-Ecke ist einfach am größten“, berichtet Bibliotheksleiterin Kornelia Schaub. Es gebe eine große Nachfrage nach Büchern zum Thema Kochen. „Überhaupt alles, was auf Kreativität abzielt“, beobachtet die Bibliotheksleiterin.

Ratgeber sind besonders beliebt

Titel zum Thema Heimwerken, Garten, aber auch Stricken seien besonders beliebt. Und manchmal leihen sich Leser eines dieser Hobby-Bücher auch mehrmals aus – bis sie es sich schließlich selber anschaffen, erzählt Kornelia Schaub. Das sei für sie ein Indikator dafür, dass die Bibliothek mit ihrem Angebot genau auf der Linie der Nutzer liege und deren Bedürfnisse ziemlich genau abbilde.

Den Kunden der Bibliothek steht eine ganze Reihe an Zeitschriften zur Verfügung – dies übrigens zum Teil auch online, wie Bibliothekarin Uschi Hütz erklärt.
Den Kunden der Bibliothek steht eine ganze Reihe an Zeitschriften zur Verfügung – dies übrigens zum Teil auch online, wie Bibliothekarin Uschi Hütz erklärt. | Bild: Jörg Büsche

CDs sind immer weniger gefragt

Kein Abbild der Nutzerbedürfnisse mehr ist laut Kornelia Schaub der Bestand an Audio-CDs. „Da ist die Nachfrage ganz drastisch zurückgegangen, die Leute leihen sich einfach keine CDs mehr aus.“ Die Erklärung dafür sei einfach: Einschlägig bekannte Streamingdienste wie Spotify, Deezer und Co. wachsen. Durch diese Angebote habe sich das Nutzerverhalten binnen weniger Jahre grundlegend verändert. „Und wahrscheinlich werden wir darauf reagieren und unser Angebot zurückfahren", erklärt die Bibliotheksleiterin.

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Anteil der E-Medien an Ausleihzahlen steigt

Ein sich änderndes Nutzerverhalten zeichne sich auch im Bereich der Online- oder E-Medien ab. Machte deren Anteil an den Gesamtausleihen 2016 noch 3,8 Prozent aus, so waren es 2017 schon sechs und 2018 sogar 8,8 Prozent. Die Möglichkeit, ein Buch oder eine Zeitschrift vom Rechner, Tablet oder dem Smartphone aus zu bestellen und zu lesen, werde gerne angenommen, so Kornelia Schaub.

Auch Daniel Fauser, 17, gehört zu den BZM-Schülern, die die Bibliothek in der unterrichtsfreien Zeit nutzen.
Auch Daniel Fauser, 17, gehört zu den BZM-Schülern, die die Bibliothek in der unterrichtsfreien Zeit nutzen. | Bild: Jörg Büsche

Rückläufige Zahlen bei Ausleihen und Lesern nach neun Jahren

Trotz solcher Zuwächse zeigen die Zahlen der Statistik für 2018 aber auch: Die Bibliothek am Bildungszentrum hat eine gewisse Sättigung erreicht. Das bereitet Bibliotheksleiterin Kornelia Schaub jedoch kein Kopfzerbrechen: „Das zeigt sich in allen Bibliotheken“, erklärt sie. „Nach etwa sieben Jahren des beständigen Zuwachses an Lesern und an Ausleihen geht es danach leicht zurück.“ In Markdorf sei diese Phase erst nach neun Jahren eingetreten und gestalte sich darüber hinaus recht moderat. Ob der Einbruch von 2018 auch am heißen Sommer gelegen haben könnte? Kornelia Schaub hält das durchaus für möglich.

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Viele nutzen Möglichkeit, Ausleihen online zu verlängern

Neuerungen gibt es in der Bibliothek in unterschiedlichen Bereichen. In der neuen Kleinkinderabteilung etwa gibt es nun mehr Platz für die kleinen Zuhörer. Darüber hinaus ist das Medienangebot erweitert worden. Eine andere Neuerung vom Herbst 2018 habe sich laut Kornelia Schaub sehr bewährt: die Möglichkeit, auf der Homepage der Bibliothek die Ausleihfristen selber zu verlängern. Das erspare den Bibliothekarinnen einige Arbeit. Arbeit, die sie stattdessen in die Pflege ihres Sortiments investieren können.

Von den insgesamt 3114 Bibliotheksnutzern sind 1460 Schüler.
Von den insgesamt 3114 Bibliotheksnutzern sind 1460 Schüler. | Bild: Jörg Büsche

Neues Angebot für Schüler soll bei Vorbereitung von Referaten helfen

Recht arbeitsintensiv gestaltet sich nach Angaben der Bibliotheksleiterin ein spezielles Angebot für die Schüler: Neben der bisherigen Bibliotheksführung bieten die Mitarbeiterinnen neuerdings auch eine Recherche-Übung an. Dabei lernen die Jugendlichen, zielgerichtet Medien zu suchen und zu bibliografieren. Dieses Wissen soll bei der Vorbereitung von Referaten helfen.