Bei Mathias Wehr, einem jungen Komponisten aus Nürnberg hatte das Ensemble einen "Stadtkapellen-Marsch" und den "Jahresreigen" in Auftrag gegeben. "Vereine wie der ihre und das darin gezeigte ehrenamtliche Engagement", wandte sich Lothar Riebsamen an die Musiker, "sind der Klebstoff in unserer Gesellschaft." Der CDU-Bundestagsabgeordnete war der Schirmherr des Festakts.

150 Jahre Stadtkapelle – die Geschenke der Gäste wiesen jedoch in die Zukunft. So überreichten Markus Steiner und Andreas Reck, erster Vorsitzender und dessen Stellvertreter des Musikvereins Ittendorf, ein kleines Apfelbäumchen. Birgit Beck, Zunftmeisterin der Historischen Narrenzunft, übergab einen ebenso symbolischen Geldbetrag, der für die Jugendarbeit anzulegen sei.

Die beiden Dirigenten Thomas Halfer und Reiner Hobe freuen sich über den Gesamtchor der Bürgermusik Mäder und der Stadtkapelle.
Die beiden Dirigenten Thomas Halfer und Reiner Hobe freuen sich über den Gesamtchor der Bürgermusik Mäder und der Stadtkapelle. | Bild: Jörg Büsche

Wie erfolgreich die Nachwuchsförderung ist, sprachen alle Festredner an. Markdorf Bürgermeister Georg Riedmann lobte die Erfolge der Gemeinschaftsjugendkapelle. Ebenso würdigte Riedmann die enge Kooperation mit der Musikschule Markdorf. Egbert Benz, selber lange Jahre Vorsitzender der Stadtkapelle und nun zweiter stellvertretender Präsident des Blasmusikverbands Bodenseekreis, beleuchtete den innovativen Charakter dieser vereinsübergreifenden Jugendarbeit. Und Schirmherr Lothar Riebsamen bezeichnete diese "großartigen Jugendarbeit" als einen bisher nicht erkannten Beitrag zur Bildung, der die deutschen Jugendlichen im internationalen Kompetenz-Vergleich vorrücken ließe – wenn er denn gemessen würde.

Begeistert vom Auftritt der Stadtkapelle: das Publikum beim Festakt in der Stadthalle.
Begeistert vom Auftritt der Stadtkapelle: das Publikum beim Festakt in der Stadthalle. | Bild: Jörg Büsche

"Sie sind nicht der einzige Verein, der sein 150-jähriges Bestehen feiert." So rief der CDU-Bundestagsabgeordnete jene historische Phase vor anderthalb Jahrhunderten in Erinnerung, in der sich auch in Deutschland so etwas wie eine bürgerliche Öffentlichkeit etabliert habe. Musik-, Gesangs und Turnvereine wurden Träger bürgerlichen Selbstbewusstseins, erklärte Riebsamen. In ihnen begegnete freiwilliges bürgerschaftliches Engagement. Und das begegne hier noch immer. Auf rund 50 Milliarden Euro bezifferte Riebsamen den Geldwert solcher Leistungen. Riebsamen versprach auch, dass das neue Berliner Heimat-Ministerium sich bemühen werde, den Vereinen jene Hürden aus dem Weg zu räumen, die verstärkte Sicherheitsauflagen derzeit aufbauen.

Klarinettist Martin Weiss spielt mit in der Bürgermusik Mäder.
Klarinettist Martin Weiss spielt mit in der Bürgermusik Mäder. | Bild: Jörg Büsche

Auf die finanziellen Stützen der Stadtkapelle waren Brigitte Waldenmaier und Jens Neumann, die Vorsitzende und ihr Vize, eingegangen. Sie dankten den Sponsoren, aber auch der Stadt für deren Hilfestellungen. Und sie vergaßen auch nicht die befreundeten Vereine.

Bedankt sich bei den Mitgliedern und allen Unterstützern der Stadtkapelle: Vorsitzende Brigitte Waldenmaier.
Bedankt sich bei den Mitgliedern und allen Unterstützern der Stadtkapelle: Vorsitzende Brigitte Waldenmaier. | Bild: Jörg Büsche

Das Programm

Zu den musikalischen Höhepunkten haben die beiden Welturaufführungen von Kompositionen Mathias Wehrs gehört. Dessen Stadtkapellen-Marsch und dessen "Jahresreigen" spielte die Stadtkapelle unter der Leitung von ihrem Dirigenten Reiner Hobe. Außerdem ist die von Thomas Halfer dirigierte "Bürgermusik Mäder" aufgetreten – neben Britta Lutz und Claudius Jehle vom Improvisationstheater "Utobia". Die neue Festschrift wurde zum Verkauf angeboten. Außerdem gab es eine Ausstellung zur Stadtkapellen-Geschichte.

Im Juli lädt die Stadtkapelle zu einem Open-Air-Festival in der Innenstadt ein – mit Max Mutzke plus seiner Band Monopunk und der Südwestdeutschen Philharmonie, Otto und den Friesenjungs, Gentleman, LaBrassBanda und mit einem Tag der Blasmusik.