Eine Neufassung der Friedhofssatzung mit neuem Gebührenverzeichnis und sprachlichen Anpassungen hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung am Dienstagabend beschlossen.

Stadt ist zu besserer Kostendeckung verpflichtet

Damit werden Gebühren schrittweise jeweils zum 1. Januar 2020, 2021 und 2022 erhöht, um bessere Kostendeckung zu erreichen. Dazu ist die Stadt nach gesetzlichen Vorgaben verpflichtet. Derzeit liegt der Kostendeckungsgrad bei gerundet 58 Prozent. In den nächsten Jahren soll dieser auf 70, 75 und 80 Prozent gesteigert werden.

Grabnutzungsgebühren als Knackpunkt

Knackpunkt in der Diskussion und Beratung waren die Grabnutzungsgebühren für die Ortsteile. Die Stadtverwaltung hat in den Beratungsunterlagen auf eine grundsätzliche Problematik hingewiesen, dass bei Gebührenkalkulationen für öffentliche Einrichtungen sozusagen „alle in einem Boot“ sitzen. Deshalb seien im Sinne der Gleichbehandlung für alle Friedhöfe je nach Grabnutzung dieselben Gebührensätze erhoben werden.

Simon Pfluger (CDU), Stadt- und Ortschaftsrat: „In den Ortsteilen gibt es einfach nicht alle Grabtypen, der Standard ist geringer.“
Simon Pfluger (CDU), Stadt- und Ortschaftsrat: „In den Ortsteilen gibt es einfach nicht alle Grabtypen, der Standard ist geringer.“ | Bild: CDU

Die Ortschaftsräte Ittendorf und Riedheim haben am Montagabend zwar grundsätzliche Zustimmung für die Erhöhungen empfohlen, doch war dies mit der Forderung verbunden, dass die bisher gewährten Rabatte für die Friedhöfe in Ittendorf, Bergheim und Hepbach mit einem prozentualen Abschlag der Grabnutzungsgebühren beizubehalten.

Bernhard Grafmüller (UWG), Ortsvorsteher und Stadtrat: „In anderen Städten ist es durchaus üblich, dass für Friedhöfe unterschiedliche Gebühren erhoben werden.“
Bernhard Grafmüller (UWG), Ortsvorsteher und Stadtrat: „In anderen Städten ist es durchaus üblich, dass für Friedhöfe unterschiedliche Gebühren erhoben werden.“ | Bild: UWG

Simon Pfluger (CDU), Stadtrat und Ortschaftsrat Ittendorf, erklärte: „In den Ortsteilen gibt es einfach nicht alle Grabtypen, der Standard ist geringer. In Ittendorf gibt es keine Aussegnungshalle. Die Gräber sind schmaler und das Friedhofsgrundstück wird von der Kirche kostenlos zur Verfügung gestellt.“ Bei einem Reihengrab komme die Erhöhung am Ende fast einer Vervierfachung gleich. Ortsvorsteher Bernhard Grafmüller ergänzte: „In anderen Städten ist es durchaus üblich, dass für Friedhöfe unterschiedliche Gebühren erhoben werden.“

Erhöhung nach rund neun Jahren nötig

Stadtrat Dietmar Bitzenhofer argumentierte, dass nach rund neun Jahren die Gebührenerhöhung notwendig sei. Allerdings: „Wenn wir für die Ortsteile eine Lösung finden, wäre das gut.“ Stadtrat Wolfgang Zimmermann forderte, „wir müssen uns darüber einig werden, ob einheitliche Gebühren für alle Friedhöfe gelten. Wenn wir weitermachen wie bisher, könnte das angreifbar machen“. Der Gemeinderat hat schließlich mehrheitlich beschlossen, die Ortsteilrabatte beizubehalten.

Der Gemeinderat zudem beschlossen, dass mit Wirkung zum 1. November 2019 die Vergütungen für das Herstellen von Gräbern erhöht werden, was vertraglich mit dem Bestattungsinstitut Vogt zu regeln ist.

Blick auf einige Grabnutzungsgebühren

Beispiele für Grabnutzungsgebühren aus dem vom Gemeinderat beschlossenen Gebührenverzeichnis – in den Ortsteilen mit Rabatt.

  • Markdorf, Reihengrab Erdbestattung für Erwachsene und Kinder über zehn Jahren: 2320 Euro ab Januar 2020; 2540 Euro ab Januar 2021; 2770 Euro ab Januar 2022.
  • Bergheim und Hepbach, Reihengrab Erdbestattung für Erwachsene und Kinder über zehn Jahren: 1856 Euro ab Januar 2020; 2032 Euro ab Januar 2021; 2216 Euro ab Januar 2022.
  • Ittendorf, Reihengrab Erdbestattung für Erwachsene und Kinder über zehn Jahren: 1624 Euro ab Januar 2020; 1778 Euro ab Januar 2021; 1939 Euro ab Januar 2022.
  • Markdorf, Urnenreihengrab: 1240 Euro ab Januar 2020; 1370 Euro ab Januar 2021; 1490 Euro ab Januar 2022.
  • Bergheim, Hepbach und Ittendorf, Urnenreihengrab: 992 Euro ab Januar 2021; 1096 Euro ab Januar 2021; 1192 Euro ab Januar 2022.
  • Markdorf, Wahlgrab einfache Breite: 2530 Euro ab Januar 2020; 2780 Euro ab Januar 2021; 3030 Euro ab Januar 2022.
  • Bergheim und Hepbach, Wahlgrab einfache Breite: 2248 Euro ab Januar 2020; 2471 Euro ab Januar 2021; 2693 Euro ab Januar 2022.
  • Markdorf, Wahlgrab doppelte Breite: 3740 Euro ab Januar 2020; 4110 Euro ab Januar 2021; 4480 Euro ab Januar 2022.
  • Bergheim und Hepbach, Wahlgrab doppelte Breite: 3324 Euro ab Januar; 3653 Euro ab Januar 2021; 3982 Euro ab Januar 2022.
  • Markdorf, Urnenwahlgrab: 1990 Euro ab Januar 2020; 2190 Euro ab Januar 2021; 2380 Euro ab Januar 2022.
  • Bergheim, Hepbach und Ittendorf, Urnenwahlgrab: 1658 Euro ab Januar 2020; 1824 Euro ab Januar 2021; 1983 Euro ab Januar 2022 (Quelle: Stadt Markdorf).