Der Informationsabend Fotovoltaik fällt aus. Die Mitstreiter des Markdorfer Sonnenkraft-Netzwerks hatten ihn ursprünglich für den 1. April geplant. Sie wollten in der Stadthalle Bürger mit Fachleuten aus dem Bereich solare Energiegewinnung ins Gespräch bringen. Doch die Corona-Krise machte den Sonnenkraft-Netzwerkern nun einen Strich durch die Rechnung. Zusammenkünfte und Veranstaltungen jedweder Art sind untersagt.

Stopp des Klimawandels ein Anliegen des Sonnenkraft-Netzwerks

„Unseren Informationsabend werden wir natürlich nachholen“, erklärte nun Karl King, Hauptkoordinator des Markdorfer Sonnenkraft-Netzwerks (MSN). Die Schutzmaßnahmen gegen das derzeit grassierende Coronavirus seien wichtig. Gleichzeitig aber wies King darauf hin, dass das Anliegen des Sonnenkraft-Netzwerks in Zukunft kaum weniger wichtig sei. Schließlich gelte es, den Klimawandel zu stoppen, der die Menschen ebenfalls bedroht – wenn auch aktuell weniger offensichtlich. Und „einen wirksamen Impfstoff, den wird es, wenn die Klimakatastrophe erst eingetreten ist, nicht geben“, sagt Karl King. Dann sei endgültig alles zu spät.

„Klimaschutz muss konsequent auf allen Ebenen betrieben werden“

Noch bestehe Hoffnung und ein gewisser Handlungsspielraum, erklärte King. Noch habe der Klimaschutz eine Chance. „Wenn er konsequent auf allen Ebenen betrieben wird“ – von Bund, Land, Kommunen und nicht zuletzt von den Bürgern. Bei ihnen und auf kommunaler Ebene sieht King einen gewissen Nachholbedarf. „Schauen Sie sich doch um in der Stadt – es gibt Fotovoltaik-Anlagen auf einigen Dächern, aber viel zu wenige.“

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Zahl der Anlagen muss „mindestens um den Faktor vier“ steigen

Damit die vereinbarten Klimaziele noch erreicht werden könnten, müssten die Wind- und Sonnenkraft-Anlagen noch erheblich ausgebaut werden. „Mindestens um den Faktor vier“, fordert King. Der MSN-Koordinator vermisst hier die Initiative der Kommune.

Drei Bürgerdächer in Markdorf dürfen erst der Anfang sein

Die drei solaren Bürgerdächer, die die Stadt im Zuge der Lokalen Agenda 21 zur Verfügung gestellt habe, dürften erst ein Anfang sein. „Seit der Stadthalle, der Leimbacher Mehrzeckhalle und dem Feuerwehrhaus ist ja kein weiteres Dach dazugekommen – da kann man sich schon mehr wünschen“, erklärt King. Er räumt aber ein, dass ein mögliches Bürgerdach-Projekt auf der Jakob-Gretser-Grundschule so lange auf Eis liegen muss, wie die weitere Entwicklung dort unklar bleibt.

Hat gut lachen, trotz Ost-West-Ausrichtung seines Daches: Martin Rück mit seinen Solar-Kollektoren und -Zellen auf dem Dach.
Hat gut lachen, trotz Ost-West-Ausrichtung seines Daches: Martin Rück mit seinen Solar-Kollektoren und -Zellen auf dem Dach. | Bild: Jörg Büsche

Hausbesitzer haben finanzielle Vorteile durch Fotovoltaikanlagen

Große Hoffnung setzt das Netzwerk auf die Bürger. Peter Krupinski verweist auf den Vorteil, den jeder Hausbesitzer aus der Installation einer Fotovoltaikanlage zieht. „Da muss man gar nicht unbedingt das Klima retten wollen – der Investition von 16.000 Euro steht nach 20 Jahren eine Gesamtersparnis von 13.000 Euro gegenüber.“

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Nach 20 Jahren Gesamtersparnis von 13.000 Euro

Der Eigenbedarf sei dabei bezahlt, eine zusätzliche Einnahme durch Netzeinspeisung berücksichtigt, sodass die 13.000 Euro quasi auf das Konto des Anlagenbesitzers fließen. „In der Regel aber“, ergänzt MSN-Mitglied Robert Rid, „halten moderne Solaranlagen länger als 20 Jahre.“ Folglich erhöhe sich dieser Gewinn. Die Vorteile der Solarmodule auf dem Dach, berichtet Karl King von seinen eigenen Erfahrungen, machten sich direkt im Geldbeutel bemerkbar: „Aus dem Netz kostet der Strom 30, von der eigenen Solaranlage nur 10 Cent.“

Stadtrundgänge und Gespräche mit Anlagenbesitzern geplant

Dass so viele Hausbesitzer beim Thema Solarenergie zögern, erklärt sich King mit dem Mangel an Informationen. Zahlreiche Missverständnisse machten die Runde. Das will das Netzwerk ändern. „Zum Beispiel mit unserem Informationsabend“, sagt Krupinski, auch mit Stadtrundgängen und Gesprächen mit Besitzern von Solaranlagen. Beides laufe an, sobald die Corona-Krise ausgestanden ist. Bis dahin könne sich jeder an das Netzwerk wenden, um mehr zu erfahren.

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