Das kommunale Jugendreferat wird neu aufgebaut. Dafür hatte die Stadt zwei 75-Prozent-Stellen ausgeschrieben. Mit Simone Carl hat nun die neue Jugendbeauftragte ihre Arbeit aufgenommen – voraussichtlich ab April wird Ralf Waldenmayer seine Stelle antreten. „Wir haben uns aus gegebenem Anlass entschieden, das Jugendreferat auf zwei Gleisen aufzubauen“, sagt Bürgermeister Georg Riedmann bei der offiziellen Vorstellung der 30-jährigen Sozialarbeiterin aus Langenargen. Zum einen soll die Arbeit von Wolfgang Butschan, der im September nach schwerer Krankheit verstorben ist, fortgeführt und weiterentwickelt werden. Auf der anderen Seite soll das Thema „Jugendbeteiligung“ aufgebaut werden. In der „minimalen Hierarchie“, die es laut Riedmann im neuen Jugendreferat gebe, werde Simone Carl den Hut aufhaben. Wie die genaue Aufgabenverteilung zwischen Carl und Waldenmayer aussehe, werde sich entwickeln.

„Für mich ist wichtig, dass auch die Kinder und Jugendlichen ihre Schwerpunkte formulieren“, so Carl, die in Freiburg „Soziale Arbeit“ studiert hat und viele Jahre beim Roten Kreuz tätig war. Zunächst werde sie den Kontakt mit den Jugendlichen suchen und sich mit ihnen über einen der dringlichsten Wünsche – einen Treffpunkt – austauschen. „Mir geht es darum, eine Bedarfsanalyse zu machen, um zu sehen, um was es den Jugendlichen dabei wirklich geht“, sagt Carl, deren Büro nur wenige Schritte vom Jugendcafé Zepp entfernt liegt, das derzeit geschlossen ist. „Hier sind wir mit Linde Butschan im Gespräch, wie und wann wir das Zepp wieder beleben können“, berichtet Simone Carl.

Ein großes Anliegen wird es sein, die beliebten Ferienspiele auf der Weiherwiese wieder stattfinden zu lassen. Diese mussten im vergangenen Jahr abgesagt werden. „Wir wären alle sehr froh, wenn das Jugendreferat ihr ‚Go' für die Ferienspiele geben würde“, so Georg Riedmann. Die ehrenamtlichen Betreuer ließen sich bestimmt sofort wieder motivieren. Simone Carl ist positiver Dinge, vor allem da ihr neuer Kollege, Erlebnispädagoge ist.

Simone Carl hat den Eindruck, dass es in Markdorf zu viele Angebote für jüngere Kinder gibt und ein großer Teil der Jugendlichen in Vereinen aktiv ist. „Die Frage wird sein, ob wir diejenigen erreichen können, die noch keinen Anschluss gefunden haben“, sagt die 30-Jähige und meint damit auch Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien. Auch hier gelte es Kontakte aufzubauen und Stimmungen einzufangen – was ist cool, was ist angesagt, worauf haben die 14- bis 18-Jährigen Lust? Die Ergebnisse der Beteiligungswerkstatt, an der im November in der Stadthalle rund 80 Jugendliche teilgenommen hatten, hat sie sich angeschaut. Beim Thema „Veranstaltungen“ kann sie sich gut vorstellen, gemeinsam mit den Jugendlichen etwas auf die Beine zu stellen. Bürgermeister Georg Riedmann würde es begrüßen, wenn man ein jugendliches Festprogramm zum Stadtjubiläum 2017 entwickeln könnte.