Die Schulen am Bildungszentrum Markdorf wachsen. Veronika Elflein, Leiterin der Realschule und Roger Brand, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums, freuen sich über steigende Anmeldezahlen für die fünften Klassen für das Schuljahr 2019/2020.

An der Realschule liegen derzeit 126 Anmeldungen, am Gymnasium 127 Anmeldungen vor. Das bedeutet: Beide Schulen starten im September mit einer Fünfzügigkeit, denn der Klassenteiler liegt bei 30 Schülern.

Sondergenehmigung für Fünfzügigkeit

Am Gymnasium ist das laut Roger Brand eine "Sensation", denn dort ist im Gegensatz zur Realschule eine Vierzügigkeit vorgesehen. Für die Fünfzügigkeit musste eine Sondergenehmigung des Regierungspräsidiums eingeholt werden. "Da müssen 36 Deputatsstunden mehr eingeplant werden", so Roger Brand.

Die neuen Fünftklässler profitieren von der Situation: Sie sind in kleinere Klassenverbände eingeteilt und können von den Lehrkräften besser betreut werden. "Es gibt landesweit viele Schulen, die kämpfen müssen, da die Schülerzahlen absteigend sind", sagt Brand. In Markdorf ist das nicht der Fall.

Bei der Realschule ist eine Fünfzügigkeit nichts Außergewöhnliches. "Wir sind gut aufgestellt. Auch unsere sechsten und siebten Klassen sind fünfzügig", erklärt Elflein, die genügend Bewerbungen auf Lehrerstellen vorliegen hat.

Bilingualer Zug sehr nachgefragt

Die Nachfrage erklärt die Schulleiterin unter anderem damit, dass die Info-Nachmittage, an denen sich die Schule vorstellt, sehr gut angenommen werden. "Die Eltern sich kritischer geworden und informieren sich", erklärt Elflein. "Wir zeigen unsere Stärken, müssen aber auch ehrlich bleiben". Zu den Stärken zählen laut der Rektorin, eine flexible und kostenlose Ganztagesbetreuung, das digitale Profil und der bilinguale Zug.

Hier liegen für 30 Plätze derzeit 36 Anmeldungen vor. "Wir müssen leider sechs Absagen erteilen", sagt Elflein. Diese Schüler werden dann in den anderen Klassen aufgenommen. Das Interesse an dem Zug sei groß, daher werden Beratungsgespräche geführt, die die Grundlage für die Auswahl bilden.

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Es hat auch Eltern gegeben, die mit einer Werkrealschulempfehlung des Kindes an die Realschule zur Anmeldung gekommen sind. "Da schauen wird genauer hin und versuchen für das Kind die beste Lösung zu finden", sagt Elflein.

Es gebe ausreichend Fördermöglichkeiten an der Realschule, betont die Rektorin, nur für "sehr sehr schwache Kinder kann es schwierig werden". Die Werkrealschule läuft am Bildungszentrum aus, die letzten Werkrealschüler befinden sich ab dem kommenden Schuljahr in den Klassen 8 bis 10.

Gymnasium als Modellschule für G 8

Das Gymnasium am Bildungszentrum gehört zu 44 Modellschulen in Baden-Württemberg, die den G 9-Zug anbieten. "Ganz wenige haben bei nach G 8 gefragt, aber die verweisen wir nach Überlingen", erklärt Roger Brand.

Die letzte G 8-Klasse befindet sich derzeit in der achten Klasse, seitdem gibt es nur G 9-Klassen – wie an allen Modellschulen. Wie es damit weitergeht, ist laut Brand offen. "Ein Schulversuch kann auch auslaufen."

Das Gymnasium und die Realschule starten im September mit je fünf fünfte Klassen ins Schuljahr.
Das Gymnasium und die Realschule starten im September mit je fünf fünfte Klassen ins Schuljahr. | Bild: Santini, Jenna

Auch am Gymnasium sei der Tag der offenen Tür auf große Resonanz gestoßen. Als Pluspunkte zählt Roger Brand die Fördermöglichkeiten und die Nachmittagsbetreuung bis 15.30 Uhr auf. "Gerade Letzteres wird immer mehr genutzt", so der stellvertretende Schulleiter.

Noch ein weiterer Punkt scheint bei den Eltern gut anzukommen. "Wir garantieren, dass bis inklusive Klasse 9 die erste Stunde nicht ausfällt", sagt Brand – sowohl am Gymnasium als auch an der Realschule.

Anmeldungen aus zehn Grundschulen

Am Gymnasium liegen Anmeldungen von Eltern aus zehn verschiedenen Grundschulen vor. "Unser Verbreitungsgebiet ist sehr groß", sagt Roger Brand. Das reiche von Salem über Uhldingen, Deggenhausertal bis nach Friedrichshafen-Fischbach. "Das verläuft wellenartig", hat Brand beobachtet.

So sei es vor einigen Jahren normal gewesen, dass Schüler aus dem Deggenhausertal nach Wilhelmsdorf auf die Schule gehen. Nun haben die Anmeldungen aus dem Deggenhausertal wieder zugenommen. Auch am Gymnasium werden mit den Eltern persönliche Gespräche geführt.

Neue Gemeinschaft soll entstehen

Die Einteilung der fünften Klassen nach Grundschulverbänden wurde aufgelöst, berichtet Brand. "Man darf sich natürlich zwei, drei Freunde in die Klasse wünschen, aber wir unterstützen es, wenn nach der Grundschule ein Neustart erfolgt und sich eine neue Gemeinschaft gründet."

Für die neuen Fünftklässler bietet das Gymnasium im Juli einen Schnuppernachmittag an, an der Realschule geht es vor den Herbstferien für drei Tage auf eine Hütte.

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Aus der Erfahrung heraus, berichtet Veronika Elflein, dass die Klassen in der Realschule wachsen, da Schüler vom Gymnasium oder der Gemeinschaftsschule wechseln.

Im Vorjahr lag die Zahl der Anmeldungen an der Realschule bei 100, am Gymnasium bei 120. "Die Zahlen könnten sich noch ändern, da kommen Anmeldungen dazu oder es fällt jemand weg", so Elflein.