„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus...“ Sommerzeit ist Badezeit. Es stellt sich aber auch die Frage, kann mein Kind schwimmen? Eltern, Lehrer und Bademeister wünschen sich, dass die Grundschulkinder in der Lage sind, zumindest eine kurze Strecke schwimmen zu können. Bademeister und Schwimmlehrer Uwe Hamann sieht es sogar als Notwenigkeit an: „Wir leben hier am Bodensee, da sollte sich jedes Kind ab fünf zumindest über Wasser halten können.“ Vom sicheren Schwimmen kann man aber erst ab dem Bronzenen Jugendschwimmabzeichen sprechen, lautet es in der Definition der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG).

Das könnte Sie auch interessieren

Mit dem Mangel an Schwimmhallen oder aufgrund personalbedingten Schließungen in der Region, gibt es weniger Vereinsangebote sowie Gelegenheiten für Schwimmunterricht in den Grundschulen. Die Anfängerkurse sind rar und die Wartelisten sind lang, bestätigt Schwimmhallenbetreiber Hamann. Der erfahrene Rettungsschwimmer bietet Müttern mit ihren Babys ab dem dritten Lebensmonat in Uhldingen und Wittenhofen Babyschwimmkurse an.

Das könnte Sie auch interessieren

Bis zum 22. Monat haben die Kleinen die Möglichkeit, sich mit dem Nass vertraut zu machen und „werden dabei zu richtigen Wasserratten“, freut sich Hamann. Im Anschluss gibt es die Gelegenheit eines Kinderschwimmkurses ab dem vierten Lebensjahr, der für jedes Kind mit einem Abzeichen endet, versichert Schwimmlehrer Hamann. Diese zweiwöchigen Kurse werden jährlich in den Pfingst- und Sommerferien ebenfalls in den Schwimmbädern von Uhlingen und Wittenhofen veranstaltet und von Hamann sowie seiner erfahrenen Kollegin durchgeführt.

Der Pfingstferienschwimmkurs in Uhldingen-Mühlhofen. Nico Illmensee zeigt von Beckenrand den Kindern die Schwimmzüge während Nadine Illmensee, Uwe Hamann und Bea Senger die Kleinen direkt im Wasser unterstützen.
Der Pfingstferienschwimmkurs in Uhldingen-Mühlhofen. Nico Illmensee zeigt von Beckenrand den Kindern die Schwimmzüge während Nadine Illmensee, Uwe Hamann und Bea Senger die Kleinen direkt im Wasser unterstützen. | Bild: Kerstin Oettle

Lilly hat mit ihren fünf Jahren die erste Woche Schwimmkurs hinter sich und kann bereits den Schwimmgürtel weglassen, erzählt Mutter Andrea Weinmann stolz. „Ich habe am Anmeldetag viel Geduld am Telefon bewiesen, um einen Platz für meine Tochter zu bekommen, denn aus der positiven Erfahrung mit meinem älteren Sohn weiß ich um den Spaß und den Erfolg für die Kinder während der zwei Wochen“, fügt die Bermatingerin hinzu. „Durch den guten Umgang mit den Kindern sowie die fast eins zu zwei Betreuung während des Kurses, konnte ich meine sechsjährigen Zwillinge gut Loslassen“, berichtet Simone Raither, „die Angst vor dem Wasser hatten“, ist die Neufracherin erleichtert.

Unterschiedliche Ausrichtung

Mit dem Seepferdchen haben die Kinder die Möglichkeit ab dem fünften Lebensjahr, jede Woche in den DLRG- Ortsgruppen Markdorf/Bermatingen und Meersburg, in der Uhldinger sowie in der Wittenhofener Schwimmhalle zu trainieren. „Bei uns steht die Vielseitigkeit im Vordergrund“, erklärt DLRG Ausbildungsleiterin Lisa Tauschinsky. „Das bedeutet Schwimmen ist ein Teil der Ausbildung bis zum zehnten Lebensjahr, danach kommen die Rettungsübungen und Einsätze dazu“, fügt die Rettungsschwimmerin hinzu. Die DLRG-Ortsgruppen nehmen Kinder aus der ganzen Region auf. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen liegt in der Ausrichtung, während die Meersburger mehr die Rettungsausbildung im Fokus haben, sind die Markdorfer/Bermatinger mehr auf den Leistungs- und Wettkampf ausgerichtet. Da beide Gruppen die gleiche Trainingsstätte zu unterschiedlichen Zeiten nutzen, kann für das Kind die passende Ortsgruppe ausgewählt werden, erklärt Ausbildungsleiterin Tauschinsky. Auch bei Lukas Gutekunst fing einmal alles vor zwölf Jahren mit dem Seepferdchen an und lässt den 18-jährigen DLRGler jetzt begeisternd am Beckenrand stehen, um mit den Kleinen das Element Wasser schwimmend zu erobern.

Bodenseeregion ohne Nichtschwimmer gewünscht

Ausbildungsleiterin Lisa Tauschinsky ist es ein Bedürfnis, den Kindern vom See nicht nur Spaß im Wasser näher zu bringen, sondern vor allem das Schwimmen als Überlebenstraining.

Lisa Tauschinsky
Lisa Tauschinsky | Bild: Kerstin Oettle

Lukas Gutekunst (18) fing mit einem Seepferdchen an der Badehose beim DLRG an und ist bis heute dabei geblieben. „Es macht große Freude, die Fortschritte und Begeisterung der Kinder zu beobachten und ein Teil davon zu sein“.

Lukas Gutekunst
Lukas Gutekunst | Bild: Kerstin Oettle

Uwe Hamann ist mit Leib und Seele Bäder-Chef, Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer. Sein Wunsch ist es, dass es in der Bodenseeregion ab der zweiten Klasse keine Nichtschwimmer mehr geben sollte.

Uwe Hamann
Uwe Hamann | Bild: Kerstin Oettle

Fritz hat mit seinen acht Jahren bereits das silberne Jugendschwimmabzeichen und ist im Wasser kaum zu bremsen. „Ich möchte es einmal bis zum Rettungsschwimmer schaffen“, hat sich der Neufracher vorgenommen.

Fritz Straßer
Fritz Straßer | Bild: Kerstin Oettle

Sonja Straßer aus Neufrach und Mutter von Fritz ist begeistert, wie die DLRG-Ausbilder den Kindern das Schwimmen beibringen und den Fünf- bis Zehnjährigen mit viel Struktur und Spaß die Wichtigkeit dieses Sports vermitteln.

Sonja Straßer
Sonja Straßer | Bild: Kerstin Oettle

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €