Am "Stillen Bach" in Weingarten geht es am Mittwochnachmittag etwas geselliger und vielleicht auch etwas lauter zu. Der Grund: SÜDKURIER und Schwäbischer Albverein, Ortsgruppe Markdorf, hatten zur ersten Sommertour in diesem Jahr geladen und rund 50 Leser und Leserinnen nahmen dieses Angebot erfreut an.

Rund 50 Leser und Leserinnen nahmen an der ersten Wandertour in diesem Jahr bei Weingarten teil.
Rund 50 Leser und Leserinnen nahmen an der ersten Wandertour in diesem Jahr bei Weingarten teil. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Neben reichlich Natur sind es die vielen historischen und archäologischen Punkte, die die Tour mit Wanderführer Theo Kausch so erlebnisreich machten. Wie etwa der alte Lehenhof in den Nessenreben, der von Benediktinermönchen zur Versorgung des Klosterweingartens im 15. Jahrhundert errichtet worden war. Doch am beeindruckendsten ist sicherlich der "Stille Bach".

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Das zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert – ebenfalls von den Benediktinern – angelegte Gewässernetz gehört zu den ältesten Kanalsystemen in Deutschland. Bis heute so gut wie unverändert, fließt der Bach geradezu sanft seiner Wege und führt die Wandergruppe durch schattigen Wald und entlang von satten Wiesen.

Im Gänsemarsch geht es immer entlang des Stillen Bachs, der von viel schöner Natur umgeben ist.
Im Gänsemarsch geht es immer entlang des Stillen Bachs, der von viel schöner Natur umgeben ist. | Bild: Jan Manuel Heß

Die Markdorferin Heidi Vieth kennt die Strecke zwar bereits, ist aber erneut angetan: „Der 'Stille Bach' ist einfach beeindruckend und bietet eine schöne Wanderstrecke. Ich bin lieber hier als beim Baden.“

Zehn Kanäle und 20 Weiher

Das Kanalsystem umfasst mehr als zehn Kanäle und 20 Weiher, von denen heute noch neun gestaut werden. "Das ist schon erstaunlich, wie technisch versiert die damals waren", stellt Jürgen Kramer aus Stetten fest.

Rund um den Rößlerweiher geht es für die 50 Teilnehmer der Wanderung. In dem Weiher wird heute noch Fischzucht betrieben.
Rund um den Rößlerweiher geht es für die 50 Teilnehmer der Wanderung. In dem Weiher wird heute noch Fischzucht betrieben. | Bild: Jelitte, Lisa

Ein echtes Naturschmuckstück ist der Rößlerweiher, in dem noch heute Fischzucht betrieben wird. Hier werden Karpfen und Hechte gezüchtet und jährlich am zweiten Mittwoch im Oktober abgefischt. Ganz besonders untersagt ist, wie ein Hinweisschild deutlich macht, das Baden ohne Bekleidung, was bei den Teilnehmern für Schmunzeln sorgt.

"Herzlich Willkommen" am Rößlerweiher, den die Gruppe umrundet.
"Herzlich Willkommen" am Rößlerweiher, den die Gruppe umrundet. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Die Markdorfer Visnja und Matthias Keller, mit Hund Maya, haben gerade Urlaub und nutzen die freie Zeit, um die umliegende Region zu erkunden. Obwohl nur knapp 30 Kilometer von der Gehrenbergstadt entfernt, kennen sie das Naherholungsgebiet von Weingarten nicht. Genauso geht es dem Markdorfer Arnim Zumstein, der beruflich viel von der Welt gesehen hat. Seit er in Rente ist möchte er nun verstärkt die nahe Heimat kennenlernen.

Die Markdorfer Visnja und Matthias Keller (mit Hund Maya) haben gerade Ferien und nutzen die freie Zeit, um mit dem SÜDKURIER die nahe Gegend kennen zu lernen.
Die Markdorfer Visnja und Matthias Keller (mit Hund Maya) haben gerade Ferien und nutzen die freie Zeit, um mit dem SÜDKURIER die nahe Gegend kennen zu lernen. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Besonders begeistert ist die Gruppe von dem Weg durch den Hochtobel, der die Wanderer nach exakt drei Stunden zum Ausgangspunkt zurückführt. "Der Nachmittag ist eine tolle Mischung aus Menschen, Natur und Informationen", stellt Georg Matt aus dem Deggenhausertal fest, der bei der Tour zufällig auf Verwandtschaft getroffen ist.

Verwandtschaft: Georg Matt aus dem Deggenhausertal, Marlies Matt aus Ittendorf und Albert Matt aus Salem.
Verwandtschaft: Georg Matt aus dem Deggenhausertal, Marlies Matt aus Ittendorf und Albert Matt aus Salem. | Bild: Nosswitz, Stefanie
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