Bei den Wanderungen von SÜDKURIER und Schwäbischem Albverein, Ortsgruppe Markdorf, lernen die Teilnehmer nicht nur neue Ecken in der Region kennen, sondern auch innerhalb der Gruppe lernt man sich neu, besser oder wieder kennen. „Das ist ja lustig, wir waren zusammen in der Schule“, sagt Josef Fischer, als er auf Christa Frank trifft. Das ist ungefähr 45 Jahre her und war in Limpach im Deggenhausertal.

Sie waren gemeinsam in der Schule in Limpach und Oberhomberg und haben sich nun nach über 40 Jahren wieder zufällig bei der Wanderung getroffen (von links): Frieda Linder-Schmidt, Max Bodenmüller, Alfons Felix, Christa Frank, Agnes und Franz Felix sowie Josef Fischer.
Sie waren gemeinsam in der Schule in Limpach und Oberhomberg und haben sich nun nach über 40 Jahren wieder zufällig bei der Wanderung getroffen (von links): Frieda Linder-Schmidt, Max Bodenmüller, Alfons Felix, Christa Frank, Agnes und Franz Felix sowie Josef Fischer. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Auch Agnes Felix freut sich über das Wiedersehen, ihr Mann Franz Felix ging in Oberhomberg zur Schule und auch Simone Hecht, die mittlerweile in Ittendorf lebt, kann sich gut erinnern. „Man kennt sich halt, ich war damals aber nur die kleine Schwester“, sagt sie und lacht.

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Die Stimmung ist gut am Mittwochnachmittag, als es mit Wanderführer Ernst Bodenmüller von Daisendorf nach Meersburg und durch den Gehautobel Richtung Unteruhldingen wieder zurück zum Ausgangspunkt geht.

Von Daisendorf geht es Richtung Meersburg.
Von Daisendorf geht es Richtung Meersburg. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Isolde Nickel und Sigrid von Bonin (beide aus Daisendorf) nutzen die Wanderung vor der eigenen Haustüre. „So kommen wir raus, haben Bewegung, Gesellschaft und einen schönen Nachmittag“, sagt von Bonin.

Sigrid von Bonin und Isolde Nickel wohnen in Daisendorf und nutzen die Gelegenheit zur Teilnahme an der Wanderung direkt vor ihrer Haustüre.
Sigrid von Bonin und Isolde Nickel wohnen in Daisendorf und nutzen die Gelegenheit zur Teilnahme an der Wanderung direkt vor ihrer Haustüre. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Elisabeth Mooz aus Oberuhldingen ist zum ersten Mal dabei und macht mit Heidi Streu und Heidi Vieth bereits die ersten Bekanntschaften. „Früher hatte ich für so etwas nie wirklich Zeit, Arbeit und Familie gingen halt vor. Es ist schön die Gegend zu sehen und neue Leute kennenzulernen.“

Elisabeth Mooz aus Oberuhldingen (von links), Heidi Streu aus Überlingen und Heidi Vieth aus Markdorf schätzen es auf der Wanderung neue Bekannschaften zu machen.
Elisabeth Mooz aus Oberuhldingen (von links), Heidi Streu aus Überlingen und Heidi Vieth aus Markdorf schätzen es auf der Wanderung neue Bekannschaften zu machen. | Bild: Jan Manuel Heß

Ernst Hahn aus Lippertsreute findet durchaus gefallen am Wandern in der großen Gruppe: „Mir machen vor allem die Gespräche Spaß, die man während des Wanderns führt. Es ist einfach angenehm.“

Ernst Hahn (links) aus Lippertsreute und Otto Rössler aus Salem loben die Veranstaltung und finden es gut, auf diese Weise die Gegend besser kennenzulernen. „Ich laufe viel, seit ich in Rente bin“, so Rössler. Ernst Hahn hat Urlaub und freut sich, dass es mit dem Termin geklappt hat.
Ernst Hahn (links) aus Lippertsreute und Otto Rössler aus Salem loben die Veranstaltung und finden es gut, auf diese Weise die Gegend besser kennenzulernen. „Ich laufe viel, seit ich in Rente bin“, so Rössler. Ernst Hahn hat Urlaub und freut sich, dass es mit dem Termin geklappt hat. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Von Daisendorf geht es durch Wohnviertel zur Friedrichshöhe, von wo die Teilnehmer einen wunderbaren Ausblick auf die Meersburger Altstadt genießen. Schnell werden die Handys gezückt. „Ein Traum“, sagt Elisabeth Schietzold. Und Lothar Biel, Meersburger Wegewart, bestätigt, dass es sich hier „um den schönsten Aussichtspunkt“ handelt.

Auf der Friedrichshöhe genießen die Wanderer zunächst die Aussicht über die Altstadt Meersburgs und den Bodensee. Anschließend können sie noch einen Blick in den 1897 erbauten Wasserbehälter werfen, der 1957 still gelegt worden ist.
Auf der Friedrichshöhe genießen die Wanderer zunächst die Aussicht über die Altstadt Meersburgs und den Bodensee. Anschließend können sie noch einen Blick in den 1897 erbauten Wasserbehälter werfen, der 1957 still gelegt worden ist. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Bernadette Moser und Heidi Salaher aus Leustetten kennen zwar die Gegend, doch hier an der Friedrichshöhe waren beide noch nicht: „Diesen Ausblick sehe ich so zum ersten Mal.“

Bernadette Moser und Heidi Salaher aus Leustetten haben ihre Freude an der Wanderung, am Wetter, der Geselligkeit und der Landschaft.
Bernadette Moser und Heidi Salaher aus Leustetten haben ihre Freude an der Wanderung, am Wetter, der Geselligkeit und der Landschaft. | Bild: Jan Manuel Heß

Irene Bizer und der frühere Meersburger Wassermeister Hermann Wahl informieren über die Stadtgeschichte, anschließend können alle noch einen Blick in den 1887 erbauten Wasserbehälter werfen. Nach einem kurzen Abstecher durchs Obertor in die Innenstadt geht es über den Himmelbergweg zum Ödenstein.

Über den Himmelbergweg geht es hinauf zum nächsten Aussichtspunkt, den Ödenstein. Es erwartet die Teilnehmer ein wunderbarer Blick auf den Fährehafen, auf Konstanz, die Blumeninsel Mainau und den Überlinger See.
Über den Himmelbergweg geht es hinauf zum nächsten Aussichtspunkt, den Ödenstein. Es erwartet die Teilnehmer ein wunderbarer Blick auf den Fährehafen, auf Konstanz, die Blumeninsel Mainau und den Überlinger See. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Die große Wandergruppe weckt das Interesse der Touristen. „Hat hier gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt?“, scherzt einer.

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Am Ödenberg wird ein letzter Blick auf den See genossen, bevor es am Glashäusle vorbei in den Gehautobel geht und von dort weiter auf dem unteren Höhenweg Richtung Unteruhldingen.

Auf dem Ödenstein steht eine Kaisereiche von 1888 und ein Gedenkstein. Irene Bizer, die jahrelang Führungen in Meersburg angeboten hat, erklärt, dass dies zur Erinnerung daran ist, dass Kaiser Wilhelm I., Großherzog Friedrich und Großherzogin Louise am 1. Juli 1882 von hier aus dem Bodensee betrachtet haben.
Auf dem Ödenstein steht eine Kaisereiche von 1888 und ein Gedenkstein. Irene Bizer, die jahrelang Führungen in Meersburg angeboten hat, erklärt, dass dies zur Erinnerung daran ist, dass Kaiser Wilhelm I., Großherzog Friedrich und Großherzogin Louise am 1. Juli 1882 von hier aus dem Bodensee betrachtet haben. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Im Tobel ist der Weg so schmal, dass es nur im Gänsemarsch vorwärtsgeht. Die Pfade im Wald sind gesäumt von allerlei Pilzen, wie etwa Rötlinge oder Parasolpilze – auch als Riesenschirmpilz bekannt.

Ein Teil der Strecke führt auf Holzstegen entlang des Ramsbachs durch den Gehautobel zwischen Meersburg und Unteruhldingen.
Ein Teil der Strecke führt auf Holzstegen entlang des Ramsbachs durch den Gehautobel zwischen Meersburg und Unteruhldingen. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Für Wanderführer Ernst Bodenmüller gehört er zu den absoluten Delikatessen unter den Speisepilzen. „Verwendet werden meist nur die Hüte, die sich ähnlich wie Schnitzel zubereiten lassen.“ Bevor es von Unteruhldingen aus wieder Richtung Daisendorf geht, wird an historischer Stelle Rast gemacht.

Im Unteruhldinger Gewann Roggenlehen wurden im Jahre 1930 in einer ehemaligen Kiesgrube Überreste von Alemannengräbern gefunden. Die damalige Gemeinde Unteruhldingen errichtete als Hinweis auf diese Funde in einer kleinen Grünanlage an der Bergstrasse einen Erinnerungsstein in Form eines Findlings aus Sandstein. Bild: Jan Manuel Heß
Im Unteruhldinger Gewann Roggenlehen wurden im Jahre 1930 in einer ehemaligen Kiesgrube Überreste von Alemannengräbern gefunden. Die damalige Gemeinde Unteruhldingen errichtete als Hinweis auf diese Funde in einer kleinen Grünanlage an der Bergstrasse einen Erinnerungsstein in Form eines Findlings aus Sandstein. Bild: Jan Manuel Heß | Bild: Jan Manuel Heß

Ein Erinnerungsstein in Form eines Findlings aus Sandstein inmitten einer kleinen Grünanlage markiert heute die Stelle, an der 1930 in einer ehemaligen Kiesgrube Überreste von Alemannengräbern gefunden wurden.