Das Gymnasium am Markdorfer Bildungszentrum (BZM) hat einen neuen stellvertretenden Schulleiter. Der 43-jährige Roger Brand löst Stefan Ferguson ab, der dieses Amt seit September 2015 innehatte, es jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste. "Ich habe mich beim Regierungspräsidium in Tübingen beworben", erklärt Brand, "und habe die Stelle bekommen." Für ihn habe gesprochen, dass er schon sieben Jahre dem damaligen Stellvertreter am BZM-Gymnasium, Peter Neumann, in den organisatorischen Dingen beigestanden hatte.

"Wissen Sie, was ein Personal-Computer ist?"

"Eigentlich hab ich das von Anfang an gemacht, seitdem ich fest im Schuldienst stehe", blickt Brand auf seine ersten organisatorischen Zusatzaufgaben am Ravensburger Welfen-Gymnasium zurück. Ihm, dem Junglehrer, wurde damals das Umstellen des bis dahin noch mit bunten Stecktäfelchen bestückten Lehrerstundenplans auf ein Computerprogramm anvertraut. "Wissen Sie, was ein Personal-Computer ist?", habe der Direktor ihn gefragt. Vor 16 Jahren habe das noch als Nachweis der Qualifikation genügt.

Früherer Schulleiter Gerhard Barisch suchte Nachfolger für Stellvertreter

Es habe ihm gelegen: das Mittüfteln am Stundenplan für Lehrer und Schüler, das Verteilen der Stunden-Deputate, das Organisieren der Lehreraufsichten und das Planen der Klausuren. All dies – darüber hinaus noch der große Brocken der organisatorischen Abiturvorbereitung – gehöre zum Aufgabenbereich eines stellvertretenden Schulleiters. Er habe seine beiden Amtsvorgänger dabei unterstützt, erzählt Brand.

Brand verzichtete zunächst aus familiären Gründen

Diese Unterstützung sei überhaupt erst der Grund gewesen, weshalb er sich recht früh nach Markdorf versetzen lassen konnte. Hier hatte sich Gerhard Barisch, damals noch Schulleiter, nach einem Nachfolger für Hans-Peter Elbe umgeschaut. "Ich habe Peter Neumann in allen Bereichen assistiert, das Geschäft gründlich gelernt." Dass er sich dann bei dessen Pensionierung doch nicht um den Stellvertreterposten bewarb, lag an Roger Brands familiärer Situation. "Unsere Kinder waren noch klein", erklärt der Vater dreier Söhne und einer Tochter. Neumanns Nachfolger wurde Stefan Ferguson, "der den Job ganz exzellent gemacht hat", lobt Brand, der auch weiterhin dem mehrköpfigen Schulleitungsteam zuarbeitete.

Stundenplanung ist sein Aufgabenbereich

Neu ist schon einmal sein Schreibtisch. Höhenverstellbar und allein im Raum, denn die Abteilung Stundenplanung wurde in ein anderes Dienstzimmer verlegt – dank digitaler Technik gut vernetzt mit Roger Brands Arbeitsplatz. Auf dem steht eine daumengroße Goethe-Büste, ein Radiergummi, der das überaus aufgeräumte Umfeld mit einem Zitat zu kommentieren scheint: "Doch Ordnung lehrt euch Zeit gewinnen."

Zum Beispiel beim Stundenplan. Den konnte Brand seinen Kollegen schon am letzten Schultag vor den Sommerferien in die Hand drücken. Dass dann doch umgeplant werden musste, habe am Ausfall zweier Lehrerinnen gelegen. Durch solche Unwägbarkeiten sieht Brand sein konsequentes Zeitmanagement jedoch bestätigt. "So ist man wenigstens vorbereitet."

Brand: "Bin als Lehrer eher streng"

Als Lehrer sei er eher streng, erklärt Brand. Auch gegenüber sich selbst. Er habe den Anspruch, möglichst altersgerecht zu unterrichten. Zugewandt und unterstützend in den unteren Klassen, anders anspruchsvoll und zur beständigen Reflexion anhaltend in der Oberstufe. "Das macht den Reiz unseres Berufs aus", erklärt der Deutsch- und Geschichtslehrer. Ihm sei es wichtig, dass die Schüler gute Grundlagen vermittelt bekommen, die sie Klassenstufe für Klassenstufe weiter ausbauen können. "Das ist unser gymnasialer Anspruch."