Markdorf – Es ist immer wieder ein Rock-, Blues- und Soulereignis in Markdorf, wenn es am zweiten Weihnachtsfeiertag im Theaterstadel heißt: "Little Wing and friends." Die bunte Musikertruppe um Schlagzeuger und Organisator Tom Wagner ließ es ordentlich krachen. Keine Chance für müde und satte Feiertagsbesinnlichkeit. Außerdem gehören zu "Little Wing" Sänger Arthur "Easy" Isleb, Gitarrist Jörn Blesse, Bassist Stefan Hug, Keyboarder Darko Cvetkovich und an den Percussions Reinhold Hug.

Jahr um Jahr – es ist bereits das zwölfte Mal – folgen zahlreiche Größen der Rock- und Bluesmusik aus ganz Europa Wagners Ruf und bringen den Stadel ordentlich in Stimmung. Diesmal reichte die Spannbreite vom Ruhrpott über die Niederlande, Italien und die USA. Natürlich dürfen Michaela Popp und ihre Musiker nicht fehlen. Peter Zoufal an der Gitarre, Bassist Luca Nardi aus Livorno, Martin Giebel am Keyboard sowie der exzellente Saxofonist Howard Sie aus Rotterdam bilden zusammen "PoppDeluxe". Sie hatten Kracher wie Alice Mertons "No roots" oder Elle Kings "Ex's and Oh's" im Gepäck. Das Publikum bejubelte virtuose Saxofon-Soli von Howard Sie. Peter Wenger aus Markdorf gefiel es: "Michaela Popp hat eine so super Stimme und echt klasse Musiker dabei, aber eigentlich sind alle genial." Was der Grund dafür sei, dass er bereits zum vierten Mal dabei sei.

Publikumsliebling war wie in den vergangenen Jahren Milla, alias Jörg Müller. Der charmante Ruhrpottrocker hatte ein kräftiges Lieder-Set mitgebracht. Zur Freude des Publikums entledigte er sich recht schnell seiner Jacke, verließ zwischendurch die Bühne und drehte die eine und andere Runde durch das Publikum. Der Gitarrist und Sänger Phil Gates stammt aus Chicago, lebt und wirkt mittlerweile aber in Los Angeles und hatte somit die längste Anreise. Das Publikum feierte frenetisch seinen feinfühligen Blues.

Sie ist düster und mystisch und war ganz klar optisch und stimmlich der Höhepunkt des Abends: Stephanie Ocean Ghizzoni aus Verona. Längst ist sie im Stadel keine Unbekannte mehr, sind doch ihre Auftritte stets mit einem Hauch morbidem Charme behaftet und von einer düsteren Voodoo-Aura umgeben. Am Klavier wurde sie vom Pianisten Max Lazzarin aus Venedig begleitet.

Die Gastgeber selbst boten im Stadel wieder feinste Rockmusik zum Mitsingen und natürlich auch zum Mittanzen. Bis in die hinteren Reihen des Stadels wurde den ganzen Abend über mitgerockt. Für den 19-jährigen Timo Doll war es schon etwas irritierend, seine Eltern so mitsingen und tanzen zu sehen. "Ok, das hatte ich nicht erwartet, als sie mich fragten, ob ich mit will, sie sagten nur, 'es wird bestimmt spaßig'." Mutter Carola hatte da eher wenig Mitleid mit ihrem Sohn. "Damit muss er rechnen, wenn es Musik aus unserer Jugend gibt", erzählte sie lachend und Vater Martin ergänzte augenzwinkernd: "Außerdem darf er uns nachher dann nach Hause fahren, wir wohnen nämlich bei Fischbach."

Little Wing and Friends

So nennt sich die aus Musikern aus ganz Europa zusammengewürfelte Formation, die der Markdorfer Schlagzeuger Tom Wagener, der eng mit den Künstlern befreundet ist, Jahr für Jahr am zweiten Weihnachtsfeiertag am Gehrenberg zusammentrommelt.

Zum zwölften Mal in Folge sind sie nun bereits im Stadel in Markdorf aufgetreten und haben mit kraftvollem Blues und Rock die Bühne bespielt. Mit dabei waren wieder die Sängerin Stephanie Ocean Ghizzoni aus Verona, Pianist Max Lazzarin aus Venedig, der Saxofonist Howard Sie aus Rotterdam und Milla, der Ruhrpott-Rocker aus Wuppertal. PoppDeluxe mit Sängerin Michaela Popp und der Gitarrist Phil Gates aus Chicago komplettierten das Set.

Aus der Region auf der Bühne waren bei dem Konzert neben Wagener Stefan und Reinhold Hug, Ralf Franz, Martin Giebel und Darko Cvetkovich. Bei seinen Konzerten im europäischen Ausland trifft sich Wagener auch unter dem Jahr immer wieder mit seinen "Wings"-Freunden und steht mit ihnen dann auch in deren Heimat auf der Bühne.