Im Landgericht Konstanz ist am Donnerstag Auftakt für den Prozess gegen eine mutmaßliche Einbrecherbande, die 2018 mehrere Raubüberfälle und Wohnungseinbrüche in der Region begangen haben soll. Im Mittelpunkt der Anklage steht der spektakuläre Einbruch und Raub am Mittwoch, 23. Mai, vergangenen Jahres in ein Markdorfer Wohnhaus in der Bernhardstraße, bei dem ein Ehepaar mit einer Pistole bedroht und gefesselt wurde.

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Wie sich bei den Recherchen herausgestellt hatte, war auch der 19-jährige Sohn bedroht und gefesselt worden, so die für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Richterin am Landgericht Konstanz, Mirja Poenig. Die ältere Tochter war abwesend. Bei dem Einbruch seien hochwertige Armbanduhren, Schmuck und Bargeld im bezifferten Wert von etwa 44 500 Euro gestohlen worden, hinzu kommt ein Sachschaden von circa 2000 Euro.

Familie wird im Schlaf überrascht

Den Ermittlungen zufolge hatten sich vier Männer gegen vier Uhr morgens gewaltsam Zugang über die Terrassentüre verschafft. Sie hatten Eltern und Sohn im Schlaf überrascht, sie mit Klebeband an Armen und Beinen gefesselt und anschließend die Räume nach Wertsachen und Geld durchsucht. Die drei Familienmitglieder sollen auch mit Messern bedroht worden sein. Eine halbe Stunde später konnten sich die Opfer, äußerlich unverletzt, befreien und die Polizei informieren. Kriminaltechniker waren hinzugezogen worden, um am Tatort nach Spuren zu suchen und zu sichern.

Spezialkräfte nehmen Tatverdächtige fest

Am 12. Juni hatten Spezialkräfte der Kriminalpolizei Friedrichshafen vier Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 28 Jahren festgenommen. Dies gelang in enger Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Borken in Nordrhein-Westfalen und der Staatsanwaltschaft Münster. Die in Bocholt, Rhede und Oberhausen wohnenden und aus dem Kosovo stammenden Männer, hatten sich teilweise falscher Identitäten bedient und stehen im Verdacht, mindestens fünf ähnliche Straftaten im Raum Bocholt begangen zu haben. Einige der Angeklagten sind in ihren Heimatländern gemeldet.

Ob auch noch weitere Delikte als die vorgeworfenen Wohnungseinbrüche thematisiert werden, werde sich im Lauf der Verhandlung herausstellen, so die Richterin.

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Sechs Männer müssen sich wegen Vorwurfs des schweren Raubes und gewerbsmäßiger Bandenhehlerei verantworten. Fünf Tage sind für den Prozess anberaumt. Am heutigen Donnerstagmorgen wird die Anklage verlesen und ist Raum für eventuelle Einlassungen, mittags wird der Hauptsachbearbeiter des Polizeipräsidiums Konstanz gehört. Am morgigen Freitag sind Zeugen und eventuelle Opfer geladen. Zwei weitere Verhandlungstage sind jeweils freitags anberaumt; am fünften Prozesstag, dem 15. März, soll das Urteil verkündet werden.