Steine, Schotter und Sand liegen bereit. Schaufel, Hacke, Spaten und Stemmeisen stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Markdorfer Ortsgruppe des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) betreibt an diesem Morgen Artenschutz. Zwei Hände voll Freiwilliger haben sich beim Naturschutzgebiet Eisweiher eingefunden, um dort Lebensräume für Zauneidechsen anzulegen.

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Frank Kulke: „Artenschutz beginnt im Kleinen“

„Ich habe den Aufruf in der Zeitung gelesen“, erklärt Frank Kulke. Gerade in Zeiten des fortschreitenden Artensterbens wolle er gerne einen Beitrag zum Naturschutz leisten. „Artenschutz beginnt im Kleinen“, findet der 57-jährige Markdorfer. Ihm gefalle die Idee des örtlichen BUND, der intensiven Landschaftsnutzung etwas entgegenzuhalten, indem kleinere geschützte Flächen angelegt und nach und nach vernetzt werden.

Mit vereinten Kräften bereiten Leo Lenzing, Albin Ströbele und Frank Kulke (von links) ein eidechsenfreundliches Sonnenplätzchen im Naturschutzgebiet vor.
Mit vereinten Kräften bereiten Leo Lenzing, Albin Ströbele und Frank Kulke (von links) ein eidechsenfreundliches Sonnenplätzchen im Naturschutzgebiet vor. | Bild: Jörg Büsche

Einsatz für die gute Sache

Auch Julia Kiethe ist zum ersten Mal bei einer BUND-Aktion. „Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, mich ehrenamtlich im Naturschutz zu engagieren“, erklärt die 23-Jährige. Und dass Naturschutz mitunter anstrengend und – so wie an diesem Tag auch – recht schmutzig sein kann, störe sie „kein bisschen“. Schließlich gehe es um die gute Sache.

Julia Kiethe, 23, wollte sich schon länger für den Naturschutz einsetzen.
Julia Kiethe, 23, wollte sich schon länger für den Naturschutz einsetzen. | Bild: Jörg Büsche

Zauneidechse als gefährdete Art

Die gute Sache erläutert Franz Beer vom Vorstand der BUND-Ortsgruppe. „Zauneidechsen gehören inzwischen zu den gefährdeten Arten.“ Ein Grund sei, „dass sie immer weniger geeignete Lebensräume finden, weil unsere Landschaften einfach viel zu aufgeräumt sind“, erklärt Beer. Nichts liege herum, alles, was von Zauneidechsen als Schlupfwinkel genutzt werde, vor dem sie an schönen Tagen sonnenbaden können, werde fortgeräumt und sofort beseitigt.

Beteiligt sich immer wieder an Naturschutzeinsätzen des BUND: Roland Hangg.
Beteiligt sich immer wieder an Naturschutzeinsätzen des BUND: Roland Hangg. | Bild: Jörg Büsche

Deshalb habe der Markdorfer BUND solche sonnigen Plätzchen bereits angelegt: beim „Ilgen“ am Gehrenberghang, einer der von der Ortsgruppe betreuten naturnahen Flächen neben den beiden Naturschutzgebieten Eisweiher und Hepbacher-Leimbacher Ried. Dass sich die Eidechsen im Frühling auch hier beim Eisweiher sonnen werden, da ist sich Beer recht sicher, seien doch einige Exemplare ganz in der Nähe gesichtet worden.