Andreas Lange, Soziologieprofessor aus Markdorf, lehrt an der Hochschule Weingarten-Ravensburg. Sein Schwerpunkt ist die Soziale Arbeit. Gemeinsam mit seiner Kollegin Anja Klimsa hat er nun ein Buch veröffentlicht. Wissenschaftlich untersucht haben die beiden die Rolle von „Medien in der Sozialen Arbeit“. Und selbst wenn das Thema zunächst recht speziell klingt, so überzeugt der Blick ins Inhaltsverzeichnis rasch vom Gegenteil.

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Der Alltag ist geprägt von der Mediennutzung: vom Radiowecker über die Zeitung, gedruckt oder online, übers Frühstücksfernsehen bis zum Autoradio. Die sogenannten Sozialen Medien, E-Mails, Kurznachrichten und die Vernetzung spielen dabei eine immer größere Rolle, die unser Handeln und unser Verhalten beeinflusst. „Das Smartphone ist wichtiger Dreh- und Ankerpunkt“, erklärt Lange. „Schon beim Aufstehen checken wir, ob neue Mitteilungen eingegangen sind.“

Wie Kinder und Jugendliche mit Medien aufwachsen

Hier bietet das Buch von Andreas Lange und Anja Klimsa einen Überblick. Mit klarer Perspektive auf die allgemeine Alltagspraxis beleuchten sie den sich ständig verändernden Istzustand. Sie zeigen, wie wir Medieninhalt auswählen und wahrnehmen. Einem aber widmen sie ihr besonderes Augenmerk: Dem Blick darauf, wie Kinder, wie Jugendliche heute mit Medien aufwachsen. „Wir geben auch Orientierungshilfe“, erklärt Andreas Lange.

Zwischen Warnern und Technik-Enthusiasten

Orientierungshilfe für Eltern, für Pädagogen, eigentlich für alle in der Diskussion um eine sinnvolle Mediennutzung, in der die Argumente oftmals von zwei gegenläufigen Positionen bestimmt wird. „Da gibt es die Warner, die durch das Auftreten neuer Medien immer nur alles den Bach heruntergehen sehen“, so Lange. Auf der anderen Seite die Technik-Enthusiasten, die mit jeder neuen Entwicklung immer nur noch mehr Möglichkeiten erkennen wollen.

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Beruhigend für alle besorgten Eltern dürften die Passagen sein, die Gefahren benennt, aber nicht überbewertet. „Wir wollten insgesamt zeigen, dass uns Pauschalisierungen im Bereich Medien nicht weiterbringen“, erklärt der Hochschullehrer.

Grundwissen für einen kritischen Umgang mit Medien

Aufschlussreich ist auch der Abschnitt, der am Beispiel der sogenannten „Flüchtlingskrise“ analysiert, wie Schieflagen entstehen können. Etwa wenn Schwierigkeiten ausgeblendet werden und der Blick auf ein Thema – hier die Willkommenskultur – fokussiert wird. Hier liefert „Medien in der Sozialen Arbeit“ Grundwissen für den kritischen Umgang mit Medien.

Andreas Lange, Anja Klimsa: Medien in der Sozialen Arbeit. Kohlhammer Stuttgart, 258 Seiten, 32 Euro