Szenen wie in Touristenhochburgen: Kurz nach dem Einlass zur Reihe des Open-Air-Kinos im Innenhof des Theaterstadels bietet sich dort ein buntes Bild: Plätze auf den Plastiksesseln sind mit roten, gelben und grünen Jacken und flauschigen Sitzkissen besetzt, während ihre Besitzer im Garten unter den Bäumen sitzen, die Aussicht auf den Bodensee genießen, schmausen und sich über den lauen Abend freuen.

Schönster Kassenplatz: Vivien Mezei konnte bei ihrer Arbeit den Blick auf fröhhliche Menschen und den Bodensee genießen.
Schönster Kassenplatz: Vivien Mezei konnte bei ihrer Arbeit den Blick auf fröhhliche Menschen und den Bodensee genießen. | Bild: Keutner, Christiane, extern

Wie die fünf Freunde- und Familienmitglieder aus Markdorf, die gerade Messer und Gabel zusammenlegen, bevor sie ein paar Schritte weiter zum Auftaktfilm „Monsieur Claude 2“ gehen: „Der Stadel hat immer spezielle Filme, ich mag die gute Stimmung und das schöne Ambiente“, sagt Ulrike Bublin und ihr Mann Alexander fügt hinzu: „Es ist einfach lässiger, einen Film im Freien anzusehen anstatt im geschlossenen Kino.“

„Für mich ist das hier der schönste Biergarten am Bodensee mit dem schönsten Ausblick“, schwärmt Silke Stehle. „Mit außergewöhnlichem Essen und Getränken“, ergänzt Renate Willneff. Ihr Mann Rainer nickt bestätigend.

Erst schmausen, dann schauen: Ganz begeistert vom Event waren (von links) die Markdorfer Alexander Bublin, Renate und Rainer Willneff, Silke Stehle und Ulrike Bublin.
Erst schmausen, dann schauen: Ganz begeistert vom Event waren (von links) die Markdorfer Alexander Bublin, Renate und Rainer Willneff, Silke Stehle und Ulrike Bublin. | Bild: Keutner, Christiane

„Dem Sommer angepasst sollte es etwas Leichtes sein, also eher Komödien“, umreißt Pächter Frank Schirl die Kriterien für die Auswahl der Filme für das Open-Air-Vergnügen, wobei sie auch schon andere Streifen im Programm hatten. „Ein guter Film passt immer“, meint er. Vielleicht denkt er da an die Doku „Die Wiese“, die am 4. und 5. August hier läuft und auf die sich Alexandra Berchtold genauso freut wie beide auf das Roadmovie „25 km/h“.

Premiere für einige Besucher

Das erste Mal ist Lea Morreale aus Markdorf bei einem Kino unter freiem Himmel. Ihr Freund Justus Trautmann hatte von ihrer Mutter erfahren, dass ihr der erste Teil von „Monsieur Claude“ gefallen hatte und so schlug er ihr, auch wegen der Nähe zur Veranstaltung, den Kinoabend mit der Fortsetzung vor.

Justus Trautmann wollte seiner Freundin Lea Morreale einen schönen Abend bescheren und sie ins Kino eingeladen.
Justus Trautmann wollte seiner Freundin Lea Morreale einen schönen Abend bescheren und sie ins Kino eingeladen. | Bild: Keutner, Christiane

Eine Premiere ist es auch für Lena und Natalie Rössler aus Ittendorf. Die 18- und 15-Jährige sind von ihrer Mutter Andrea zum Ferienstart dazu eingeladen worden. „Der Film hatte sich angeboten, er hat uns von allen, die gezeigt werden, am meisten zugesagt und wir kennen den ersten Teil“, sagen die Töchter. „Sechs Euro Eintritt sind auch ein guter Preis; da kann man nicht meckern“, so Andrea Rössler.

Ihr erstes Kinoerlebnis unter freiem Himmel spendierte (von links) Mama Andrea Rössler aus Ittendorf ihren Töchtern Natalie und Lena. Allen dreien hat es sehr gefallen.
Ihr erstes Kinoerlebnis unter freiem Himmel spendierte (von links) Mama Andrea Rössler aus Ittendorf ihren Töchtern Natalie und Lena. Allen dreien hat es sehr gefallen. | Bild: Keutner, Christiane

Nahezu ins Schwärmen gerät Ann-Kathrin Geiger aus Meersburg: „Super Location, klasse Essen, besonders ausgewählte Filme und das alles unter freiem Himmel. Zudem kommt man ins Gespräch und lernt immer nette Leute kennen. Es ist schön, auch wenn es bewölkt ist“, sagt sie, „und auch wenn die Mücken kommen“ wirft ihr Begleiter ein. Aber dagegen sind die meisten gewappnet.

Erwartungsvoll harrten die Zuschauer auf den Beginn des Films Monsieur Claude 2, ein Streifen wie gemacht für den noch relativ lauen Sommerabend.
Erwartungsvoll harrten die Zuschauer auf den Beginn des Films Monsieur Claude 2, ein Streifen wie gemacht für den noch relativ lauen Sommerabend. | Bild: Keutner, Christiane

Claudia Haidl aus Immenstaad, die „aus einer Sitzung herausgerast ist, um pünktlich da zu sein“, zieht sich eben ein paar Socken gegen die stechenden Plagegeister über, die sich aber lieber den Gästen im Garten zuwenden. Nichts ist zu merken von den Biestern. Film und das schöne Wetter haben Claudia Haidl nach Markdorf gelockt, die auch gut gegen eventuelle Abendfrische gewappnet ist und ihre Zweitdecke der leicht fröstelnden Nachbarin weiterreicht.

Im lauschigen Ambiente des Theater-Innenhofs vom Theaterstadel mit einerm erfrischenden Getränk und netten Nachbarn an der Seite war das Kino Openair ein mehrfacher Genuss.
Im lauschigen Ambiente des Theater-Innenhofs vom Theaterstadel mit einerm erfrischenden Getränk und netten Nachbarn an der Seite war das Kino Openair ein mehrfacher Genuss. | Bild: Keutner, Christiane

Kurz nach der Dämmerung flammt der Projektor auf, eingekuschelt in Decken, angelehnt an Partner oder Papi, verfolgen die entspannten Besucher den locker-leichten Film mit Toleranz-Botschaft. Schön war´s!