Nach einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Familie sind bei der Polizei erste Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. "Eine Handvoll unterschiedlichster Hinweise muss nun verifiziert werden, noch nichts Konkretes, eventuell gibt es weitere Ermittlungsansätze", hat Markus Sauter, ein Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, am Donnerstag Auskunft gegeben. Die Informationslage sei noch nicht so, dass eine öffentliche Fahndung ausgeschrieben werden könne. 

So lief der Überfall ab

Anwohner der Bernhardstraße sind Opfer des bewaffneten Raubüberfalls geworden. Sie sind von vier Unbekannten mit einer Pistole und Messern bedroht worden, wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Konstanz und des Polizeipräsidiums Konstanz hervorgeht.

Der alptraumartige Überfall – ähnlich gelagerte Fälle kennt man gemeinhin ansonsten aus Sendungen wie Aktenzeichen XY ungelöst – hat sich nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler am Mittwoch gegen 4 Uhr ereignet. Die vier Einbrecher sind gewaltsam über eine Terrassentür in ein Wohnhaus eingedrungen und haben die Bewohner mit einer Pistole und Messern bedroht.

Nachdem die Täter die Familienmitglieder mit Klebeband an Armen und Beinen gefesselt hatten, durchsuchten sie die Räume. Erbeutet wurden nach bisherigem Kenntnisstand Armbanduhren, Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren tausend Euro. Gegen 4.30 Uhr gelang es den Opfern, sich zu befreien und die Polizei zu verständigen.

"Weitere Details zum Tathergang werden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht herausgegeben", erklärt Erster Staatsanwalt Andreas Mathy und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz. Es soll vermieden werden, dass Fakten öffentlich bekannt werden, die sonst ausschließlich die Täter oder die Ermittler wissen können.

Kriminaltechniker wurden hinzugezogen 

"Zunächst haben Polizeibeamte des Streifendienstes sowie des Kriminaldauerdienstes mit den Ermittlungen begonnen und erste Ermittlungsansätze geprüft", berichtet Markus Sauter. Der Erste Polizeihauptkommissar und Pressesprecher des Polizeipräsidiums ergänzt: "Der komplette Einsatz ist vom Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Konstanz geleitet worden."

Wie Polizeisprecher Sauter berichtet, sind Kriminaltechniker hinzugezogen worden, um am Tatort nach Spuren zu suchen und zu sichern, die für die weiteren Ermittlungen von Bedeutung sein können. Die Opfer seien laut Sauter unverletzt, es gehe ihnen den Umständen entsprechend. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

Trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen fehlt von den Tätern bislang jede Spur. Diese wurden von den Geschädigten, die nicht verletzt wurden, wie folgt beschrieben.

So sehen die Täter aus

Der Haupttäter, vermutlich Osteuropäer, soll etwa 25 Jahre alt, rund 1,90 Meter groß und schlank sein, er soll grün-graue Augen und gebrochen Deutsch gesprochen haben. Bekleidet war der Mann mit einem khakifarbenen Blouson, schwarzen Jeans, schwarze "Chucks" und graue Bauhandschuhe. Als Maskierung trug er eine neoprenartige Sturmhaube mit Sehschlitzen und darüber eine weiße Staubmaske.

Der zweite Täter soll etwa 22 Jahre alt gewesen sein. Er ist 1,65 bis 1,70 Meter groß und habe von den Einbrechern am besten Deutsch gesprochen. Er humpelte und trug einen roten Kapuzensweater sowie eine khakifarbene, schmal geschnittene Hose, schwarze Sportschuhe mit weißer Sohle und braune Bauhandschuhe. Maskiert war er mit der über den Kopf gezogenen Kapuze und darunter mit einer zweiteiligen Gesichtsverdeckung. Die beiden Komplizen sollen etwa gleich alt, um die 1,70 Meter groß, ebenfalls Osteuropäer sein und Handschuhe getragen haben.

Wer im genannten Zeitraum möglicherweise die oben beschriebenen Männer oder verdächtige Fahrzeuge gesehen hat oder wer sachdienliche Hinweise geben kann, wendet sich an das Polizeirevier Überlingen, Telefonnummer 07551/8040.