Neun unterschiedlich hohe und in Blau, Gelb und Rot leuchtende Röhren zieren, mit Kabelbindern befestigt, das Geländer von Markdorf Marketing in der Hauptstraße. Sieht auf jeden Fall kunterbunt-nett aus, aber was steckt dahinter?

Was macht die Stadt noch schöner?

Eine gemeinsame Idee von SÜDKURIER und Markdorf Marketing, entstanden bei einem Austausch zwischen den SÜDKURIER-Mitarbeitern Helmar Grupp und Helga Stützenberger und Lucie Fieber, Geschäftsführerin von Markdorf Marketing. Hintergrund war ein Gespräch über die Zukunft des Standortmarketings und über die Frage, wie sich Markdorf attraktiver nach außen präsentieren kann und ob es dafür einer speziellen "Marke" oder eines Alleinstellungsmerkmals bedarf. Entstanden ist dabei auch die Idee, die Bürger selbst zu befragen. Schließlich geht es ja um ihre Stadt. Den Redakteuren schwebte dafür eine Art "Zettelkästen" für die Hauptstraße vor, so wie es etwa in Großstädten überall auf der Welt die bunten Zeitungskästen am Straßenrand gibt. Fieber wiederum machte Nägel mit Köpfen, ließ die Röhren besorgen und knüpfte Kontakt mit dem Markdorfer Sprühsysteme- und Beschichtungsspezialisten J. Wagner GmbH, wo man sich sofort bereit erklärte, einen Auszubildenden mit dem Besprühen der Röhren zu beauftragen.

Alexander Rist, Mechatronik-Auszubildender bei Wagner, besprüht die Röhren fürs Standortmarketing.
Alexander Rist, Mechatronik-Auszubildender bei Wagner, besprüht die Röhren fürs Standortmarketing. | Bild: J. Wagner GmbH

Nun sind die Bürger Markdorfs am Zuge. Deren Meinungen zu hören und gemeinsam "zu erkunden, was es genau ist, was Markdorf so lebenswert macht", sei ein Ziel der Aktion, so Fieber. Neun Röhren wurden gewählt, weil vor neun Jahren viele Bürger in der Standortmarketing-Arbeitsgruppe "Stark" mitgearbeitet hatten, um letztlich neun Bereiche, die der Stadt ein Gesicht geben, zu definieren. Seit dieser Zeit, so Fieber, würden die Mitglieder von Markdorf Marketing das Ziel verfolgen, punktuell und abwechselnd diese Bereiche für das Standortmarketing zu stärken.

Einiges ist schon umgesetzt

Einige Resultate dieser Arbeit wurden bereits umgesetzt: Die Bildungstage, der Tag der Wirtschaft, die Stadteingangspylone, der Einkaufsführer, die Gesundheitswochen, die Premiumwanderwege, aber auch das freie WLAN in der Innenstadt. Die Bürger sind nun aufgerufen, ihrerseits ihre Ideen einzubringen, in Form von Zetteln, die sie in die Röhren vor der Markdorf-Marketing-Geschäftsstelle einwerfen können. Was wünschen Sie sich noch in Ihrer Heimatstadt? Wo und was könnte man noch verbessern? Das sind die Fragen, über die sich Fieber und ihre Mitarbeiterinnen Aufschluss erhoffen.

Video: J. Wagner GmbH

Auswertung Ende September

Neben den "Leuchttürmen" befinden sich Karteikärtchen und Kugelschreiber. Auf diesen Karteikärtchen kann man seine Anregungen und Ideen notieren, die eigenen Kontaktdaten hinzufügen und in den dafür nummerierten "Leuchtturm" werfen. Auf einem Plakat neben den Röhren werden die neun Bereiche erklärt. Ende September wird Markdorf Marketing die Kärtchen auswerten und mit den Mitgliedern eine Priorisierung nach Schwerpunkten vornehmen. Beim Standortmarketing wünscht man sich nun eine möglichst rege Beteiligung.

Geschafft: Alexander Rist mit dem fertigen Produkt. Nach Säubern, Entfetten, Grundieren und Besprühen leuchtet die Röhre in knalligem Gelb.
Geschafft: Alexander Rist mit dem fertigen Produkt. Nach Säubern, Entfetten, Grundieren und Besprühen leuchtet die Röhre in knalligem Gelb. | Bild: J. Wagner GmbH

Bei der Firma Wagner hatte Jürgen Stecher, Leiter des Technikums Handwerk, die Aufgabe als praktischen Anwendungsfall für die Ausbildung aufgenommen. Alexander Rist, angehender Mechatroniker des Unternehmens, habe sich gefreut, mit der Beschichtung der Röhren beauftragt zu werden, teilt die J. Wagner GmbH mit. Zuvor musste er sie noch säubern und entfetten.