Grund zur Zuversicht besteht aus Sicht von Frieder Staerke, dem Verkehrsexperten des BUND-Ortsverbands Markdorf, für die B-31-neu-Diskussion. „Wir dürfen hoffen, dass unsere Argumente Gehör finden werden“, sagte er bei der jüngsten Mitgliederversammlung des BUND-Kreisverbands. Staerke sitzt für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Arbeitskreis Verkehr des Dialogforums. Das vom Regierungspräsidium eingerichtete Gremium erörtert die Pro- und Contra-Argumente der Hinterland- beziehungsweise der seenah verlaufenden B-31-Trasse. Themenschwerpunkte der Dialogforumssitzungen bisher waren eine Umweltverträglichkeitsstudie, eine erste Raumanalyse sowie eine Verkehrsanalyse, berichtete Staerke.

17 Frieder StaerkeFrieder Staerke ist beim BUND Markdorf der Verkehrsexperte. Bild: Umweltgruppe
Frieder Staerke ist beim BUND Markdorf der Verkehrsexperte. | Bild: Grupp, Helmar

Wandel der Mobilitätskultur

Staerkes Hoffnung speist sich aus den Zahlen. Danach passierten zuletzt 18 400 Fahrzeuge die Dauerzählstelle Harlach vor Hagnau. Hochgerechnet aufs Jahr 2035 würde das 23 200 Kraftfahrzeuge bedeuten. Wobei, erläuterte Frieder Staerke, von dieser Zahl wieder 2100 Fahrzeuge abgezogen werden müssen, wie es den politischen Umweltqualitätszielen des Landes entspreche. Denn die sähen eine deutliche Reduktion der klimaschädlichen Schadstoffe vor. Es werde ein Wandel der Mobilitätskultur angestrebt, in dem der Autoverkehr abnimmt.

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Bezogen auf die B 31 bedeute das: Bis zu einem Verkehrsaufkommen von 23 000 Fahrzeugen täglich gilt der – vom BUND favorisierte – dreispurige Ausbau der Seetrasse als denkbare Lösung. Unter Berücksichtigung des prognostizierten Mobilitätswandels könne von lediglich 21 100 Fahrzeugen täglich ausgegangen werden. Die jüngsten Umweltverträglichkeitsprüfungen ergaben, berichtete der Verkehrsexperte, dass die Hinterland-Variante die Lebensräume einiger geschützter Tier- und Pflanzenarten zerstören würde. „Deren Status ist so bedeutsam“, sagt Staerke, „dass keine Straße gebaut werden kann – sofern eine Alternative vorhanden ist.“

Bild: Schönlein, Ute

Eine Alternative biete sich jedoch aus Sicht des BUND mit der vorhandenen seenahen Trasse. Sie berühre zwar auch Naturschutzgebiete, sei aber bereits vorhanden und müsse nur dreispurig ausgebaut werden. Das bedeute aber insgesamt einen wesentlich geringeren Eingriff als die zur Diskussion stehende Neubautrasse 7.5 zwischen Immenstaad und Meersburg.

Engelbert Sachs, der im Amt bestätigte BUND-Kreisverbandsvorsitzende, äußerte seine Sorge über die Fortschreibung des Regionalplans, die mit weiterem Naturverbrauch verbunden sei.