Der 13-jährige Lukas, Schüler der achten Klasse an der BZM-Realschule, ist bei den Stettener Waldgeistern aktiv, und freut sich schon auf das Landschaftstreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte am Wochenende, 28. und 29. Januar in Markdorf. Allerdings ist seine Zunft beim Umzug nicht vertreten, sonst hätte er die auf ein altes Fenster gemalt. Stattdessen hat er sich für die Pflumeschlucker Bonndorf entschieden. "Ich fand deren Masken gut", sagt Lukas und so ziert nun ein Pflumeschlucker-Gesicht das Fenster. Rund 50 Schüler und Schülerinnen haben 22 Fenster mit ausgewählten Zünften, die am Sonntag am Umzug teilnehmen, gestaltet. Hinter dem Projekt steckt die Historische Narrenzunft. Die alten Fenster wurden aufgrund der Renovierungsarbeiten aus der Mittleren Kaplanei ausgebaut und werden nun in den Schaufenstern der Einzelhandels ausgestellt. "Uns war wichtig, dass die Stadt einheitlich dekoriert ist und dann ist diese Idee entstanden", erklärt Zunftmeister Dietmar Bitzenhofer, der in Lehrer Günther Nitsche einen begeisterten Mitstreiter fand.

Die Jugendlichen der sechten, achten und neunten Klasse haben im Unterricht, in der gestalteten Freizeit und teilweise zuhause die Fenster nach den typischen Merkmalen der Zünfte aufgehübscht. Katharina und Kathleen haben sich für die Bockzunft Stetten entschieden, da ihnen die Kostüme gefallen haben. Die 13-jährige Katharina spielt in der Stadtkapelle Posaune und wird beim Umzug mitlaufen. Die Sechstklässler Vanessa, Rebecca und Alina werden das närrische Treiben als Zuschauer verfolgen. Sie haben sich für alte Zunft von Lehrerin Silvia Werner entschieden: Die Narrenzunft Spritzenmuck aus Ehingen.

"Es hat Spaß gemacht", sind sich die drei Mädchen einig. Günther Nitsche ist von der Kreativität der Jugendlichen und dem Ergebnis begeistert. Und Dietmar Bitzenhofer freut sich, dass sich alle bei den Vorbereitungen miteinbringen.

Ob die Fenster über das Landschaftstreffen hinaus in den Schaufenstern zu sehen sind, steht noch nicht fest. Die Lehrer können sich eine Versteigerung der Kunstwerke gut vorstellen.