Traditionell am Wochenende bevor es in die Ferien geht, lädt die Musikschule Markdorf zu ihrem Sommerkonzert ein. In der Stadthalle Markdorf treten dann vor allem junge, teils jüngste Solisten und Ensembles auf, um zu zeigen, was sie in den vergangenen Monaten Neues gelernt haben.

Kabinettstückchen machen staunen

Das Niveau kann erstaunlich sein, wie bei den Sängern von „Anima“. Und wieder hat es frühe Virtuosität aber auch musikalische Kabinettstückchen zu bestaunen gegeben. Etwa wenn Sissi Zuo und Loan Bubek, beide noch nicht dem Kindergarten entwachsen, rücklings auf dem Klavierhocker liegend kopfüber mit gekreuzten Armen spielen.

Kunststück à la Amadeus: Sissi und Loan spielen über Kopf.
Kunststück à la Amadeus: Sissi und Loan spielen über Kopf. | Bild: Jörg Büsche

Solche Kunststücke gehören in die Kategorie der musikalischen Schmankerln. Klavierlehrer Guido Heimpel habe sich hier durch den Forman-Film „Amadeus“ aus dem Jahr 1984 inspirieren lassen, der den jungen Mozart bei einem ähnlichen Kabinettstückchen zeigt, so erklärt Musikschul-Direktor Gerhard Eberl dem Publikum in der Stadthalle.

Julius Miehle und Jonathan Fast gehören zu „The Black Line“.
Julius Miehle und Jonathan Fast gehören zu „The Black Line“. | Bild: Jörg Büsche

Eberl erklärt ebenfalls, wie wichtig solche Konzertauftritte wie der vom Samstagabend für die Nachwuchsmusiker sind. „Unsere Schüler gewinnen dabei wichtige Bühnenerfahrung.“ Und wenn alle gut gehe, wenn sich die zuvor gehabten Ängste, Befürchtungen, alle Nervosität als unbegründet erwiesen haben, dann „wollen die Schüler dieses Bühnenerlebnis unbedingt wiederholen“, von Neuem erleben, so der Musikschulleiter.

Juri Nagel spielt Gitarre bei „The Black Line“.
Juri Nagel spielt Gitarre bei „The Black Line“. | Bild: Jörg Büsche

Bei Antonia Berger ist dies sicherlich der Fall. Die junge Geigerin ist schon öfters öffentlich zu hören. Wieder spielt sie Fritz Kreislers „Präludium und Allegro“ – im Stile von Gaetano Paganini. Und wieder reißt Antonia Berger ihre Zuhörer zu stürmischem Beifall hin. Denn begleitet von Johannes Eckmann am Klavier, meistert die Jugendliche die schweren und rasend rasch zu streichenden Passagen.

Antonia Berger begeisterte mit „Präludium und Allegro“ im Stil von Gaetano Paganini.
Antonia Berger begeisterte mit „Präludium und Allegro“ im Stil von Gaetano Paganini. | Bild: Jörg Büsche

Durchaus deftig, ja heftig geht‘s mitunter auch zu beim Sommerkonzert der Musikschule. Wenn zum Beispiel die Band „The Black Line“ die Stadthalle rockt. Die Gruppe besteht aus vier coolen Jungs, die zu ruppigen Riffs einen ziemlich lässigen Auftritt liefern. Da deutet sich großes Potenzial an. Da darf man sich schon jetzt auf weitere Entwicklungsschritte freuen.

Wo solche Entwicklungen hinführen, lässt sich woanders kaum erahnen. So bei Gioia Forrisi. Das noch wirklich kleine Mädchen wird vom Schwarz des Flügels schier verschluckt, dessen Tasten sie doch jetzt schon so fabelhaft zu greifen weiß. Winzige Händchen, die dennoch vollen Klang ertönen lassen. Auch hier dürfte noch manche Überraschung möglich sein. Das Kind gilt es im Auge zu behalten.

Gioia Forrisi, ein Wunderkind?
Gioia Forrisi, ein Wunderkind? | Bild: Jörg Büsche

Kaum noch Staunen macht Paula Stützenberger (Gesang, Klavier). Ihre Souveränität besticht.