In Meersburg fährt einer, in Immenstaad, in Tettnang – und morgen wird auch einer in Markdorfer verkehren: ein Stadtbus, der die Gemeinde in drei Schleifen abfährt. Die Linien, vom Bahnhof bis zum Hochhaus Bussenstraße, zum Schießstattweg und nach Markdorf Süd – verkehren allerdings nur einen Tag. „Wir wollen damit einen Impuls geben“, erklärt Fritz Käser, Mitinitiator des Stadtbustags, eine Aktion der Umweltgruppe Markdorf.

Von 7.51 bis 17.51 Uhr

Los geht es um 7.51 Uhr. Von da an fährt der Bus mit seinen 15 Sitzplätzen stündlich bis 17.51 Uhr, erklärt Frieder Staerke, gleichfalls Mitinitiator. Die Haltestellen orientieren sich an bereits vorhandenen Bushaltestellen oder Treffpunkten für das Anruf-Sammel-Taxi (AST).

22 Haltestellen im Stadtgebiet

An sämtlichen 22 über das Stadtgebiet verteilten improvisierten Stadtbus-Haltestellen wird es einen Fahrplan-Aushang geben, sodass die potenziellen Fahrgäste wissen, wann der nächste Bus kommt – und wo er entlangfährt. „Am Bahnhof haben wir uns an den Fahrzeiten der Züge orientiert“, erklärt Uwe Schäfer vom Vorstand der Umweltgruppe.

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Umweltgruppe setzt auf System wie in Götzis

Mit rund 10 000 Einwohnern erreiche eine Stadt die Größe, bei der ein Stadtbussystem sinnvoll sei, erläutert Fritz Käser. Die Umweltgruppe habe sich am Stadtbussystem von Götzis in Vorarlberg orientiert, wo es vorbildlich funktioniere. Es sei nicht einzusehen, warum Markdorf nicht ein ähnliches Konzept haben sollte, mit seinen rund 14 000 Einwohnern und der Hanglage, die die Bewohner ohne Auto recht immobil sein lässt. Diese Auffassung vertrete auch Heiner Monheim, Verkehrsexperte und vor zwei Jahren an der Verkehrsmediation Kluftern beteiligt, wie Fritz Käser erklärt.

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Busunternehmen Wegis stellt Fahrzeug für Aktion

Die Umweltgruppe hatte die Idee und das Bermatinger Busunternehmen Wegis stellt das Fahrzeug. „Wegis hat natürlich ein starkes Interesse“, erklärt Helmut Faden, Kreisrat für die Grünen und ebenfalls im Planungsteam für den morgigen Stadtbustag. Das Unternehmen stelle die Fahrzeuge für Immenstaad und Meersburg, wo der Bedarf eindeutig gegeben sei.

Mitfahrt am Aktionstag kostenlos

Am morgigen Donnerstag müssen die Busfahrgäste in Markdorf nichts bezahlen. Wenn sich der Gemeinderat mit dem von der Umweltgruppe vorgeschlagenen Stadtbuskonzept anfreunden sollte und ein ähnliches Modell für Markdorf beschließt, gälte es über den Fahrpreis erst zu diskutieren. "Öffentlicher Personennahverkehr ist immer ein Zuschussgeschäft", erklärt Fritz Käser. In der Regel sei er aber billiger als Parkhäuser. Die Frage aber sei: "Wie viel lässt sich eine Gemeinde die umweltfreundliche Mobilität ihrer Bürger kosten?"