Inzwischen ist es offensichtlich: Die Sanierung und der Umbau der Mittleren Kaplanei in der Markdorfer Kirchgasse schreiten voran. Das Gerüst, das den Blick auf das historische Fachwerk-Gebäude lange Zeit beeinträchtigt hat, ist demontiert worden. Abgeschlossen sind die Arbeiten am denkmalgeschützten Gemeindehaus der Pfarrgemeinde St. Nikolaus deshalb aber noch nicht. Innen gilt es, noch den Putz auf die Wände zu bringen und zu glätten. Parkettböden wollen noch verlegt werden. Die Elektriker müssen weitere Leitungen legen, außerdem für genügend Anschlüsse sorgen. Die gesamte Sanitär-Installation steht noch bevor. Auch fehlt noch der Zugang zum neu eingebauten Aufzug. Und der Schreiner hat sich noch um die Einrichtung zu kümmern. Insbesondere im Bereich für die wieder ins Gebäude zurückkehrende katholische Gemeindebücherei fehlen noch Stellplätze für die Bücher beziehungsweise Medien.

„Unser Ziel ist es, dass alles Mitte September fertig ist“, erklärt Gerhard Lallinger, der die Umbau- und Sanierungsarbeiten leitende Architekt. Und falls die Bibliothek bis dahin doch noch nicht ganz fertig sein sollte, dann sei das auch nicht weiter schlimm, denn das Gemeindeleben könne trotzdem stattfinden.

Zum Pfarrfest dieses Jahr nicht fertig

Das vor zwei Jahren beim Erhalt des Baufreigabescheins geäußerte Ziel, die Arbeiten bis zum Pfarrfest 2018 abgeschlossen zu haben, war also zu ambitioniert. Immerhin werden keine Container vor dem Gebäude stehen, sodass die Pfarrfestbesucher heuer ungestört feiern können. Das dürfte die Aussicht auf die baldige Fertigstellung ihres Gemeindehauses noch zusätzliche Spenden-Bereitschaft wecken. Geld, das die Gemeinde gut brauchen kann. Denn die Umbau- und Sanierungskosten sind von den ursprünglich veranschlagten 3,1 Millionen Euro auf 3,4 Millionen Euro angestiegen. Der generelle Preisanstieg im stark ausgelasteten Baugewerbe sei nur ein Grund dafür.

Substanz aus dem 16. Jahrhundert

Das denkmalgeschützte Gebäude, dessen Substanz zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurückzudatieren ist, hatte in der Umbauphase doch einige Überraschungen für Planer Lallinger und die Handwerker bereitgehalten. „Wir tun, was wir können“, verspricht der Architekt, „damit im September alles fertig ist.“ Und wenn es dann soweit ist, wird die Mittlere Kaplanei barrierefrei sein, einen verbesserten Brandschutz haben, vor allem aber viel Raum für die innergemeindliche Kommunikation – nicht zuletzt im großen Saal mit seinen 130 Stühlen und seinem neuen Bühnenbereich.

 

"Wir tun, was wir können, damit im September alles fertig ist."

Gerhard Lallinger, Architekt aus Markdorf