„Wichtige Projekte für die Wirtschaft werden von der Markdorfer Politik nicht konsequent genug verfolgt", sagt Thomas Schalski, stellvertretender Vorsitzender der LIM Ulm/Oberschwaben, "oder falsche Signale gesendet". Schalski nennt in diesem Zusammenhang die Südumfahrung und die Diskussion darüber im Sommer 2017. „Scheinbar ist die Politik und Verwaltung nur noch mit sich selbst und dem Umzug ins Bischofsschloss beschäftigt. Wichtige Infrastrukturprojekte werden nicht angetrieben“, heißt es in einer Mittelung des Verbands. Die Situation in der Stadt habe die Mitglieder bei der Versammlung am Freitag beschäftigt. Der Verband fordert Platz für ein neues Hotel in der Stadt und möcht nicht, dass die Verwaltung ins Bischofschloss einzieht.

Die Verkehrspolitik sei „eine Katastrophe“, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Wirtschaftsstandort Markdorf brauche ein international anerkanntes Hotel und eine attraktive Gastronomie als weiche Infrastrukturfaktoren. Mit dem Ende des Hotels Bischofschloss und des Lemon Clubs werde der Negativtrend in der Gastronomie fortgesetzt. Der „Adler“ sei auch geschlossen und das Schwanenstüble stehe aus Altersgründen zum Verkauf. Das Wirtshaus am Gehrenberg werde in zwei Jahre geschlossen.

„Allein die Schließung des Hotels im Bischofsschloss wird erhebliche negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in Markdorf haben“, so Schalski. Jährlich habe das Hotel 18 000 Menschen beherbergt, 250 Hochzeiten seien gefeiert worden. Diese Menschen würden den Markdorfer Einzelhandel beim Umsatz in Zukunft fehlen. Inwieweit dieses durch den Einzelhandel kompensiert werden könne, sei unklar. “Es wird schon jetzt von Kollateralschäden bei den Einzelhändlern in Politikkreisen gesprochen“, sagt Schalski. Ihm drängt sich der Eindruck auf, „dass die Entwicklung der Stadt stagniert und es werden falsche politische Signale und Entscheidungen für Markdorf getroffen“. Dieses besorge den Verband Liberaler Mittelstand, der ein „wirtschaftspolitisches Umdenken“ fordert, denn „diese Politik vernichtet Arbeitsplätze“.

Die Mitgliederversammlung am Freitag habe daher Folgendes beschlossen: Der Markdorfer LIM-Kreisverband unterstütze die Initiative aus der Bürgerschaft nach einem Bürgerentscheid zum Umzug der Verwaltung. „Die Bürger müssen über die Zukunft des Bischofschlosses entscheiden.“ Die LIM empfiehlt, das Bischofsschloss durch die Stadt wieder an einen Investor zu verkaufen. „Mehrere Investoren sollen Interesse haben“, weiß Schalski zu berichten. Dass die Stadt nicht die Nutzung des Bischofschlosses festlegen könne, sei „ein reiner Mythos, ebenso wie die Mär, dass dort ein Hotel nicht wirtschaftlich betrieben werden kann“. Die Stadt könne die Nutzung des Gebäudes natürlich vertraglich regeln. Die erworbenen Mittel durch den Verkauf des Schlosses könnten dann, so Schalski, für die Sanierung des Rathauses verwandt werden.