„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren da, hat man Spaß daran“, das besang Udo Jürgens bereits im Alter von 43 Jahren. Während die jungen Erwachsenen den Satz noch belächeln, sind die Ü-60er, die über 60-Jährigen, bereits in der Umsetzung. Und Menschen mittleren Alters wünschen sich das nicht nur für sich, sondern gerade auch für ihre Eltern im letzten Lebensdrittel. Welche Möglichkeiten also gibt es in und um Markdorf, um diesen Satz mit Leben zu füllen, und das ganz individuell?

Ilona Burghardt, Hobbygärtnerin aus Kluftern: „Freunde sind mir wichtig, denn die sind mein Netzwerk im Alter. Und aktiveTreffen beinhalten Bewegung und soziale Kontakte, eine sogenannte Win-Win-Situation.“
Ilona Burghardt, Hobbygärtnerin aus Kluftern: „Freunde sind mir wichtig, denn die sind mein Netzwerk im Alter. Und aktiveTreffen beinhalten Bewegung und soziale Kontakte, eine sogenannte Win-Win-Situation.“ | Bild: Kerstin Oettle

Ilona Burghardt: Tageszeitung und Spaziergang

Ilona Burghardt startet morgens mit dem Lesen der Tageszeitung und einem Spaziergang. Das sei für sie sehr wichtig, erzählt die 67-Jährige. „Und mir sind Unternehmungen mit Freunden ganz wichtig, damit habe ich soziale Kontakte und Bewegung in einem“, fügt die Hobbygärtnerin aus Kluftern hinzu.

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Die Heilerziehungspflegerin Beate Etzold hat sich als Beraterin selbstständig gemacht und die Senioren-Assistenz Bodensee gegründet. Sie sagt, dass Gespräche innerhalb der Familie oder mit einem Coach eine Möglichkeit sein könnten, um neue Aufgaben für sich zu entdecken oder sich einer neuen Herausforderung zu stellen.

Eckhard Henning: „Hirnjogging“ für die Enkelin

Eckhard Henning, Rentner und begeisterter Angler, hat eine besondere Aufgabe übernommen: „Meine Enkelin hat mir das Ausfüllbuch ‚Opa, erzähl doch mal‘ geschenkt“, berichtet er. „Darin erinnere ich mich aktiv an mein Leben und erzähle ihr schriftlich davon.“ Er sieht das als sein regelmäßiges „Hirnjogging“ an.

Volkshochschule, Chöre und Stadtgalerie

Ein Blick in das Volkshochschulprogramm zeigt, dass hier auch Sprach- oder Computerkurse für Senioren angeboten werden. Wem möglicherweise bisher die Zeit fehlte, regelmäßig zu singen oder zu musizieren, kann sich in den Chören und Musikvereinen oder im Gospelchor umtun. Die Stadtgalerie sowie diverse Ausstellungen richten sich an Kunstinteressierte.

Sportstudios aus für Senioren Thema

In sieben Sportstudios in Markdorf und Umgebung können sich Senioren fit halten. Trainer begleiten und unterstützen die Senioren. „Schon längst sind die Studios keine Orte mehr nur für junge Menschen“, berichtet Trainer Leon vom Fitnesstempel in Kluftern. „Es ist einfach großartig zu sehen, wie das Thema Fitness gleichermaßen eine Rolle bei Jung und Alt spielt und die volle Akzeptanz jedes Alters vorhanden ist.“

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Alternativ zum Studio bietet auch die Volkshochschule Sportkurse für Senioren: von Funktionsgymnastik über Rückentraining bis hin zu „Fit und mobil ins hohe Alter“. Volkmar Opitz, Vorsitzender des Bogenschützenclubs Markdorf, erklärt, dass beim Bogenschießen vor allem die Rückenmuskulatur gestärkt wird. Das ganze Jahr über trainiert er einmal wöchentlich mit den Mitgliedern.

Carola Lieb, Rentnerin aus Markdorf: „Ich treffe mich regelmäßig zum Kaffee mit meinen damaligen Kegelfreundinnen und demnächst werde ich mal in die DRK-Gymnastikgruppe reinschnuppern.“
Carola Lieb, Rentnerin aus Markdorf: „Ich treffe mich regelmäßig zum Kaffee mit meinen damaligen Kegelfreundinnen und demnächst werde ich mal in die DRK-Gymnastikgruppe reinschnuppern.“ | Bild: Kerstin Oettle

Auch das Deutsche Rote Kreuz bietet in Markdorf Kurse für Senioren an. „Zum DRK werde ich demnächst mit meiner Freundin zur Gymnastik hingehen, aber erst beende ich meinen Thai-Chi-Kurs“, erzählt die Rentnerin Carola Lieb aus Markdorf.

Mehr als 100 Vereine in der Stadt

Markdorf hat mehr als 100 Vereine, in denen sich Menschen jeden Alters engagieren können, auch durch ehrenamtliche Mitarbeit. Das helfe, soziale Kontakte zu erhalten und den Anschluss nicht zu verlieren, wenn man nicht mehr täglich zur Arbeit gehe.

Beate Etzold organisiert Seniorenstammtisch

Beate Etzold von der Senioren-Assistenz Bodensee bietet jeden letzten Dienstag eines Monats einen Seniorenstammtisch um 18.30 Uhr im Gasthaus Bürgerstuben. „Ich wollte damit einen Rahmen schaffen, dass sich die Senioren über ihre ganz eigenen Themen ungezwungen austauschen können und vielleicht eigene Netzwerke gestalten.“

Mehrgenerationenhaus sucht Wahlgroßeltern

Das Mehrgenerationenhaus tritt als Vermittlerstelle für Familien und Senioren auf: Wer Freude am Umgang mit Kindern hat, kann sich bei den Wahlgroßeltern engagieren. Mit dem Angebot will das Mehrgenerationenhaus einen generationsübergreifenden Kontakt fördern. In Grundschulen und Kindergärten sind Erzähl- oder Lesepaten gefragt, die die Kleinen an ihrer Lebenserfahrung und der Freude an Büchern teilhaben lassen.