Auf die Straße gehen und streiken, bis endlich gehandelt wird. Das ist der Weg, den deutschlandweit viele Schüler bereits seit Monaten beschreiten, um Politik und Gesellschaft zu klimagerechterem Handeln zu bewegen. Auf den eigenen Schulhof und das umliegende Gelände sind unterdessen Schülerinnen der 8b des Schulverbunds am Markdorfer Bildungszentrums (BZM) gegangen. Und das, um dort selber zu handeln. Indem sie achtlos entsorgte Flaschen aufgelesen haben. Pfandflaschen, die die Schülerinnen anschließend an zentraler Stelle im Schulgebäude sammelten – in einem eigens dafür gefertigten Holzbehälter.

Schüler wollen Umweltbewusstsein schulen

Er diene als Anstoß zu mehr Umweltbewusstsein, so erläutern die Jugendlichen in jenem Brief, mit dem sie sich nun beim SÜDKURIER-Wettbewerb „Einfach Klasse!“ beworben haben. Gemeinsam mit dem Energiedienstleister EnBW sucht das SÜDKURIER-Medienhaus Beispiele für soziales Engagement von Schülern, die nachahmenswert sind und deshalb mehr Öffentlichkeit finden sollten.

Flaschenpfand fließt ans Markdorfer Mehrgenerationenhaus

An die Öffentlichkeit ihrer eigenen Schule, an ihre Mitschüler und Lehrer haben sich die vier Achtklässlerinnen vom Markdorfer BZM mit ihrem Flaschen-Behälter gewandt. Der wird aber auch regelmäßig geleert. Und das eingelöste Flaschenpfand fließt ans Markdorfer Mehrgenerationenhaus (MGH). „Nach wenigen Wochen hatten wir schon 24 Euro“, freut sich Franka, 13. Im MGH werden mit dem Geld Bedürftige direkt unterstützt beziehungsweise soziale Projekte finanziert. Zählt es doch zu den erklärten Anliegen des MGH, soziale Teilhabe zu erleichtern – nicht nur Begegnungsstätte für Jung und Alt zu sein, sondern auch Menschen in Notlagen unter die Arme zu greifen.

Eine Projektgruppe besucht die Grundschule

Es ist dies nur eins von vier Projekten der 8b. Vier andere Schülerinnen gingen an eine Grundschule, um dort beim Hausaufgabenmachen zu helfen beziehungsweise mit Grundschülern zu basteln oder zu spielen. „Uns hat‘s Spaß gemacht – und für die Lehrer war es eine Hilfe, glaube ich“, erklärt Johanna, 13. Mitschülerin Lena sagt, „dass wir gerne wiederkommen dürfen.“ Eine weitere Gruppe bastelte und buk im Kindergarten für die Bewohner eines Senioren-Plegeheims. Schließlich motivierte eine vierte Gruppe Mitschüler zu Kuchenspenden, verkaufte das Gebackene und spendete den Erlös ebenfalls ans Mehrgenerationenhaus in Markdorf.

Das Besondere aller vier Projekte: Der Anstoß dazu kam im Unterricht. Im Wahlpflichtfach AES (Alltagskultur, Ernährung, Soziales) besuchte die 8b zusammen mit ihrer Lehrerin Nicola Vogel das MGH.

Schüler erleben Aha-Effekte

Samara, 13, vom Projekt „Social-Cake-Bake“ fürs Mehrgenerationenhaus erklärt, dass sie schon vorher um die Bedürftigkeit vieler Benachteiligter wusste. Isabella, 13, aber berichtet, dass ihr zumindest die Folgen unseres Handelns für die Umwelt erst klar geworden sind, seitdem sie sich im AES-Unterricht mit dem ökologischen Fußabdruck befasst hat – und gesehen hat, wie nötig Handeln ist.