"Nach dem Umzug ist vor dem Umzug" scheint dieses Mal in der Gehrenberg-Stadt Programm zu sein. So war der gestrige Fasnetssunntig-Umzug in seiner Länge und seiner Anzahl an Hästrägern zwar nicht mit dem Jubiläumsumzug der Hugeloh vor zwei Wochen zu vergleichen, nichtsdestotrotz hatte er mit 40 Gruppen nicht weniger an närrischer Ausgelassenheit zu bieten. Die Markdorfer Gruppen präsentierten sich originell und äußerst kreativ. So versprach etwa der Wagen der Stadt unter dem Motto "Schluss mit Kneipenfrust" ein Ende der Markdorfer Gastro-Tristesse. Man möchte es gerne wörtlich nehmen.

Für richtig Action sorgte einmal mehr die Gruppe aus Möggenweiler unter der Leitung von Bernhard Brutsch mit ihrem "Träningslager für die WM 2018". Nicht ganz so drahtig wie Jogi Löws Jungs, aber durchaus sportlich zeigten sich Bernies Jungs und Mädels beim Torwarttraining in ihrer Möggi-Arena.

Zum ersten Mal zu Besuch in Markdorf waren die Berkheimer Flegga-Kaschber aus dem Esslinger Raum. Der Fasnetssunntig-Umzug war ein heimeliger, familiärer und mit gut einer Stunde auch ein relativ kurzer, dafür umso kurzweiliger. Und angesichts der Wetterverhältnisse gerade richtig in seiner Länge. Denn anders als gewohnt, konnte sich Petrus gestern wohl bei seiner Kostümwahl nicht so recht entscheiden zwischen dem Wattegewand von Frau Holle und dem Ostfriesennerz. Nichtsdestotrotz tat der kleine Wetter-Fauxpas dem Narrentreiben keinen Abbruch. Denn Narren sind zum einen nicht aus Zucker und zum anderen grundsätzlich gegen Wind und Wetter gewappnet. Ebenso wenig schien der Schneeregen den mehr als 2000 Zuschauern am Straßenrand etwas auszumachen. Denn so wurde den vielen bunten Hüten, Mützen, Perücken und Narrenkappen auf den Köpfen der Zaungäste eine echt nützliche Funktion zuteil.