Louis Armstrong und Co.: Wenn in Markdorfs Innenstadt Südstaaten-Sounds ertönen, dann muss Dixiefest sein. Und endlich ist mit der großen Gassenparty tatsächlich auch der Sommer da – und das "Easy Livin'" ist Programm. In der lauen Luft liegen Düfte, in die Ohren dringen Drums und Trompetensoli, in den Geschäften überbieten sich die Angebote und Schnäppchen und die Augen der Kinder werden groß und größer beim Kinderflohmarkt.

Ob Fisch oder Fleisch, Muscheln oder Spargel: Alles lässt sich im Freien zubereiteten, beweist bei Küchen Krall und einer interaktiven Kochvorführung Thomas Kagerer den staunenden Zuschauern. Probieren erwünscht! Hmmhhh ... lecker! Bild: Helga Stützenberger
Ob Fisch oder Fleisch, Muscheln oder Spargel: Alles lässt sich im Freien zubereiteten, beweist bei Küchen Krall und einer interaktiven Kochvorführung Thomas Kagerer den staunenden Zuschauern. Probieren erwünscht! Hmmhhh ... lecker! Bild: Helga Stützenberger

Der heißen Stimmung nicht genug, wird bei Küchen Krall auch noch gegrillt, ergo "Outdoor Cooking" vorgeführt. Was nichts anderes bedeutet, als draußen gekocht. Auf kleiner Stufe indes will Thomas Kagerer trotz warmer Temperaturen sein Kochgut nicht köcheln lassen. Er gibt Gas, und das im Sinne des Wortes. Und jeder will Spaß! Wie überhaupt den tausenden von Gästen die gute Laune ins Gesicht geschrieben ist. "Es passt einfach alles, ich bin so happy, vor allem auch über das Wetter", erwischt man zwischen dem Treiben Lucie Fieber vom Markdorf Marketing mit einem Eis in der Hand und einem Strahlen im Gesicht. Lange Gesichter gibt's erst bei der Frage: Was ist eine Farbzaubermaschine? "Da stell'n wir uns mal janz dumm ...", erklärt Thommy, der Gaukler, das Prinzip seiner Wundermaschine. Und eins, zwei, drei, drehen – fertig ist die Zauberei auf dem Papier.

Es geht doch nichts über schöne Kurven. Das können Frauen mindestens ebenso gut beurteilen, wie Männer. Bild: Helga Stützenberger
Es geht doch nichts über schöne Kurven. Das können Frauen mindestens ebenso gut beurteilen, wie Männer. Bild: Helga Stützenberger

Wurde große Sorgfalt darauf verwendet, ein ausgewogenes Programm für die ganze Familie zu bieten, so ist dies durchaus gelungen. Allein, manches Klischee wollte sich nicht so recht überstülpen lassen. Waren es doch oft die Frauen, die voller Interesse die Oldtimer in der Hauptstraße unter die Lupe nahmen, während der Ehemann vor den Auslagen manches Schaufensters stand. Und Manchen zog es ins neu eröffnete Dessous-Geschäft "Mode Neher," selbstredend mit der Ehefrau im Schlepptau, denn ewig lockt die Abwrackprämie. Zumindest an diesem Sonntag: Fünf Euro gab's für den alten. Beim Kauf eines neuen BHs, versteht sich. Man nahm an diesem Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte, vieles mit Humor, selbst im Menschenstau zu stecken, wenn's gar nicht mehr weiter ging. Aber kein Stau ohne Aufenthaltsqualität: Mit Dixie im Gespür und einer eiskalten Erdbeerbowle in der Hand rastet sich's gleich doppelt gut.

Fazit: Alabama oder Louisiana, Texas oder Tennessee, Bootcut oder Boyfriend, Gusseisen oder Teflon, Fisch oder Fleisch – Fragen über Fragen, auf die es für jeden die passende Antwort gab. Das macht das Dixiefest aus. Es ist aber nicht nur der Sound der Südstaaten, gepaart mit den Angeboten der Markdorfer Händler, und auch die Aktionen allein machen noch keinen Sommer in der City. Es ist das Flair an diesem Tag, das Markdorf seit nunmehr 38 Jahren ausstrahlt und längst zur Marke gemacht hat. Und im Ganzen ist das mehr als die Summe aller Teile.