"I love Riohacha" steht auf einem Armband, das Luana Hug trägt. Die 19-jähriger Markdorferin ist vor einigen Tagen aus dieser kolumbianischen Stadt zurückgekehrt, in der sie ein Jahr lang gelebt und gearbeitet hat. "Das war die beste Entscheidung meines Lebens", sagt sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER über ihr Auslandsjahr.

Eine Entscheidung, die sie nie bereut hat, auch wenn es einige Herausforderungen zu bestehen galt. "Aber das macht einen nur stärker und zeigt, dass man es auch in der Ferne und alleine schaffen kann", hat die junge Markdorferin in der Zeit an Selbstbewusstsein hinzugewonnen.

Spanischkenntnisse vertiefen

Über die Organisation "worldwide volunteers" hatte sie sich für ein Hilfsprojekt in einem lateinamerikanischen Land beworben – sie wollte ihre Spanischkenntnisse vertiefen. Letztlich wurde sie einer Privatschule in Riohacha zugeteilt; eine Stadt im Norden des Landes mit rund 300 000 Einwohnern, direkt am Meer gelegen.

Zu ihren Aufgaben zählte, den Kindern im spielerischen Umgang die englische Sprache beizubringen. "Das hat manchmal einiges an Nerven gekostet", blickt sie zurück. Da sie Lehrerin werden möchte, sei dies aber eine gute Übung gewesen. "Sich den Respekt von den Kindern zu erarbeiten, war nicht einfach."

Luana Hug mit ihren Schülern.
Luana Hug mit ihren Schülern. | Bild: Hug, Luana

Gewisse Regeln befolgen

Einfach sei es hingegen gewesen, sich in der Gastfamilie wohlzufühlen und ein spannendes Land kennenzulernen. "Wenn man sich an gewisse Regeln hält, dann ist es auch nicht zu gefährlich", berichtet Luana Hug. Sie hatte sich daran gewöhnt, bei Dunkelheit nicht mehr aus dem Haus zu gehen, keine Tasche dabei zu haben, um keine Überfälle zu provozieren und sich nicht alleine am Strand aufzuhalten.

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"Ich bin früh aufgestanden und habe den Tag anders gestaltet." So nahm sie beispielsweise morgens um 6 Uhr an einem Schwimmkurs im Meer teil und besuchte zweimal wöchentlich eine Tanzklasse. Aktivitäten, die sie nun zurück in der Heimat vermisst.

Luana Hug auf dem Straßenfest mit ihren Grundschülern Maria-Valentina, Oved und Juan-Camilo.
Luana Hug auf dem Straßenfest mit ihren Grundschülern Maria-Valentina, Oved und Juan-Camilo. | Bild: Hug, Luana

Von Ureinwohnern beeindruckt

Besonders beeindruckt hat sie das Leben der Ureinwohner, die sie innerhalb verschiedener Hilfseinsätze besucht hat. Hier lernte sie Menschen kennen, die fernab der Zivilisation in einer ganz anderen Welt leben. Und sie hat Schicksale mitbekommen, die sie sehr berührt haben.

Kolumbien hat sich zu ihrem Lieblingsland entwickelt. Große Erwartungen hätte Luana Hug vor einem Jahr keine gehabt. Sie sei positiv überrascht gewesen – von den Menschen, von deren Temperament und davon, wie sie es schaffen, mit wenig Geld glücklich zu sein und das Leben zu genießen.

Zu Besuch bei den Ureinwohnern. Die Kinder werden über Hilfseinsätze betreut.
Zu Besuch bei den Ureinwohnern. Die Kinder werden über Hilfseinsätze betreut. | Bild: Hug, Luana

Pläne für die Zukunft

Nun genießt die 19-Jährige wieder die Zeit mit Familie und Freunden. Bevor sie im kommenden Jahr voraussichtlich mit einem Lehramtsstudium beginnen wird, zieht es sie erneut ins Ausland: Für einige Monate wird sie als Au-pair auf der Insel La Réunion arbeiten, ein französisches Übersee-Département im Indischen Ozean.

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