"Aspects of Nature" heißt die noch bis zum 28. Juni dauernde Ausstellung. Das Besondere ist, dass Agnes Skipper mit dem Pinsel auf die fotografierten Landschaften von Florian Fahlenbock reagiert hat. "In erster Linie hat sie Strukturen aufgegriffen und auf der Leinwand verarbeitet", erklärt der Markdorfer Fotograf die malerische Transformation seiner Motive von einem Medium in ein anderes.

Rot kommt auf Agnes Skippers Bild daher, was sich auf Fahlenbocks Farbaufnahme in kaltem Blau zeigt: ein See, dessen klares Wasser auf die am Grund liegenden Steine blicken lässt. Ein See, den Fahlenbock offensichtlich im Winter fotografiert hat. Das zeigt das Eis, das sich auf einem aus dem Wasser ragenden Metallstück gebildet hat. Solche und ähnliche Kontraste machen den Reiz der Begegnung der beiden unterschiedlich arbeitenden Künstler aus.

Forest Impression: Wald-Eindrücke, fotografiert zum größten Teil rund um den Gehrenberg. Hier arbeitet Florian Fahlenbock mit bewusster Kamera-Bewegung. Solche Bilder gehören zu seiner Kunst der Licht-Malerei.
Forest Impression: Wald-Eindrücke, fotografiert zum größten Teil rund um den Gehrenberg. Hier arbeitet Florian Fahlenbock mit bewusster Kamera-Bewegung. Solche Bilder gehören zu seiner Kunst der Licht-Malerei. | Bild: Florian Fahlenbock
Stellt derzeit in Basel aus: Florian Fahlenbock, Fotograf aus Markdorf, stellt derzeit in Basel aus.
Stellt derzeit in Basel aus: Florian Fahlenbock, Fotograf aus Markdorf, stellt derzeit in Basel aus. | Bild: Jörg Bösche

Verwackler als stilbildendes Element

Florian Fahlenbock reizt indes etwas anderes an diesen malerischen Interpretationen zu drei Themenbereichen seiner Bilder. Zur Bild-Serie "30 Sekunden See", die am Bodensee entstandene Langzeitbelichtungen zeigt – zu seinen "Eisstrukturen", die obgleich in Bayern entstanden, den Betrachter scheinbar in die Arktis versetzen – oder zu seinen "Waldimpressionen", die, mit der bewegten Kamera arbeitend, Bäume und Sträucher verfremden. Fahlenbock interessiert besonders, "dass ich hier mal das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit meinen Arbeiten sehen kann". Zwar sei es schwer, diese Adaption in Worte zu fassen. Gleichwohl lasse sich an Agnes Skipper gemalten Bildern ablesen, ob die Ideen der mit der Kamera eingefangenen und der auf die Leinwand gebrachten Bilder korrespondieren. "Viel mehr als ein 'Tolles Foto!' bekommen wir Fotografen ja sonst kaum zu hören", bedauert Fahlenbock.

"Ice -Study I": In den frühen Morgenstunden aufgenommen, erscheint der See im Bayerischen, als läge er in arktischen Gefilden.
"Ice -Study I": In den frühen Morgenstunden aufgenommen, erscheint der See im Bayerischen, als läge er in arktischen Gefilden. | Bild: Florian Fahlenbock

Betrachter sollen zur Ruhe kommen

Der studierte Schlagzeuger hat sich in die Stille zurückgezogen. Diesen Eindruck jedenfalls gewinnt, wer Fahlenbocks mystisch anmutenden Landschaften betrachtet. "Ich treibe kein Yoga und ich meditiere auch nicht", sagt er. Zur Meditation einladend, wirken seine Fotos trotzdem. "Zur Ruhe kommen" ist das, was er sich für die Betrachter wünscht. Nicht zuletzt begreift er das vor seinen Natur-Fotografien aufkeimende Bedürfnis nach Kontemplation als Gegenbewegung zur Beschleunigung unserer Zeit. Einer Beschleunigung, die sich, so flicht er ein, übrigens gerade im immer stärkeren Anwachsen von Bildern in den sozialen Medien zeigt. "Das meiste davon ist übermorgen schon vergessen."

"Ins.Wasser.Gehen-1 ": Eindrücke wie diese fängt Florian Fahlenbock am Ufer des Bodensees ein. Dies vor allem dann, wenn sonst niemand unterwegs ist.
"Ins.Wasser.Gehen-1 ": Eindrücke wie diese fängt Florian Fahlenbock am Ufer des Bodensees ein. Dies vor allem dann, wenn sonst niemand unterwegs ist. | Bild: Florian Fahlenbock

Fotografieren nach den Regeln der Malerei

Dem gelte es Fotos entgegenzuhalten, die nach den bewährten Regeln der Malerei komponiert sind. "Manchmal muss man jedoch ganz gezielt gegen den Goldenen Schnitt verstoßen", verrät der Fotokünstler, der sich mit Arbeiten für die Zeitung – zum Beispiel den SÜDKURIER und durch Aufträge aus dem Bereich Tourismus – quasi zum eigenen Sponsor für seine künstlerischen Fotografien gemacht hat.

"Aspects of Nature" mit Fotografien von Florian Fahlenbock und Bildern von Malerin Agnes Skipper ist bis zum 28. Juni in der Galerie "Spektakel Atelier Numas Igra", Riehenring 152, in Basel zu sehen. Informationen im Internet: www.numasigra.comwww.florianfahlenbock.de