Markdorf – Am Sonntag präsentieren sich der BUND und die Initiative "Autofreie Innenstadt" mit einem Stand beim Gasthof Adler auf dem Dixiefest (wir berichteten). Dazu hatte die Redaktion um die Meinung ihrer Leser gebeten. Die ablehnende Stellungnahme der Markdorfer Einzelhändler, die sich gegen eine autofreie oder verkehrsberuhigte Innenstadt aussprechen, hatten wir am vergangenen Donnerstag veröffentlicht, nun kommen noch zwei Leser zu Wort, die sich ebenfalls mit Ideen für eine attraktivere Innenstadt an uns gewendet haben.

Ralf Schmidt, der im Süden der Stadt wohnt, sieht in der Neugestaltung des Rathausareals eine "einmalige Chance, die Altstadt wieder attraktiv zu machen". Der Marktplatz dürfe kein Parkplatz mehr sein, ein Einkaufszentrum als Frequenzbringer hält Schmidt für "untauglich", da es bereits genügend gebe. Stattdessen schwebt ihm ein "Bürger- und Aktionszentrum" als Anziehungspunkt für Einheimische wie auch für Gäste vor. Dies könne ein multifunktionales Gebäude am Standort des jetzigen Rathauses sein. Dessen Räume könnten wechselnden Nutzungen dienen: Themen-Flohmärkten, lokalen Händlermessen, Viktualienmarkt, Kulturangebote oder "Start-up"-Firmen nennt Schmidt. Vorstellbar sei auch eine museale Dauerausstellung, etwa die Umsiedlung und Erweiterung des Handwerkermuseums aus dem Hexenturm. Eine "Eventgastronomie" im Ex-Adler oder "Streetfoodangebote" könnten für Belebung sorgen, die Freiflächen sollten gärtnerisch gestaltet werden.

Erik Floeth hingegen wohnt in der Innenstadt. Im Falle einer Verkehrsberuhigung sähe er "deutliche Vorteile, aber auch erhebliche Nachteile". Zum Aspekt Einzelhandel und Gastronomie bemerkt er, dass zu einer lebendigen Hauptstraße eigentlich auch eine weitere kleine Gastronomie. Für Anwohner wiederum würde dies eine zusätzliche Belastung bedeuten. Ebenso ambivalent sei das Verkehrsthema: Einerseits würde eine große Fußgängerzone der Stadt gut tun, andererseits fielen viele Parkplätze weg und dies bei der ohnehin bereits angespannten Parksituation. Angrenzende Straßen würden zusätzlich belastet werden, dies wiederum dürfe im Sinne der Innenstadtanwohner nicht das Ziel sein, so Floeth. Solange der regionale Durchgangsverkehr die innerstädtischen Straßen derart belaste, werde jegliche Sperrung von heute noch offenen Straßen das verbleibende Straßennetz an seine Grenzen bringen, gibt er zu bedenken.

Floeth stellt vielmehr grundsätzliche Fragen: Brauche es überhaupt noch weitere Flächen für den Einzelhandel oder ist der Bedarf nicht schon gesättigt? Wie viele Parkplätze müssten neu geschaffen werden, um eine steigende Besucherfrequenz in der Innenstadt aufzufangen? Wie hoch wäre ein eventuell zusätzliches Verkehrsaufkommen nach einer Umnutzung des Rathausareals? Um diese Fragen zu klären, brauche es dringend eine Gesamtstrategie für die Innenstadt. Die wiederum dürfe nicht mit dem Verweis auf mangelnde personelle Kapazitäten im Rathaus verworfen werden, so Floeth.

Das Dixiefest

Beim Dixiefest am Sonntag, 6. Mai, spielen fünf Bands in der Innenstadt auf. Es gibt ein umfangreiches Programm mit Kinderaktionen, Flohmärkten, Vorführungen des Handels, einer kleinen Oldtimerschau und Info-Angeboten zur E-Mobilität. Die Geschäfte haben von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.