Am Sonntag gab es einen ordentlichen Hagelschauer und im Anschluss prasselte bis Mittwochmorgen der Regen auf die Kunststoffplanen. Gemeint ist damit keine Campingromantik, sondern die Realität der Erdbeerbauern in der Region. Genau diese unbeständigen Witterungen nahmen viele Landwirte vor Jahren zum Anlass, vom bisher verwendeten Abdeckvlies, auf Tunnel mit Kunststoffplanen umzusteigen, damit die empfindlichsten aller Früchte, die Erdbeeren besser geschützt sind.

Übertunnelung der Erdbeerfelder von Fam. Heiss zum Schutz der süßen Früchte vor unbeständigen Witterung wie auch zum Verfrühen des Wachstum- und Reifegrades der Erdbeeren.
Übertunnelung der Erdbeerfelder von Fam. Heiss zum Schutz der süßen Früchte vor unbeständigen Witterung wie auch zum Verfrühen des Wachstum- und Reifegrades der Erdbeeren. | Bild: Kerstin Oettle

Landwirt Herbert Heiss vom Michaelsberg ist einer der Erdbeerbauern, der vor zwei Jahren drei Hektar seiner Erdbeeren übertunnelt hat. „Durch die Tunnel haben wir trotz der sehr kalten Nachttemperaturen und dem vielen Regen in den vergangenen Tagen, keine Ernteausfälle“, berichtet der Markdorfer Landwirt. „Deutlich werden die Schäden allerdings bei unseren Freilanderdbeeren“, ergänzt seine Frau, Gerlinde Heiss, und präsentiert große, verwässerte Erdbeeren, die keiner 1A-Ware mehr entsprechen und auf dem Hof zu Marmelade oder Limes verarbeitet werden. Positiv für die Bauern wirkt sich die Übertunnelung der Erdbeerfelder in der erhöhten Pflückleistung durch die Erntehelfer aus, was an dem viel geringeren Aufwand beim Aussortieren von witterungsbedingt schlechter Ware liegt. Des Weiteren ist die in der Früh um 6 Uhr beginnende Ernte für alle Beteiligten im Tunnel wesentlich angenehmer zu verrichten, weil außer den Erdbeeren auch die Helfer der Kälte und Nässe nicht so ausgesetzt sind.

Die Klasse 1- Erdbeeren von Gerlinde, Sabrina und Herbert Heiss sind in den Edekageschäften von Markdorf und Bermatingen zu finden, wie auch in Hofläden und auf Märkten, verrät Tochter Sabrina, die junge Landwirtschaftsmeisterin.
Die Klasse 1- Erdbeeren von Gerlinde, Sabrina und Herbert Heiss sind in den Edekageschäften von Markdorf und Bermatingen zu finden, wie auch in Hofläden und auf Märkten, verrät Tochter Sabrina, die junge Landwirtschaftsmeisterin. | Bild: Kerstin Oettle

Der Witterung zum Trotz, ernten allerdings Birgit und Gebhard Eichenhofer aus Gangenweiler gemeinsam mit ihren Erntehelfern jeden Tag ihre Erdbeeren noch vom freien Feld. „Im vergangenen Jahr am 30. Mai ging ein zehnminütiger Hagelschauer über unsere Felder“, erzählt die Landwirtin. „Wir hatten einen Totalausfall und konnten nur noch mit dem Mulcher übers Feld gehen, das war wirklich bitter“, erzählt die dreifache Mutter immer noch schockiert. Ihr Mann und Landwirt Gebhard Eichenhofer erklärt, „Vliesabdeckungen und Tunnel werden benutzt, um die Erdbeeren vor der Witterung zu schützen und um sie beispielsweise zu verfrühen, also die rote Frucht dem Kunden noch eher im Jahr anbieten zu können. „Egal was wir einsetzen, unsere Erdbeeren werden immer etwas später reifen“, fügt der Landwirt hinzu. „Unsere Felder liegen auf einer Höhe von 550 Metern, mit den entsprechenden Temperaturen. Unsere Erdbeeren schlafen noch, während auf den anderen Feldern schon das große Wachstum beginnt“, lacht Eichenhofer. In diesem Jahr hat die Familie Eichenhofer noch einen halben Hektar Erdbeeren angebaut und vermarktet die süßen Früchte ausschließlich selbst über ihren Hof direkt oder auf Märkten. Zu den frischen Erdbeeren kommen noch die eigenen Produkte, wie Erdbeer-Sahne-Likör oder Erdbeermarmelade.

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Bis Ende Juli werden die Erdbeerstände der regionalen Bauern noch überall an den Straßen präsent sein, um die beliebteste Frucht der Deutschen zu verkaufen. Momentan kostet die Schale Erdbeeren 3,50 Euro und wird sich, mit steigenden Temperaturen und daraus resultierend, steigender Ernte, unter die 3-Euro-Marke einpendeln. Mit der Sorte Clery oder auch Flair begann die Saison Mitte April und wird ergänzt durch Symphony, Lambada, Asia, Jolie und vielen weiteren süßen Erdbeerensorten, deren Verarbeitung keine Grenzen gesetzt sind. Jeder Landwirt in der Region hat seine eigenen Anbaumethoden, seine Lieblingssorten sowie die einen oder anderen traditionellen oder kuriosen Rezepte mit der Erdbeere und doch sind sich in einem Punkt Alle einig: Der Biss in eine frisch gepflückte reife Erdbeere bleibt unvergleichlich und lecker.

Der vierjährige Simon aus Leimbach kauft regelmäßig mit seiner Mama frische Erdbeeren am Stand und isst am liebsten die Großen und diese dann pur ohne alles.
Der vierjährige Simon aus Leimbach kauft regelmäßig mit seiner Mama frische Erdbeeren am Stand und isst am liebsten die Großen und diese dann pur ohne alles. | Bild: Kerstin Oettle

Zubereitungstipp für Erdbeeren

Erdbeeren rasch und in stehendem Wasser waschen, da sonst der Wasserstrahl die Früchte beschädigt und durch langes Wässern würden sich die Früchte vollsaugen. Um das Aroma nicht rauszuwaschen, unbedingt Stiel und Blätter erst nach dem Waschen entfernen. Wenn die Erdbeeren gezuckert werden sollen, dann erst kurz vor dem Servieren, sonst ziehen die Früchte zu viel Flüssigkeit und es empfiehlt sich besser Puderzucker zu verwenden als den üblichen Haushaltszucker.

Erdbeer-Basilikum-Sorbet mit Sekt

Zutaten: 500 g frische Erdbeeren, 2 EL Puderzucker, 2 Stile frischer Basilikum, 1 EL Zitronensaft und Sekt

Zubereitung: Eine Glas- oder Edelstahlschüssel (1 l) vorher für circa eine Stunde ins Gefrierfach stellen. Erdbeeren gut pürieren. Puderzucker, gehackten Basilikum und den Zitronensaft mit den pürierten Erdbeeren vermischen. Dann alles in die vorher erkaltete Form geben und einfrieren. Damit das Sorbet richtig lecker und nicht einfach nur ein Klumpen wird, alle 30 Minuten gut durchrühren. Das Sorbet ist nach circa vier Stunden fertig. Vor dem Servieren das Erdbeer-Basilikum-Sorbet immer kurz antauen lassen. Eine Kugel Erdbeer-Basilikum-Sorbet in ein Glas füllen, mit Sekt aufgießen und servieren.

Wir wünschen guten Genuss!