Mit dem Leitspruch „Ein Fest für Markdorf und alle Narren“ werden sich am Wochenende, 28. und 29. Januar, rund 8000 Hästräger aus 52 Zünften der Vereinigung Schwäbisch-AlemannischerNarrenzünfte und den Markdorfer Ortsteilen präsentieren. Damit diese Veranstaltung stattfinden kann, hat ein Immenstaader Ingenieurbüro für Brandschutz, Sicherheits- und Rettungswesen ein rund 90-seitiges Sicherheitskonzept erstellt. Darin sind unter anderem Punkte wie Brandschutz, Flucht-und Rettungswege, Notstromversorgung, Verkehrssicherheit, Absperrungen, Wetterwarnungen, Sanitätsdienste und Security-Dienste aufgelistet. In mehreren Sitzungen haben sich Vertreter von Narrenzunft, Stadtverwaltung, Feuerwehr, Polizei, DRK und Sicherheitsdienst ausgetauscht, damit das Landschaftstreffen sicher über die Bühne gehen kann.

"Wir haben mit bestem Wissen und Gewissen alles getan, damit wir beruhigt feiern können", sagt Vizezunftmeisterin Birgit Beck. Zwar gebe es keine hundertprozentige Garantie, aber man sei sehr gut auf alle Eventualitäten vorbereitet. Diese reichen von Unwetterwarnungen bis zur Räumung des Veranstaltungsgeländes. "Es ist wichtig, dass es dieses Konzept gibt. Das Thema Sicherheit hat an Bedeutung zugenommen", sagt Hauptamtsleiter Klaus Schiele. Während der zweitägigen Veranstaltung gibt es einen Sicherheits- und Koordinierungskreis, der sich regelmäßig trifft, um die aktuelle Lage zu besprechen.

Fritz Bezikofer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, sagt auf SÜDKURIER-Nachfrage, dass man die momentane Gefährdungslage im Blick habe. Die Details des Einsatzes klären Stadt und Polizeirevier. Allerdings sei klar, dass Fremdkräfte eingesetzt werden, da die Personalstärke des Markdorfer Reviers nicht ausreiche. Die Kräfte würden bei der Bereitschaftspolizei und dem Polizeipräsidium Einsatz angefordert. Zudem sorge die Polizei dafür, dass auch Hundeführer eingesetzt würden, die bei Rangeleien in der Regel ein probates Mittel seien.

Bezikofer lobt das Konzept, denn als Veranstalter müssen die Narren auch für die Sicherheit sorgen. So hat die Historische Narrenzunft 25 Security-Kräfte beschäftigt, die an den Zelten und Veranstaltungsräumen Einlasskontrollen vornehmen. Ebenso muss die Kontrolle des Jugendschutzes gewährleistet sein. Auch im Massenquartier in den Sporthallen am Bildungszentrum werden Sicherheitskräfte eingesetzt. 22 Ordner werden am Sonntag den Umzug begleiten. "Die zu erfüllenden Auflagen sind schon enorm und wir von der Zunft sind in der Hinsicht Laien. Aber wir haben sehr viel dazu gelernt", sagt Birgit Beck. Ohne Unterstützung der Stadt wäre die Durchführung nicht möglich gewesen. Bürgermeister Georg Riedmann bestätigt, dass solche Veranstaltungen allein im Ehrenamt bald nicht mehr leistbar seien.

Für die Freiwillige Feuerwehr ist es wichtig, dass am Wochenende die Flucht- und Rettungswege freigehalten werden. "Die Straßen müssen trotz des erhöhten Verkehrsaufkommen frei sein", sagt Gesamtkommandant Daniel Kneule. Mit Drehleiter und Löschfahrzeug sei man direkt in der Stadt platziert. "Wir sind so aufgestellt, dass wir im Notfall schnell eingreifen können", berichtet Kneule. Bei der Brauchvorführung der Narrenzunft Furtwangen mit Meckererverbrennung wird die Feuerwehr ebenfalls vor Ort sein.

Das Deutsche Rote Kreuz hat im Alten Schulhaus eine Sanitätsstation aufgebaut. "Wir sind dort bis in der Nacht auf Sonntag bis 3 Uhr anzutreffen", sagt Martin Denkert, Bereitschaftsführer vom DRK-Ortsverein Markdorf. Mit Unterstützung aus Meersburg und Immenstaad werden mehrere mobile Teams unterwegs sein. "Wir haben am Wochenende ein besonderes Augenmerk auf die Wärmehaltung", erklärt Denkert. Alkoholisiert kühle der Körper schneller aus, dazu kommen die winterlichen Temperaturen. Daher empfiehlt Denkert allen Besuchern, warme und wasserfeste Kleidung zu tragen.

Das Programm

Samstag, 28. Januar

  • ab 10 Uhr: Holzkünstler Igor Loskutw schnitzt aus einem Eichenstamm einen Kaujohle, Marktplatz
  • Ab 16.30 Uhr: Brauchvorführungen mit der Historischen Narrenzunft Markdorf: Hellebardentanz, Fahnenschwingen, Kaujohlespiel. Narrenzunft Seegockel Friedrichshafen: Pauliner Kuckuck, Hexentanz, Grendl-Tanz, Rathausplatz
  • 18 Uhr: Ökumenischer Festgottesdienst mit den Narren, Pfarrkirche St. Nikolaus
  • Ab 19.30 Uhr: Narrenzunft Stegstrecker Pfullendorf, Plätzlerzunft Altdorf-Weingarten 1348, Historische Narrenzunft: Schnellen. Wylägerer Fasnachtsgesellschaft: Badjöggeltanz und Nüsslertanz. Narrenzunft Rottenburg: Ahlandtanz. Narrenzunft Schömberg: kleiner Bolanes (Polonaise). Narrenzunft Furtwangen: Meckererverbrennung, Rathausplatz
  • anschließend: Narrennacht

Sonntag, 27. Januar

  • Ab 10.30 Uhr: „Ein Fest für Markdorf und alle Narren“
  • Ab 12.30 Uhr: Umzug durch die Innenstadt

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